. Mehr Beschäftigte wohnen und arbeiten im Kreisgebiet oder pendeln ein . Dennoch: Fast jeder zweite Arbeitnehmer aus Limburg-Weilburg pendelt über die Kreisgrenze aus . Rhein-Main-Gebiet bleibt beliebteste Auspendlerregion
Der Kreis Limburg-Weilburg ist nach wie vor eine klassische Auspendlerregion - dennoch wird der Landkreis als Wohn- und gleichzeitige Beschäftigungsregion beliebter. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Limburger Arbeitsagentur hervor. Demnach fanden am 30. Juni letzten Jahres 52.936 der 68.223 im Kreisgebiet wohnenden Arbeitnehmern ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Wohnortes. Das waren 103 mehr, als im Jahr zuvor. 30.909 Arbeitnehmer pendelten sogar über die Kreisgrenzen hinaus zu ihren Arbeitsstätten - 23 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einer Auspendlerquote von 45,3 Prozent - mit anderen Worten: Nahezu jeder Zweite pendelt aus. "Für die hohe Auspendlerbereitschaft im Kreis Limburg-Weilburg gibt es mehrere Ursachen", erklärt Jessica Crone, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar: So sei das Rhein-Main-Gebiet mit seinem großen Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten und meist sehr gut bezahlten Arbeitsplätzen schnell und gut erreichbar. Zudem habe das Pendeln in der Region eine lange Tradition. "Für die meisten Arbeitnehmer ist es kein Thema, auszupendeln. Sie kennen das von ihren Freunden, Verwandten und Bekannten." Aber auch die vergleichsweise geringe Fläche des Landkreises habe Einfluss auf den hohen Pendleranteil, sagt Crone: "Ein Großteil unserer Gemeinden grenzt an benachbarte Landkreise, so dass es häufig nur ein kleiner Schritt ist, um Auspendler zu sein." Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs sei es bedauerlich, dass sehr viele Fachkräfte und Akademiker zwar hier leben und wohnen, knapp die Hälfte von ihnen ihre Arbeitskraft jedoch andernorts einsetzen. "Andererseits haben wir damit aber ein Potenzial in der Region, um das uns andere Landkreise beneiden und dass es mit klugen Ideen für die heimischen Unternehmen zu heben gilt." Dass dies offensichtlich zunehmend besser gelingt, zeigen die aktuellen Zahlen: Gestiegen ist demnach im dritten Jahr in Folge die Zahl derer, die im Kreisgebiet wohnen und auch hier arbeiten. Der Anstieg um 55 auf 37.327 Beschäftigte mit Wohn- und Arbeitsort in Limburg-Weilburg bei gleichzeitig erneut leichtem Rückgang der Auspendlerzahl ist laut Crone ein deutliches Indiz für einen hohen Wohnwert in der Region.
Die meisten zieht es nach Frankfurt
Beliebtestes Auspendlerziel ist nach wie vor die Stadt Frankfurt. Hier finden 6.826 Arbeitnehmer aus dem Kreis Limburg-Weilburg ihren Arbeitsplatz. Danach folgen der Lahn-Dill-Kreis (2.926) und der Westerwaldkreis (2.552).
Mehr Einpendler finden den Weg nach Limburg-Weilburg Gestiegen ist im letzten Jahr erneut die Zahl der Einpendler: 20.323 Arbeitnehmer, die nicht im Kreis Limburg-Weilburg wohnen, pendeln hierher zur Arbeit ein. Dies entspricht 35,3 Prozent der 57.650 im Kreis beschäftigten sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Damit stieg die Zahl der Einpendler innerhalb eines Jahres um 33 Personen. Dies zeige, dass die Region nicht nur als Wohn-, sondern auch als Beschäftigungsort an Attraktivität gewinne, berichtet die Arbeitsagentur weiter. Die meisten Einpendler kommen aus dem Rhein-Lahn-Kreis (5.013) und dem Westerwaldkreis (4.619). 2.185 Arbeitskräfte mit Wohnsitz im Lahn-Dill-Kreis arbeiten im Landkreis Limburg-Weilburg. Der Saldo von Aus- und Einpendlern beläuft sich auf -10.586 (Pendlersaldo).
Blick in die Kommunen
Legt man den Fokus auf die Stadt- und Gemeindegrenzen, weisen nur Limburg und Weilburg positive Pendlersalden aus. In allen anderen Kreisgemeinden überwiegt die Zahl der Auspendler. Die höchsten Auspendlerquoten verbuchen Elbtal (92,6), Weinbach (92,1 Prozent) und Selters (91,4 Prozent). Die Gründe für die hohe Auspendelbereitschaft sind Angaben Crone, unterschiedlich: "Hier spielen neben der Gewerbedichte auch das angebotene Berufsspektrum, Gemeindegrößen, deren Lage und Verkehrsanbindungen, die Wohnqualität, das Lohngefüge, die Infrastruktur eine entscheidende Rolle." Die Agenturchefin warnt davor, von einer hohen Auspendlerquote auf die Wirtschaftskraft einer Gemeinde zu schließen. Für eine qualitative Beurteilung müssten auch die Einpendlerquote, die Zahl der an ihrem Wohnort Beschäftigten sowie weitere Kriterien herangezogen werden.
Hintergrundinformation
Die Daten der Ein- und Auspendler für den Kreis Limburg-Weilburg stehen aktuell zum Stichtag 30.06.25 zur Verfügung. Insgesamt waren zu diesem Stichtag im Landkreise Limburg-Weilburg 57.650 Arbeitnehmende sozialversicherungspflichtig beschäftigt - 66 mehr als ein Jahr zuvor (+0,1 Prozent). © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar