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Patientenfürsprecher sind wichtige Bindeglieder zwischen Krankenhäusern und Patienten

Patientenfürsprecher sind in Hessen fester Bestandteil der Krankenhausstruktur. Sie vertreten unabhängig und ehrenamtlich die Interessen von Patientinnen und Patienten, nehmen Anregungen und Beschwerden auf und vermitteln zwischen Betroffenen und Einrichtungen. Gewählt werden sie von den jeweiligen Kreistagen. Für Landrat Michael Köberle ist diese Funktion ein wichtiger Baustein:Sie ermögliche es, nah an den Bedürfnissen der Patienten zu sein und die Behandlungs- sowie Aufenthaltsbedingungen kontinuierlich zu verbessern.

Im Kreiskrankenhaus Weilburg steht mit Kornelia Beck seit dem 1. Januar 2025 eine neue Ansprechpartnerin mit großer Erfahrung zur Verfügung. „Da ich bereits davor 30 Jahre im Weilburger Krankenhaus gearbeitet habe, sind mir die Strukturen und Abläufe bekannt“, erklärt Beck.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit richtete sie eine eigene Seite auf der Website des Krankenhauses ein. Dort informiert sie über ihre Arbeit und ist über E-Mail sowie telefonisch erreichbar – auch außerhalb ihrer wöchentlichen Sprechstunde. Dieses Angebot wird rege genutzt, häufig werden bereits vorab Gesprächstermine vereinbart.

Viele Patientinnen und Patienten suchen den Kontakt direkt, da ihre Anwesenheitszeiten im Haus bekannt sind. Unterstützend liegen am Empfang Visitenkarten aus. Ein weiteres wichtiges Instrument sind die Briefkästen auf den Stationen. „Auf jedem Stockwerk hängt ein Briefkasten, in den Anregungen eingeworfen werden können“, so Beck. Diese Briefkästen leert sie regelmäßig und leitet die Anliegen an die zuständigen Stellen weiter. Auf Wunsch besucht sie Patientinnen und Patienten auch außerhalb der Sprechzeiten auf den Stationen.

Die Rückmeldungen sind vielfältig. „Meistens geht es um Lob, manchmal aber auch um Beschwerden über lange Wartezeiten vor Untersuchungen und Behandlungen“, berichtet Beck. Entsprechende Schreiben werden an die Geschäftsführung weitergeleitet und im Qualitätsmanagement bearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Ärzteschaft, Pflegepersonal und Klinikleitung beschreibt sie als konstruktiv. Ziel sei es stets, Lösungen zu finden und Verbesserungen anzustoßen. Themen von Essenswünschen bis Terminabsprachen konnten so bereits aufgegriffen werden. „Es ist gut, so nah an der Basis zu sein“, betont Beck.

Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 170 Schreiben ein, davon erfreulicherweise 131 mit Lob und Anregungen. Die übrigen betrafen Beschwerden.

Auch in der Vitos Weil-Lahn in Hadamar ist die Patientenfürsprache etabliert. Dort ist Heinz Valentin seit zwei Jahrzehnten für die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie tätig. Im vergangenen Jahr war er 57-mal vor Ort und steht im engen Austausch mit dem Ärztlichen Direktor sowie der Pflegedienstleitung. Die Themen reichen von nicht abschließbaren Zimmertüren über Kritik am Essen und am Verhalten von Mitpatienten bis hin zu Rückmeldungen zum Pflegepersonal oder zu Raucherbereichen.

Einige Anliegen konnten unkompliziert gelöst werden, andere bleiben aufgrund struktureller Vorgaben bestehen. So wünschen sich manche Patientinnen und Patienten abschließbare Türen, was aus klinikinternen Gründen laut Heinz Valentin derzeit nicht möglich ist. Als Verbesserung wurden jedoch unter anderem fest installierte Klappstühle vor Behandlungsräumen eingerichtet, um die Wartezeiten angenehmer zu gestalten. In der Vitos Klinik für forensische Psychiratie ist Bernd Schmitt als Patientenfürsprecher tätig und dort auch jede Woche präsent. Im Schnitt wird er von einem Patienten die Woche angesprochen. Sein Engagement über mittlerweile 24 Jahre wird von den Patienten geschätzt. Mit Heinz Valentin bildet er ein eingespieltes Team, das sich gegenseitig vertritt. © Landkreis Limburg-Weilburg