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Kriegsende in Amrum – Literatur im Gespräch

Der Literaturgesprächskreis trifft sich am Dienstag, den 26. Mai 2025 ab 19.30 Uhr bei Jürgen Schühler, Dirichsstraße 24 in Niederbrechen zum Austausch über Theodor Storms Werk „Pole Poppenspäler“.

Die Novelle von Theodor Storm, veröffentlicht 1874, ist in Rahmen- und Binnenhandlung gegliedert und wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Rahmenhandlung spielt in Husum, wo der Erzähler als Schuljunge Unterricht beim Kunstdrechsler Paul Paulsen erhält. Paulsen ist ein angesehener Bürger, dessen Spitzname „Pole Poppenspäler“ zunächst für den Erzähler unverständlich ist. Bei einem Besuch zum Hochzeitstag von Paulsen und seiner Frau Lisei erkundigt sich der Erzähler nach der Herkunft des Namens, woraufhin Paulsen seine Lebensgeschichte erzählt.

Als kleiner Junge erlebt Paul Paulsen die Ankunft der Puppenspielerfamilie Tendler in seinem Dorf. Er freundet sich mit der Tochter Lisei an, die etwa gleich alt ist. Paul ist fasziniert von den Marionetten, insbesondere vom Kasperl, und beschädigt versehentlich die Mechanik einer Puppe. Trotz anfänglicher Missverständnisse entsteht eine enge Freundschaft zwischen Paul und Lisei. Die Familie der Puppenspieler zieht jedoch bald weiter, sodass die Kinder getrennt werden.

Zwölf Jahre später arbeitet Paul nach seiner Lehre bei einer verwitweten Meisterin in Mitteldeutschland. Zufällig trifft er Lisei wieder, und die beiden verlieben sich. Gegen gesellschaftliche Konventionen heiraten sie schließlich und gründen eine Familie. Die Novelle endet mit der Feier des Hochzeitstages von Paul und Lisei, wodurch die Rahmenhandlung wieder aufgenommen und abgeschlossen wird.

Der Spitzname „Pole Poppenspäler“ beschreibt Paul Paulsens Faszination und Geschick im Umgang mit Puppen. Obwohl er zunächst verärgert über die Bezeichnung ist, erkennt er später, dass der Name das Beste in seinem Leben widerspiegelt – seine Leidenschaft für das Puppenspiel und die prägenden Erlebnisse seiner Kindheit.
Die Novelle behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, gesellschaftliche Konventionen und die Kindheitsprägung durch Kunst und Spiel, eingebettet in Storms typische Rahmenerzählung und Naturmetaphorik.

Die Teilnehmer des Literaturgesprächskreises treffen sich ca. alle sechs bis sieben Wochen, um sich über das gelesene Werk auszutauschen, die Vorschläge stammen aus dem Kreis der Teilnehmer. Jeder, der für Literatur aufgeschlossen ist, ist als Bereicherung stets willkommen. Allen Interessierten steht die Bücherei Niederbrechen am Sonntag von 9.30 bis 12.00 Uhr, am Mittwoch von 18.30 bis 20.00 Uhr und am Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr offen.

Von Jürgen Schühler