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Tag der Amputierten am 21. April 2026 in Limburg

02.04.2026
Limburg-Weilburg. Wer sich für die Situation von Menschen mit Amputationen interessiert, ist am 21. April von 15 bis 18 Uhr herzlich nach Limburg in die Westerwaldstraße 46 eingeladen. Geplant sind um 16 Uhr informative Vorträge sowie Raum für Gespräche und Austausch. Eingeladen sind Betroffene, Angehörige sowie alle interessierten Menschen, zum Beispiel Therapeuten und Ärzte.

Während andere Betroffenengruppen, etwa Menschen mit Krebs, Multipler Sklerose oder Querschnittlähmung, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sichtbar sind, bleiben Menschen mit Amputationen im Alltag häufig unerkannt. Moderne kosmetische und technische Versorgungen tragen zwar wesentlich zur Lebensqualität bei, führen jedoch zugleich dazu, dass Amputationen oft erst auf den zweiten Blick wahrgenommen werden. Dennoch haben gerade Menschen, die von einer Amputation betroffen sind, spezielle Herausforderungen zu bewältigen, die in der Gesetzgebung und auch in der Gesellschaft häufig zu wenig Beachtung finden.

Ziel ist es daher, durch einen erstmals stattfindenden bundesweiten Aktionstag am 21. April 2026, initiiert durch den BMAB – Bundesverband der Menschen mit Arm- und Beinamputation, auf die besondere Situation und die Bedürfnisse von Menschen mit Amputationen aufmerksam zu machen und darüber zu informieren.

Jutta M. blickt auf mehr als 40 Jahre Leben mit einer Amputation zurück. Als Jugendliche wurde sie nach einer Krebserkrankung beinamputiert. Lange Zeit fühlte sie sich gar nicht „behindert“ – dank ihrer Jugend, guter Prothesen sowie guter sozialer und familiärer Voraussetzungen. Nicht zuletzt durch ihren starken Willen, „alles wie nicht amputierte Menschen zu schaffen“, bewältigte sie ihre Gehbehinderung mal mehr und mal weniger gut.

Mit zunehmendem Alter begann sie jedoch, ihre Situation als Amputierte intensiver zu reflektieren. Seit vielen Jahren engagiert sie sich in der Selbsthilfe und unterstützt als „Peer“ andere betroffene Menschen mit Amputationen. Gegenseitige Unterstützung und Solidarität in der Selbsthilfe seien ebenso wichtig wie eine Interessenvertretung wie der BMAB – Bundesverband der Menschen mit Arm- und Beinamputation. Dieser setzt sich in der Öffentlichkeit und insbesondere bei politischen Entscheidungsträgern für Verbesserungen sowie für die berufliche und soziale Rehabilitation nach Amputationen ein.

„Menschen mit Amputationen“, so Jutta M., „sind eine sehr heterogene Gruppe.“ Die Spannbreite reiche vom stark pflegebedürftigen Menschen bis zum Hochleistungssportler – abhängig vom Alter und von den Ursachen der Amputation. Dennoch werde diese Vielfalt von der Gesellschaft häufig stark vereinfacht oder verzerrt wahrgenommen.

Am Beispiel von Menschen mit Amputationen lasse sich der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung und Normalität gut veranschaulichen. Gleichzeitig wirft dies grundlegende Fragen auf: Was ist eigentlich „Behinderung“? Welche Rolle spielen sozialrechtliche Unterstützungsmöglichkeiten?

Wer sich für den Aktionstag am 21. April von 15 bis 18 Uhr beim Orthopädietechniker APT Prothesen in die Westerwaldstraße 46 in Limburg interessiert wird zur besseren Planung um Anmeldung gebeten per E-Mail an kundenservice(at)apt-prothesen.de oder telefonisch unter 06431 2808009. Für Getränke wird gesorgt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Prothesen nicht nur anzufassen, sondern auch selbst zu erleben.

Hinweis: Menschen, die darüber hinaus an einer geplanten Selbsthilfegruppe für Menschen mit Amputationen im Raum Limburg interessiert sind, wenden sich an die Selbsthilfekontaktstelle Limburg-Weilburg telefonisch unter 06431-296 635 oder per Mail an selbsthilfe(at)limburg-weilburg.de oder an die Selbsthilfegruppe in Planung „beinamputiert-wir-gehen (gemeinsam)“; E-Mail-Adresse: shg.bwg-mittelhessen(at)gmx.de

Veranstalter: Thorben Balschun, Inhaber APT Prothesen Limburg
Jutta M., Peer / BMAB u. B.A. Gesundheitsbezogene soziale Arbeit
© Landkreis Limburg-Weilburg