Limburg: Neujahrsempfang mit einem optimistischen Ausblick·Neuer Limburg-Song

IHK-Präsidentin: Wirtschaftsregion wird geprägt durch einen gesunden Branchenmix

„Lassen Sie uns Freude haben an einem erfolgreichen wirtschaftlichen Handeln.“ Dazu forderte die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Limburg, Julia Häuser, beim Neujahrsempfang der Stadt Limburg auf. Ihr Blick in das Jahr 2026 ist optimistisch und sie geht von einem durchaus erfolgreichen Jahr aus. Dabei sieht sie die Wirtschaft in Limburg und Umgebung aufgrund ihres guten Branchenmixes gut aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Die Präsidentin der IHK war der Einladung des Magistrats der Stadt gefolgt, um unter dem Motto „Menschen, Unternehmen, Zukunft: Wirtschaft in der heimischen Region“ einen Rück- und Ausblick zu wagen. Bürgermeister Dr. Marius Hahn verdeutlichte in seiner Begrüßung, dass sich der Neujahrsempfang der Stadt in jedem Jahr einem anderen Schwerpunkt widmet und entsprechend diesem auch die Gäste eingeladen werden. Diesmal füllten Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft den großen Sitzungssaal des Rathauses, der durch die Stadtgärtnerei wieder geschmackvoll dekoriert war. In seiner Begrüßung wies der Bürgermeister auf die schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin, die weltweit Unsicherheit hervorriefen. „Gerade in solchen Zeiten wird deutlich, wie wertvoll Stabilität, Zusammenhalt und Vertrauen sind – Werte, die wir hier vor Ort leben und stärken können. Unsere Stadt mag klein erscheinen im Vergleich zur großen Weltpolitik, doch sie ist ein Ort, an dem Demokratie, Solidarität und Verantwortung ganz konkret erfahrbar werden“, so Hahn.

Was die Stadt stärkt
Zu dem, was die Stadt neben dem mannigfaltigen ehrenamtlichen Engagement in Vereinen, Politik und Institutionen stärke, gehöre auch das Wirken der Unternehmerinnen und Unternehmer, der Händlerinnen und Händler, der Verantwortlichen in Betrieben, Handwerksunternehmen und Dienstleistungsfirmen. „Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus, investieren vor Ort, zahlen Steuern und tragen wesentlich zur Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt bei“, so Hahn. Die Stadt sehe sich dabei nicht nur als Verwaltung, sondern als Partner, verdeutlichte Hahn vor den Landtagsabgeordneten Marion Schardt-Sauer, Tobias Eckert, Andreas Hofmeister und Christian Wendel, der IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer sowie Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe und vielen weiteren Gästen. Das gemeinsame Ziel müsse es sein, gute Rahmenbedingungen zu schaffen – für Wachstum, Innovation und nachhaltige Entwicklung. „Dazu gehören ein offener Dialog, verlässliche Entscheidungen und die Bereitschaft, neue Wege gemeinsam zu gehen“, so der Bürgermeister. Die Einladung zum offenen Dialog nahm die Präsidentin der IHK gleich an. Auch wenn der Wirtschaftsraum rund um Limburg mit 13.000 registrierten Unternehmen, davon rund 4.100 mit einem Handelsregistereintrag, auf einem sehr breiten und damit gesunden Branchenmix aufgebaut sei, sei erfolgreiches Wirtschaften doch an verschiedene Voraussetzungen gekoppelt, zumal „es eine Sorgenfreiheit derzeit in keiner Branche gibt“, so Julia Häuser.

Voraussetzung gute Erreichbarkeit
Mit dem genaueren Blick auf die Branchen Industrie, seit sieben Jahren in Deutschland mit fallender Produktion und Handel, verdeutlichte Julia Häuser die zentrale Bedeutung einer guten Erreichbarkeit. „Wer im Einzelhandel kauft, der will vor allem das gekaufte Produkt sofort mitnehmen. Dazu muss das Produkt auch vor Ort sein“, so die IHK-Präsidentin. Zudem sei ein funktionierender Einzelhandel eine Voraussetzung für eine belebte Innenstadt.

Ein gutes Einzelhandelsangebot setze eine entsprechende Logistik und damit eine gute Erreichbarkeit voraus. Eine Aufgabe der Stadt sei es, diese gute Erreichbarkeit zu ermöglichen. Allerdings könne die Stadt das nicht alleine leisten. Das verdeutlichte die IHK-Präsidentin an der dringend benötigten Südumgehung. „Im vergangenen Jahr hatten wir hier in diesem Raum ein Gespräch mit dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister. In Wiesbaden ist nun angekommen, dass wir die Südumgehung benötigen. Jetzt wollen wir auch in Berlin gehört werden. Wir werden dazu als IHK alles einbringen, was möglich ist“, versprach Julia Häuser beim Neujahrsempfang.

Bindung an den Standort
Neben dem breiten Branchenmix sieht sie in der Verknüpfung mit den Wirtschaftsräumen Mittelhessen und Rhein-Main eine weitere Stärke für die heimischen Betriebe. Und nicht zuletzt zeichne eine hohe Quote von eigentümergeführten Firmen und Betrieben den Wirtschaftsraum in und um Limburg aus. „Ein vergleichbarer Schritt wie die angekündigte Aufgabe des Standorts von Zalando in Erfurt wäre hier aus meiner Sicht weniger wahrscheinlich. Die Bindung an den Standort ist hier besonders ausgeprägt, da viele Entscheiderinnen und Entscheider ihren Lebensmittelpunkt vor Ort haben“, sagte die Präsidentin.

Die in Teilen der Bundespolitik diskutierte Änderung der Erbschaftssteuer wird nach Einschätzung von Julia Häuser die von Eigentümern geführten Unternehmen und Betriebe ganz besonders belasten. Sie forderte deshalb beim Neujahrsempfang dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass es durch eine Veränderung der Besteuerung nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Unternehmen und ihrer Beschäftigten kommt.

Neuer Limburg-Song
Kein Neujahrsempfang ohne musikalische Begleitung. Diesmal klangen die Melodien und Rhythmen etwas anders, denn die Band „Spalpeenz“ hat sich dem Blues-Rock verschrieben. Kein Wunder daher, dass sie mit Neil Youngs „Heart of Gold“ den Abend im Sitzungssaal musikalisch startete. Zum Abschluss spielten die Bandmitglieder Günther Schneider, Stefan Rackwitz, Andreas Wennrich und Tobias Hild dann noch eine musikalische Premiere ein. Der Song „Back to Limburg“ handelt von einem Limburger, der inzwischen woanders lebt und der sich bei der Fahrt über die Autobahnbrücke und der anschließenden Abfahrt an alte Zeiten erinnert und irgendwann in seine geliebte Stadt endgültig zurückkehren will: „Limburg, oh Limburg you beautiful town“. © Stadt Limburg