Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung der Stadt Bad Camberg zum Zwischenstandsbericht der kommunalen Wärmeplanung. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Fachplanung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in das Gemeindezentrum Würges, um sich über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung zu informieren.
Die kommunale Wärmeplanung bildet dafür eine zentrale strategische Grundlage für die Kommune. Ziel ist es, langfristig den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und gleichzeitig Versorgungssicherheit für Haushalte, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen zu gewährleisten.
Im Zwischenstandsbericht wurden die bisherigen Analyseergebnisse vorgestellt. Dazu zählen unter anderem die Erfassung des aktuellen Wärmebedarfs, die Untersuchung bestehender Heizstrukturen in allen Ortsteilen sowie die Projektierung möglicher alternativer Wärmequellen aus erneuerbarer Energie. Dabei wurde insbesondere auf die Altersklassen der Gebäude in der Stadt, die zu 89 % aus Wohngebäuden besteht, eingegangen.
Besonderes Augenmerk lag auf der transparenten Darstellung der Planungsprozesse. Die Verantwortlichen betonten, dass die kommunale Wärmeplanung kein fertiger Maßnahmenkatalog sei, sondern ein dynamischer Prozess, der auch nach der Einreichung weiter zu betrachten ist. Die Einbindung der Öffentlichkeit spiele dabei eine wichtige Rolle, deshalb werde der Planungsstand im Februar öffentlich ausgelegt, um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu bieten, Anregungen, Fragen und Hinweise zu äußern, die dann nach Abwägung in den weiteren Planungsprozess einfließen können.
In der anschließenden Diskussionsrunde stand die Frage, was die kommunale Wärmeplanung für den Anwohner bedeute und ob eine konkrete Umsetzung in Bad Camberg geplant sei, im Vordergrund. Erster Stadtrat Peter Bermbach, der den erkrankten Bürgermeister Daniel Rühl vertrat, erläuterte, dass die kommunale Wärmeplanung verpflichtend für alle Kommune in Deutschland ist. Sie diene dazu, dass der Kommune aufgezeigt werde, welche Möglichkeiten zur Umsetzung der Planung sinnvoll seien. Im Anschluss, nach dem Planungsprozess, müsse dann weiter beraten werden, welche Maßnahmen für die Stadt wirtschaftlich sinnvoll seien und welche Maßnahmen die Stadt in der aktuellen finanziellen Situation umsetzen könne.
Die Stadt Bad Camberg sieht sich, dank des frühzeitigen Beginns der kommunalen Wärmeplanung gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Energiewende auf lokaler Ebene anzugehen. Der nun vorgestellte Zwischenstand markiert dabei einen wichtigen Meilenstein. Eine weitere Informationsveranstaltung in der das Endergebnis präsentiert wird, ist für Ende März geplant, um den Dialog mit der Öffentlichkeit fortzusetzen. © Stadt Bad Camberg
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