Gespräch mit Schülern und Information über aktuelle Sanierungsarbeiten im Mittelpunkt
Roman Poseck: „Wir werden die erfolgreiche Arbeit fortführen und diesen einmaligen Standort zu einem Kultur-, Weiterbildungs- und Begegnungszentrum weiterentwickeln.“
Hasselroth. Innenminister Roman Poseck besuchte die vom Regierungspräsidium Darmstadt betriebene Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth. Die im Main-Kinzig-Kreis ansässige Fördereinrichtung ist heute der letzte verbliebene Standort dieser Art in Deutschland. Sie ermöglicht jungen Spätaussiedlern – seit 2010 auch Zugewanderten aus anderen Herkunftsländern – in einem zweijährigen Sonderlehrgang durch gezielte Weiterqualifizierung die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Aktuell werden dort 38 Sonderlehrgangsteilnehmer betreut.
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt, Regierungsvizepräsident Dr. Stefan Fuhrmann und der Leiter der Einrichtung, Michael König, hießen den Minister herzlich willkommen und zeigten ihm die Einrichtung. Ebenfalls vor Ort war der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister, MdL. Nach dem Rundgang kam man gemeinsam mit den derzeit dort betreuten Schülern ins Gespräch und konnte sich über den bundesweit einmaligen Sonderlehrgang austauschen.
Im Anschluss des Termins zeigte sich Innenminister Roman Poseck überzeugt von der Einrichtung: „Der Hessischen Landesregierung ist es ein besonderes Anliegen, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler bestmöglich schulisch und beruflich zu bilden. Die Fördereinrichtung in Hasselroth ist der letzte Bildungsstandort dieser Art in Deutschland. Der bundesweit einzigartige Sonderlehrgang vermittelt gezielt die Grundlagen für ein Studium oder eine qualifizierte Ausbildung. Die Erfolgsquote von über 90 Prozent belegt eindrucksvoll die hohe Qualität der Arbeit. Damit eröffnet die Einrichtung jungen Menschen konkrete Bildungs- und Aufstiegschancen und stärkt zugleich nachhaltig die Fachkräftesicherung in anspruchsvollen Berufsfeldern. Hasselroth hat daher eine herausragende Bedeutung – sowohl für die schulische und berufliche Integration als auch für die langfristige gesellschaftliche Teilhabe junger Zugewanderter.
Seit Jahrzehnten verbindet die Fördereinrichtung schulische Qualifizierung mit sozialpädagogischer Begleitung in einer in Deutschland einzigartigen Form. Diese enge Verzahnung macht den Standort besonders wirksam und wertvoll. Ich bin beeindruckt, was vor Ort für junge Zugewanderte geleistet wird und danke allen Verantwortlichen für ihr Engagement.
Wir werden die erfolgreiche Arbeit fortführen und den Standort, wie im Koalitionsvertrag des Landes Hessen vorgesehen, zu einem Kultur-, Weiterbildungs- und Begegnungszentrum weiterentwickeln. Damit setzen wir ein starkes Zeichen für Integration, Bildungserfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
„Für das Regierungspräsidium Darmstadt als Betreiber dieser Einrichtung ist der Integrationsgedanke das entscheidende Ziel, das unsere Mitarbeitenden hier erreichen wollen. Konkret schafft unser Fachpersonal in Hasselroth für die jungen Menschen ein Umfeld, das die schulische und berufliche Entwicklung stärkt. Das gelingt durch eine empathische Begleitung in allen Lebenslagen und durch praktische Unterstützung im Alltag. Vermittelt werden außerdem nötige Regeln für ein Miteinander und ein respektvoller Umgang. Eigenverantwortung soll dabei genauso gefördert werden wie gegenseitige Rücksichtnahme. So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, aus dem eine erfolgreiche Integration erwächst“, sagt Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt.
Hessens Beauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister, MdL, bekräftigte abschließend: „Diese Einrichtung ist bundesweit einzigartig und somit alles andere als selbstverständlich. Als Landesbeauftragter bin ich regelmäßig vor Ort, um die vorgesehene Weiterentwicklung eng zu begleiten. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Verantwortlichen der Einrichtung sowie der Ludwig-Geißler-Schule für die engagierte Arbeit. Der Besuch von Staatsminister Prof. Dr. Poseck ist ein wichtiges Signal und unterstreicht die hohe Priorität dieses Ortes für das Land Hessen.“
Hintergrund:
Der zweijährige Sonderlehrgang in der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth verbindet Unterricht, Unterbringung, Verpflegung und sozialpädagogische Betreuung zu einem ganzheitlichen Bildungsangebot. Das Programm besteht seit 1992 und wird seither erfolgreich umgesetzt. Der Unterricht findet in Hanau in Kooperation mit der Ludwig-Geißler-Schule statt, die gemeinsam mit der Otto Benecke Stiftung e.V. auch das Auswahlverfahren verantwortet.
Mit dem Ankauf von drei ehemaligen Bundesliegenschaften durch das Land Hessen im Jahr 2024 hat die Landesregierung die langfristige Sicherung des Standorts gewährleistet und ein klares Bekenntnis zu diesem bewährten Modell abgegeben.
Bildunterschrift: v.l: Regierungsvizepräsident Dr. Stefan Fuhrmann, Andreas Hofmeister, MdL, Hessens Beauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Innenminister Roman Poseck und Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt mit Schülern der Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth. Hinten im Bild: Michael König, Leiter der Einrichtung. ©HMdI
© Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz