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Limburg: IKKG eröffnet Ausstellungssaison in den Kunstsammlungen

Limburg: IKKG eröffnet Ausstellungssaison in den Kunstsammlungen
Mit der Ausstellung „Situationen 2.0“ eröffnet das IKKG – Institut für künstlerische Keramik und Glas – am Freitag, 6. März, um 18 Uhr die neue Ausstellungssaison in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg im Historischen Rathaus.Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler, die einen facettenreichen Einblick in zeitgenössische künstlerische Positionen zwischen Materialforschung und gesellschaftlicher Reflexion geben.
Bis Sonntag, 12. April, sind die Arbeiten kostenfrei in den Kunstsammlungen zu sehen.
Das Spektrum reicht von Keramik- und Glasarbeiten über Malerei und Fotografie bis hin zu raumgreifenden Installationen. Unterschiedliche künstlerische Handschriften treten in einen Dialog und verhandeln ästhetische, materielle und gesellschaftliche Fragestellungen der Gegenwart.
Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Barbara Weyandt. Sie unterrichtet seit 2008 an der Universität Koblenz sowie seit 2011 am IKKG Kunstgeschichte und Kunsttheorie mit dem Schwerpunkt Moderne und zeitgenössische Kunst. Im Gespräch gibt sie Einblicke in Konzeption, Materialität und Bildungsauftrag der Ausstellung.
Was ist die Faszination an der Arbeit mit Glas bzw. Keramik?
Dr. Barbara Weyandt: In aller Kürze kann man es vielleicht so zusammenfassen: Ton und Glas gehören zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit überhaupt und verfügen bereits dadurch über eine besondere Aura. Beides sind Werkstoffe mit vielfältigen Facetten.
Das Material Ton etwa steht für Erdverbundenheit. Es besticht durch seine besondere „Fügsamkeit“ im Bearbeitungsprozess. Bereits im Paläolithikum haben Menschen vor über 25.000 Jahren Figuren aus Ton geformt.
Glas wiederum trägt durch seine Fragilität und Transparenz die Komponenten der Vergänglichkeit und der Schönheit in sich.
Beide Materialien laden aufgrund ihrer Vielseitigkeit zu künstlerischen Experimenten ein.
Wie sind die Ideen zu den ausgestellten Arbeiten entstanden und wie wurde die Auswahl getroffen?
Dr. Barbara Weyandt: Es gibt im Vorfeld keine thematischen Vorgaben. Die ausgewählten Werke sind im Ausbildungsverlauf entstanden. Die Auswahl der Werke erfolgt nach ihrer Qualität bzw. nach dem Aspekt der Ausstellungsreife.
Wie profitieren die Studierenden von der Kooperation mit den Kunstsammlungen der Stadt Limburg? Welchen Einfluss hat die Kooperation auf Ihre Arbeit mit den Studierenden?
Dr. Barbara Weyandt: Es geht darum, dass die jungen Künstler als „Auszubildende“ praktische Erfahrungen sammeln. Bei jeder Ausstellung geht es um Erfahrungszugewinn, was Ausstellungsplanung und Routinen betrifft, auch in Limburg. Die Kunstsammlungen Limburg mit ihrem historischen Baubestand sind ausstellungstechnisch ein herausfordernder Ort und daher spannend für uns.
Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders viel Freude und wie hat sich in den letzten Jahren verändert?
Dr. Barbara Weyandt: Die Beschäftigung mit Kunst im Allgemeinen empfinde ich als horizonterweiternd. Wer sich mit zeitgenössischer Kunst auseinandersetzt, bewegt sich nah am Puls der Zeit und am gesellschaftlichen Klima.
Das IKKG versteht sich auch als eine Art Labor. Seit einigen Jahren erleben wir eine enorme Diversifizierung in der Kunst. Durch die Offenheit für technische Innovationen und Errungenschaften wie den 3D-Druck entstehen neue künstlerische Möglichkeitsräume.
In der Lehre kommt die Lust am Vermitteln von Inhalten und die Freude am inspirierenden Austausch mit angehenden Künstlerinnen und Künstlern hinzu. Sie beinhaltet, Entwicklungsabschnitte ganz unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten zu begleiten und Impulse geben zu können. Die Bedeutung der Hochschullehre im Hinblick auf die „Menschenbildung“ scheint wichtiger denn je, weil es in der Lehre auch um das Erarbeiten und Verinnerlichen von Vergleichskriterien geht, die für die Entscheidungsfähigkeit notwendig sind. Das ist für jede freiheitliche Gesellschaft relevant.
Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Veranstalter sind der Magistrat der Kreisstadt Limburg sowie der Förderkreis Bildende Kunst Limburg. Bitte beachten: Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei.

© Stadt Limburg/UPD