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Zivilschutz im Fokus des Symposiums „Hilfe für Helferinnen und Helfer“

Mit der diesjährigen Tagung wurde der thematische Schwerpunkt der vergangenen Veranstaltungen fortgeführt und Besonderheiten der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte in Zivilschutzlagen in den Blick genommen. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: „Welche spezifischen Herausforderungen ergeben sich im Zivilschutzfall?“ und „Welche Erfahrungen können aus Großschadenslagen übernommen werden?“

Während der Diskussionen und Vorträge kristallisierten sich folgende zentrale Erkenntnisse heraus: Charakteristische Herausforderungen für Zivilschutzlagen sind deren unbestimmte Dauer und die Gleichzeitigkeit vieler Ereignisse. Außerdem sind Sabotage, Desinformation und Terrorangriffe darauf angelegt, die Hilfeleistungssysteme der betroffenen Staaten zu überfordern. Dennoch bewerteten die Fachleute die vorhandene Expertise in der Psychosozialen Notfallversorgung in Deutschland als gutes Fundament für die Vorbereitung auf die spezifischen Herausforderungen im Zivilschutzfall.

BBK-Präsidentin Grit Tüngler:
„Die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte hat für das BBK einen hohen Stellenwert. Einsatzkräfte sind das Herzstück unserer Gefahrenabwehr und verdienen bestmögliche Unterstützung. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Feuerwehrverband setzen wir uns nachhaltig für die Weiterentwicklung der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte ein. So stärken wir gemeinsam die Resilienz unserer Einsatzkräfte.“

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse:
„Es gibt Einsatzlagen, die ganz besondere psychische Belastungen hervorrufen: Etwa, wenn eigene Kräfte bei einem Atemschutznotfall vermisst sind. Das können wir uns alle vorstellen. Unvorstellbar für uns ist, was es im Krieg Russlands gegen die Ukraine leider allzu oft vorkommt: Einsatzkräfte werden durch einen zeitverzögerten Zweitschlag gezielt angegriffen. Ich bin dankbar, dass wir Einblicke erhalten, wie diese unmenschlichen Belastungen verarbeitet werden können.“

Lernen aus den Erfahrungen der Ukraine
Gäste aus der Ukraine berichteten über ihre Erfahrungen in der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte im russischen Angriffskrieg – sowohl aus nicht-staatlicher Perspektive als auch aus Sicht einer Delegation des State of Emergency-Service der Ukraine. Der deutsche Berufsfeuerwehrmann und ehrenamtliche Helfer in der Ukraine Nils Thal referierte über Anpassungen bei Feuerwehr und Rettungsdienst in der Ukraine als Reaktion auf die russische Kriegsführung. Dabei bezog er auch die ukrainische Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matviichuk sowie den Russland-Experten Andrey Gurkov per Videokonferenz in seinen Vortrag ein.

Weitere Vorträge des Symposiums beleuchteten Einsatzerfahrungen aus Deutschland und die besonderen Anforderungen im Einsatz oder die Relevanz der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte für das Funktionieren der gesamten Gefahrenabwehr und das Aufrechterhalten staatlicher Strukturen in Krisenlagen. Der Blick auf herausfordernde Einsatzerfahrungen als Bildungs- und Weiterentwicklungschance war ein weiteres Thema.

Fachberatung in der Unterstützung von Einsatzkräften läuft gut an
Seit 2014 organisieren das BBK und der DFV gemeinsam das Symposium „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“.
Neben der Kooperation mit dem DFV engagiert sich das BBK in der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte auch mit dem Fachzentrum Resilienz und Traumaprävention. Die fachliche Leitung des Zentrums gab beim Symposium einen Überblick zu den neuesten Entwicklungen.

Die Pressestelle des BBK steht Medienvertreterinnen und -vertretern gerne unterstützend zur Verfügung. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie die Kontaktinformationen der Pressestelle finden Sie auf der Webseite des BBK unter www.bbk.bund.de/presse.

Über das BBK
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und das zentrale Organisationselement für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Es wurde am 1. Mai 2004 errichtet und hat seinen Hauptdienstsitz seit Juli 2006 in Bonn-Lengsdorf mit weiteren Standorten in Bonn, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Berlin. Präsidentin ist seit dem 1. April 2026 Grit Tüngler, Vizepräsident ist seit dem 16. Oktober 2023 Dr. René Funk. An den fünf Standorten beschäftigt die Behörde aktuell fast 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das BBK ist dafür zuständig, den zivilen Bevölkerungsschutz neben Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten als vierte Säule im nationalen Sicherheitssystem zu verankern. Die zentralen Aufgaben sind es, den Schutz für die Bevölkerung für einen Spannungs- oder Verteidigungsfall zu organisieren, Bürgerinnen und Bürger für Vorsorge und Selbstschutz zu sensibilisieren sowie die Zivile Verteidigung auszubauen und das nationale Krisenmanagement zu stärken. Das BBK berät und unterstützt die anderen Bundes- und Landesbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Mehr Informationen finden Sie unter www.bbk.bund.de. © BBK