„Ein Ort der jungen Menschen dient, wo Zukunft wächst und Leben blüht. Glück und Segen diesem Haus! Es schütze alle die hier sind, bei Sonne, Sturm und Gegenwind“. Die bunten Bänder des Bäumchens flattern auf dem Dach im Wind, als Zimmermann Tobias Thielmann mit seinem Richtspruch dem neuen Haus unter seinen Füßen alles Gute für die Zukunft wünscht. Es ist das künftige Jugendzentrum, von dem er nach dem Richtspruch das Schnapsglas mit Wucht auf den zehn Meter unter ihm liegenden Boden wirft. So sieht es der alte Brauch des Richtfestes vor. Und das Glas muss natürlich zerschellen.
„Mit dem Richtfest wird sichtbar, was wir gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Hier entsteht ein Ort für junge Menschen, für Begegnung und für Gemeinschaft – und damit aus der Südstadt ein Impuls für die gesamte Stadt“, hob Bürgermeister Dr. Marius Hahn die Bedeutung des Projekts hervor. Mit dem Richtfest am Mittwoch, 6. Mai, sei ein wichtiger Meilenstein erreicht worden, denn viele Ideen, Planungen, politische Diskussionen und Entscheidungen würden an dem entstehenden Gebäude, das in Holzständerbauweise errichtet wird, nun sichtbar.
Die Grußworte des Bürgermeisters verfolgten zahlreiche Gäste, darunter die Landtagsabgeordneten Christian Wendel und Tobias Eckert, Stadtverordnetenvorsteher Stefan Muth, zahlreiche Mandatsträgerinnen und Mandatsträger der Stadt, Vertreterinnen und Vertreter der planenden und ausführenden Firmen sowie Mitglieder der Südstadtrunde.
Allerdings hatten es die Anwesenden nicht immer leicht: Die Geräusche einer Planierraupe vom benachbarten Sportpark waren als deutlich hörbares Zeichen der dortigen Baustelle kaum zu überhören.
Neben den sichtbaren baulichen Fortschritten, die sowohl zeitlich als auch finanziell nach Plan verlaufen, wies der Bürgermeister auf das beeindruckende Engagement der Bürgerinnen und Bürger in der Südstadt hin. Schon beim Spatenstich im September vergangenen Jahres sei deutlich geworden, wie groß die Bereitschaft ist, sich einzubringen – und genau dieses Engagement begleite das Projekt bis heute und trage wesentlich zu seinem Gelingen bei.
Das Jugendzentrum entsteht im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt Limburg Südstadt“. Zusammen mit dem angrenzenden Sportpark, der zusätzlich noch aus dem Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten finanziell unterstützt wird, bildet das Jugendzentrum eine Einheit. Rund 7,5 Millionen Euro beträgt der Gesamtinvest, der Anteil der Stadt soll 2,9 Millionen Euro nicht überschreiten. Im Frühjahr kommenden Jahres ist die offizielle Eröffnung des Jugendzentrums und des Sportparks vorgesehen. Damit beides nachhaltig betrieben und von einer Gemeinschaft getragen wird, kündigte Hahn die Gründung eines Fördervereins an.
Auch beim benachbarten Sportpark ist das Engagement groß: Heimische Unternehmen unterstützen das Projekt als Sponsoren und ermöglichen so zusätzliche Elemente, die weder durch Förderprogramme noch durch die Stadt finanziert werden können.
Über 150.000 Euro stellen die Sponsoren (Heus, Albert Weil, MB Fund, ABID, WERKStadt, EVL, MNT, Schäfer Dein Bäcker und MeierGuss) zur Verfügung und ermöglichen damit unter anderem den Bau eines Parcours sowie eines Beachvolleyballfeldes. „Das ist ein gutes Zeichen aus und für die Stadt“, verdeutlichte Hahn, der allerdings noch weitere Sponsoren sucht, denn unter anderem eine Miniramp und ein Boulderblock stehen noch auf der Wunschliste. Diese beiden Module sollen vor allem auch ein wichtiger Beitrag für den „inklusiven Ausbau“ des Sportparks werden. Gemeinsamer Sport fördert den Abbau von Berührungsängsten, alle Nutzenden können hier voneinander lernen und gemeinsamen Spaß an der Bewegung in allen Dimensionen entwickeln und Ängste überwinden. So wird die Miniramp auch für den Rollstuhlsport nutzbar und der Boulderblock ermöglicht auch kognitiv beeinträchtigten Menschen ein Ausloten ihrer Kräfte und Fähigkeiten. Mit dem „Inklusiven Ausbau“ erhält der Limburger Sportpark ein Alleinstellungsmerkmal mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus.
An der Planung und Umsetzung des Jugendzentrums und des angrenzenden Sportparks wirken zahlreiche Partner eng zusammen. Das Bauprojektmanagement liegt bei der Rittmannsperger Architekten, während MS PLUS Architekten für die Planung des Jugendzentrums verantwortlich zeichnen. Die Gestaltung des benachbarten Sportparks übernimmt die LS² Landschaftsarchitekten GmbH. Begleitet wird das gesamte Vorhaben durch das Quartiersmanagement Qurban, das insbesondere die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger fördert und sicherstellt, dass ihre Perspektiven in den Prozess einfließen.
Eine zentrale Rolle im Baufortschritt spielen die ausführenden Bauunternehmen und Handwerksbetriebe: Wohrataler Holzbau, Fensterbau FFT, HAT Bedachungstechnik, Schuhmacher Bauunternehmen, EM Bau- und Facilitygruppe sowie Strada; als Fachplaner sind dabei: Alhäuser und König, Ing-Büro König, Artec, Architekturbüro Schwarz, Vermessungsbüro Schuh sowie das Planungsbüro Kraus.
Auch in den kommenden Monaten wird der Bauprozess weiterhin aktiv begleitet. Geplant sind unter anderem Bauspaziergänge, ein Bautagebuch sowie kleinere Veranstaltungen, die den Fortschritt anschaulich machen und gleichzeitig die Beteiligung vor Ort stärken. © Stadt Limburg