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130 natürliche Erdbeben in Hessen · HED-Jahresbericht 2025 zeigt normale seismische Aktivität

Wiesbaden, 27.01.2026 – Auch wenn schwere Erdbeben in Hessen sehr selten sind, ist der Untergrund regelmäßig in Bewegung. Im Jahr 2025 registrierte der Hessische Erdbebendienst (HED) insgesamt 130 natürliche seismische Ereignisse. Das geht aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht 2025 des Hessischen Erdbebendienstes am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hervor.
Das stärkste Erdbeben des Jahres ereignete sich am 24. Oktober 2025 bei Taunusstein mit einer Lokalmagnitude von ML = 2,6. Es wurde im Taunus sowie im Stadtgebiet von Wiesbaden von mehreren hundert Personen wahrgenommen, führte jedoch zu keinen bekannten Schäden.
Neben den natürlichen Erdbeben erfasste die automatische Erdbebenerkennung des HED mehrere hundert weitere seismische Signale. Diese wurden im Rahmen der Auswertung überprüft und gefiltert, um nicht-natürliche Ereignisse wie Steinbruchsprengungen sowie Fernbeben auszuschließen. Der Jahresbericht dokumentiert die seismischen Aktivitäten in Hessen und liefert – bereits zum zehnten Mal – wertvolle Erkenntnisse über Erdbebenereignisse in Hessen.
Der räumliche Schwerpunkt der Erdbebentätigkeit lag – wie bereits in den Vorjahren - vor allem westlich von Bad Schwalbach im Taunus an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. In dieser Region wurden über 75 schwache Erdbeben mit einer Maximalmagnitude von ML = 1,6 registriert. Diese Region ist seit mehreren Jahren vermehrt mit einer großen Anzahl an schwachen Erdbeben aktiv.
Weitere Erdbeben wurden im Oberrheingraben, im Mittelrheintal, im Odenwald, im Hintertaunus, im Vogelsberg und in der niederhessischen Senke lokalisiert.
„Nach dem seismisch sehr aktiven Jahr 2024, ist die Aktivität in 2025 in Hessen im statistisch normalen Bereich anzusiedeln“ sagt Dr. Benjamin Homuth, Leiter des Hessischen Erdbebendienstes.
Im Jahr 2025 wurden in Hessen keine neuen Erdbebenmessstationen errichtet. Zwei bestehende Standorte mussten aufgegeben werden. Mit der Installation von Ersatzstandorten wird im Laufe des Jahres 2026 gerechnet.
Hintergrund
Der Hessische Erdbebendienst (HED) wird seit dem Jahr 2001 vom HLNUG betrieben. Zu seinen Aufgaben gehören Auskünfte und Erläuterungen zu Erdbeben in Hessen (geologische Zusammenhänge und Ursachen, Messung, Wahrnehmung, Schadenswirkung und Gefährdung), Auskünfte und Beratung in Fragen der Erdbebensicherheit und der Erdbebenbauvorschriften (DIN 4149 bzw. DIN EN 1998-1) sowie in Schadensfällen, in denen ein Zusammenhang mit Erdbeben besteht oder vermutet wird. Grundlegende Aufgaben sind das Messen, die Datenerfassung und die Bereitstellung von Ergebnissen zu Erdbeben in Hessen über die Webseiten des HLNUG. Die Information zu Erdbeben erfolgt immer im Nachgang, eine Vorhersage von Erdbeben ist nicht möglich.
In Hessen treten pro Jahr statistisch gesehen mehrere mäßig starke Erdbeben auf, die örtlich von der Bevölkerung wahrgenommen werden können. Im Durchschnitt ist 1-mal pro Jahr ein Erdbeben mit einer Magnitude von 3,0 bis 3,9 zu verzeichnen (bzw. 5-10-mal pro Jahr für eine Magnitude von 2,0 bis 2,9). Etwa einmal in zehn bis zwanzig Jahren ist in Hessen mit einem mittelstarken Beben zu rechnen, das zu Gebäudeschäden und Betriebsstörungen führen kann. Mit schweren Erdbeben ist in Hessen kaum zu rechnen. Dort, wo schwache Beben auftreten, kann auch auf das potenzielle Auftreten stärkerer Ereignisse geschlossen werden. Schwache Beben sind sehr viel häufiger und lassen deshalb besonders gefährdete Gebiete erkennen.
Weitere Informationen:
Jahresbericht 2025: hlnug.de/fileadmin/dokumente/geologie/erdbeben/2026-01-16_Jahresbericht_Webseite_Hessischer_Erdbebendienst_2025.pdf
Erdbeben in Hessen: hlnug.de/themen/geologie/erdbeben
Aktuelle Ereignisse: hlnug.de/messwerte/datenportal
© Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie