POSECK ÜBERGIBT FÖRDERBESCHEID ÜBER 200.000 EURO AN LANDESVERBAND DER JÜDISCHEN GEMEINDEN IN HESSEN
Roman Poseck: „Mit dem Projekt Shomer Shalom setzen wir ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und stärken gezielt die Kompetenz unserer Polizisten im Umgang mit Betroffenen.“
Wiesbaden. Innenminister Roman Poseck hat heute im Rahmen einer Auftaktveranstaltung einen Förderbescheid in Höhe von 200.000 Euro an den Vorsitzenden des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, übergeben. Die Förderung stammt aus dem Landesprogramm “Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus” und ermöglicht die Umsetzung des Projekts “Shomer Shalom: Trainerinnen und Trainer für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus”.
Innenminister Roman Poseck betonte: “Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Seit dem 7. Oktober 2023 verzeichnen wir leider auch in Hessen einen massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle. Das ist ein unerträglicher Zustand, dem wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegentreten.
Die Hessische Landesregierung bekennt sich klar zur Sicherheit und zum Schutz jüdischen Lebens in unserem Land. Dieser Schutz beginnt nicht erst bei baulichen Sicherungsmaßnahmen an jüdischen Einrichtungen. Er beginnt bei den Menschen, die tagtäglich für unsere Sicherheit sorgen. Unsere Polizisten sind oft die ersten Ansprechpartner für Betroffene antisemitischer Vorfälle. Es ist deshalb unser gemeinsamer Auftrag, sie mit dem notwendigen Wissen und den notwendigen Kompetenzen auszustatten, um sensibel, kompetent und unterstützend handeln zu können.
Genau hier setzt das Projekt Shomer Shalom an. Innerhalb der Hessischen Polizei wird ein dauerhaftes Netzwerk qualifizierter Trainer aufgebaut, die das Thema Antisemitismusprävention strukturell in den Präsidien verankern. Diese Multiplikatoren werden nicht nur selbst fortgebildet, sie werden ihr Wissen weitergeben, Kollegen schulen und Partnerschaften mit jüdischen Gemeinden und Institutionen vor Ort aufbauen. Das ist nachhaltige Präventionsarbeit, die weit über eine einzelne Fortbildungsmaßnahme hinausgeht.
Ich freue mich sehr, dass wir dieses wichtige Projekt gemeinsam mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen umsetzen können. Der heutige Förderbescheid über 200.000 Euro für die Jahre 2026 und 2027 ist ein starkes Signal. Es ist ein Signal des Landes Hessen, dass wir jüdisches Leben in unserem Land nicht nur schützen, sondern sichtbar machen und stärken wollen. Jüdisches Leben ist eine große Bereicherung für unsere Gesellschaft. Es ist unser aller Verpflichtung, einen Rahmen zu schaffen und zu sichern, in dem sich dieses entfalten kann.“
Innerpolizeilicher Kompetenzaufbau als zentrales Ziel
Das auf zwei Jahre angelegte Projekt zielt darauf ab, innerhalb der Hessischen Polizei ein dauerhaftes Netzwerk qualifizierter Ansprechpartner im Bereich der Antisemitismusprävention zu etablieren. Polizisten aus den hessischen Prasidien bilden sich neben ihren alltäglichen Dienstgeschäften zu Multiplikatoren aus. Die Fortbildung umfasst strukturierte Module zu Grundlagen jüdischen Lebens in Deutschland mit Schwerpunkt Hessen, Israelkenntnis sowie muslimische Perspektiven. Das Konzept wird gemeinsam mit der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, insbesondere der Koordinierungsstelle Vielfalt und politische Bildung, entwickelt und umgesetzt.
Förderung im Rahmen des Landesprogramms
Das Projekt wird im Rahmen der dritten Förderperiode von 2025 bis 2029 des Landesprogramms “Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus” gefördert, das dem Kampf gegen Antisemitismus eine eigene Fördersäule widmet. Derzeit werden im Rahmen des Landesprogramms rund 100 Projekte unterstützt. Träger des Projekts Shomer Shalom ist der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen.
Das Land Hessen setzt seit Jahren auf einen umfassenden Ansatz im Kampf gegen Antisemitismus. Neben Präventions- und Bildungsprojekten stellt das Land seit 2021 jährlich 4 Millionen Euro für den Schutz jüdischer Einrichtungen bereit. Gefördert werden zudem eine landesweite Meldestelle, die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen, eine psychosoziale Beratungsstelle für Betroffene, OFEK Hessen sowie antisemitismuskritische Bildungsarbeit an Schulen, Hochschulen und in der Zivilgesellschaft. © HMdIS