Im Landkreis Limburg-Weilburg wird es künftig häufiger Kontrollen von Biotonnen geben.
Das Amt für Abfallwirtschaft des Landkreises Limburg-Weilburg wird die Kontrollen der Bioabfallsammelgefäße (Braune Tonne) verstärken. Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren zunehmend sogenannte Störstoffe im Bioabfall festgestellt wurden. Dazu zählen beispielsweise Plastik, Metall, Hygieneartikel oder Verpackungen. Diese Materialien gehören nicht in die Biotonne und erschweren die Verarbeitung des Bioabfalls erheblich. Bio- und Grünabfälle aus dem Landkreis werden bereits seit vielen Jahren in den Kompostierungsanlagen in Weinbach-Gräveneck und Beselich-Obertiefenbach zu wertvollem Kompost verarbeitet. Damit dieser natürliche Kreislauf funktioniert, ist es wichtig, dass der Bioabfall möglichst frei von Fremdstoffen ist.
Trotz verschiedener Informationskampagnen und Hinweise zur richtigen Mülltrennung hat sich die Qualität des Bioabfalls in den vergangenen Jahren jedoch nicht ausreichend verbessert. In den Kompostierungsanlagen werden weiterhin größere Mengen an nicht kompostierbaren Materialien gefunden, die aufwendig aussortiert werden müssen und zusätzliche Kosten verursachen. „Jede und jeder Einzelne mag vielleicht nur gelegentlich etwas Falsches in die Biotonne werfen. In der Summe entsteht daraus jedoch ein großes Problem“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer. „Mit der richtigen Befüllung der Biotonnen kann jede und jeder dazu beitragen, dass aus Bioabfällen wieder hochwertiger Kompost entsteht und unnötige Kosten vermieden werden.“
Auch die gesetzlichen Vorgaben wurden zuletzt verschärft: Mit der neuen Bioabfallverordnung, die seit dem 1. Mai 2025 gilt, sollen insbesondere Kunststoffe und Mikroplastik stärker aus dem Bioabfall und damit aus der Umwelt herausgehalten werden. Vor diesem Hintergrund wird der Landkreis Limburg-Weilburg die Kontrollen der zur Leerung bereitgestellten Biotonnen ab Mai verstärken. Mitarbeitende des Amts für Abfallwirtschaft werden stichprobenartig vor der Leerung einen Blick in die bereitgestellten Tonnen werfen. Ist der Inhalt korrekt getrennt, wird die Tonne wie gewohnt geleert. Werden jedoch größere Fehlwürfe festgestellt, kann das Gefäß gemäß der geltenden Abfall- und Gebührensatzung von der Leerung ausgeschlossen werden, bis die falschen Inhalte entfernt wurden.
Der Landkreis bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung bei der richtigen Mülltrennung. In die Biotonne gehören ausschließlich organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Essensreste oder Gartenabfälle. Plastiktüten, Verpackungen, Glas, Metall oder Hygieneartikel gehören nicht in die Biotonne. Ein praktischer Tipp: Küchenabfälle lassen sich gut in Zeitungspapier oder Küchenpapier einwickeln. Das nimmt Feuchtigkeit auf, reduziert Gerüche und unterstützt den Kompostierungsprozess. Auch Papierbeutel dürfen verwendet werden, Kunststoffbeutel – selbst wenn sie als „kompostierbar“ gekennzeichnet sind – gehören jedoch nicht in die Biotonne. „Unser Ziel ist es nicht, Bürgerinnen und Bürger zu bestrafen, sondern gemeinsam die Qualität des Bioabfalls zu verbessern“, betont Jörg Sauer. „Nur wenn wir sauber trennen, schützen wir Umwelt und Ressourcen.“ © Landkreis Limburg-Weilburg