Roman Poseck: „Geschichte darf nicht verblassen, sondern muss als lebendige Kraft in unsere Gegenwart hineinwirken.“
Wiesbaden. Beim 78. Landesverbandstag des Bundes der Vertriebenen (BdV) – Landesverband Hessen e. V. in Wiesbaden hat Innenminister Roman Poseck die zentrale Rolle der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler für das gesellschaftliche Miteinander und die historische Verantwortung in Hessen hervorgehoben. Er würdigte das Engagement der Landsmannschaften, Kreisverbände und Organisationen und bekräftigte die verlässliche Unterstützung durch die Hessische Landesregierung. Darüber hinaus überreichte der Minister einen Förderbescheid für ein zentrales Projekt der Erinnerungsarbeit.
Innenminister Roman Poseck erklärte: „Dieser Landesverbandstag zeigt eindrucksvoll, wie lebendig die Erinnerung an Flucht, Vertreibung, Deportation und Neuanfang in Hessen gehalten wird. In Wiesbaden kommen Menschen zusammen, die Verantwortung übernehmen, für das Nichtvergessen und für die Zukunft des Landes. Eine starke Gemeinschaft von Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern sowie all jenen, die sich mit großem Engagement für ihre Belange einsetzen, bringt Erfahrungen mit, die tief in der Geschichte des Landes verwurzelt sind. Erfahrungen von Flucht, Vertreibung, Deportation und einem mutigen Neuanfang machen deutlich, worauf es heute ankommt. Erinnerung ist kein Selbstzweck. Sie gibt Orientierung. Sie zeigt, wie wertvoll Freiheit und Recht sind, und wie sehr ein Gemeinwesen davon lebt, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
In der Arbeit des Verbandes wird täglich sichtbar, wie aktiv diese Verantwortung ist. Mit Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Projekten für junge Menschen wird Wissen weitergegeben, Begegnung geschaffen und Erinnerung wachgehalten. So wird dafür gesorgt, dass Geschichte nicht verblasst, sondern als lebendige Kraft in die Gegenwart hineinwirkt.
Der Hessischen Landesregierung liegen die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler besonders am Herzen. Deshalb stärken wir gezielt die Strukturen, die diese Arbeit tragen und weiterentwickeln. Dazu gehören der Landtagsunterausschuss für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung, der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen sowie das Amt des Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Dieses Amt stellt sicher, dass die Anliegen von Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern dauerhaft Gehör finden und politisch begleitet werden.
Die Projekte des Verbandes werden ideell und finanziell unterstützt, aus Überzeugung und auf Grundlage des Bundesvertriebenengesetzes, das die Länder ausdrücklich verpflichtet, Kultur und Geschichte der Vertriebenen und Aussiedler zu fördern und lebendig zu erhalten.
Besonders hervorzuheben ist, dass hinter all dem Menschen stehen, die sich ehrenamtlich engagieren, die Zeit, Kraft und Herzblut einbringen. Ohne dieses Engagement wären viele Projekte schlicht nicht denkbar. Deshalb hält die Landesregierung auch in einer angespannten Haushaltslage an der Förderung fest und sichert die dafür notwendigen Mittel. Seit 2024 erhält der Landesverband jährlich 350.000 Euro.
Ich freue mich, dem Landesverband heute einen Förderbescheid über 3.745 Euro zu überreichen. Gefördert wird damit das Projekt zur filmischen Dokumentation und zu Interviews rund um die neue Dauerausstellung im Hessenpark zum Thema “Vertriebene in Hessen. Ankunft und Integration nach 1945”. Mit diesem Projekt wird eine wichtige Ausstellung im Hessenpark, dem Schaufenster des Landes Hessen, künftig auch digital erlebbar gemacht. So werden ihre Inhalte einem noch breiteren Publikum zugänglich, weit über den Besuch vor Ort hinaus.
Außerdem habe ich noch einen weiteren Förderbescheid über 6.885 Euro für ein Schülerprojekt mitgebracht. Dabei geht es darum, das Thema Vertreibung im Unterricht zu behandeln und dies mit einer Exkursion zu verbinden. Das Projekt zeigt beispielhaft das Engagement des Bundes der Vertriebenen im Hinblick auf junge Menschen. So wird Zukunft in historischer Verantwortung gestaltet.
Dem Landesvorstand des BdV Hessen gilt herzlicher Dank für dieses Engagement. Besonders danke möchte ich dem Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann, der mit großem persönlichem Einsatz Verantwortung übernimmt, die Arbeit des Verbandes prägt und sie beständig weiterentwickelt.“
Der Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, der ebenfalls am Landesverbandstag teilnahm, bekräftigte: „Das Land Hessen und den Bund der Vertriebenen verbindet das gemeinsame Ziel, Erinnerung für das Schicksal von deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern wachzuhalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Die verlässliche Landesförderung bildet für den BdV dabei ein wichtiges Fundament, um die Aufgabenstellungen nach § 96 des Bundesvertriebenengesetzes offen, zeitgemäß und anschlussfähig für kommende Generationen zu gestalten sowie das Bewusstsein für unsere deutsche und hessische Geschichte zu erhalten.“
Der 78. Landesverbandstag des BdV Hessen in Wiesbaden hat die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur für die deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler sowie eines starken gesellschaftlichen Miteinanders eindrucksvoll unterstrichen. Mit der Übergabe des Förderbescheids hat das Land Hessen seine verlässliche Unterstützung für die nachhaltige Weiterentwicklung der Projekte zugunsten der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler erneut klar unter Beweis gestellt.
(C) HMdIS