LIMBURG-WEILBURG. Wie sichern wir den Fachkräftebedarf in unseren Kitas? Wie sieht eine auskömmliche Finanzierung aus, die Kommunen und Träger nicht überlastet? Und welche Rahmenbedingungen brauchen Erzieherinnen und Erzieher für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit? Diese zentralen Fragen standen im Mittelpunkt des „Kita-Gesprächs“ in Runkel, zu dem der heimische SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende Tobias Eckert hochkarätigen Besuch aus Wiesbaden begrüßen durfte. Auf Einladung von Tobias Eckert diskutierte die hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, mit zahlreichen Fachkräften, Kita-Leitungen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern über die aktuelle Situation der frühkindlichen Bildung im Landkreis Limburg-Weilburg.
Ein starkes Signal für die Praxis
Das Dialogangebot stieß auf enorme Resonanz: Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den Kindergärten des Landkreises nutzten die Gelegenheit, um direkt mit der Ministerin und Tobias Eckert in den Austausch zu treten. Dabei wurde deutlich, dass die Herausforderungen vor Ort – insbesondere der Fachkräftemangel und die steigenden Betriebskosten – einen engen Schulterschluss zwischen Land und Kommunen erfordern.
Ministerin Heike Hofmann betonte in der Diskussion die Bedeutung einer soliden Ausstattung der Einrichtungen und erläuterte die aktuellen Strategien der Landesregierung zur Fachkräftesicherung. Dabei ging es nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um die Wertschätzung der Arbeit, die täglich in den Kitas geleistet wird. Die Landesregierung verfolge im Bereich der frühkindlichen Bildung die Strategie der drei B: Bildung, Betreuung, Bauen. Nachdem den beiden ersten B mit einem Bündel erster Maßnahmen im Rahmen des Kita-Pakets und durch die Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendgesetzbuches (HKJGB) bereits Rechnung getragen wurde, rücke nun das Bauen in den Fokus: Mit einem speziellen Darlehens-Sonderprogramm mit einem Umfang von 100 Millionen Euro ermögliche das Land Kommunen und freien Trägern jetzt zinsgünstig Gelder für den Ausbau oder Erhalt von Einrichtungen in Anspruch nehmen zu können – auch weil zeitnah keine weiteren Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden, so Ministerin Hofmann. Hinzu komme, dass diese mit Mitteln aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes kombiniert werden können.
„Wir als Hessische Landesregierung haben den Kommunen mit 4,7 Milliarden Euro so viel Geld aus dem Sondervermögen unmittelbar zur Verfügung gestellt wie kaum ein anderes Bundesland. Wir haben dabei bewusst keine Vorgaben zur Verwendung etwa im Bereich der frühkindlichen Bildung gemacht. Durch die Möglichkeit, ein zinsvergünstigtes Darlehen mit den Bundesmitteln zusammen nutzen zu können, werden Investitionen in Kita-Neubauten oder -Sanierungen nun besonders attraktiv. Die Kommunen haben damit die Freiheit, die Mittel dort einzusetzen, wo sie vor Ort am dringendsten benötigt werden“, führte Sozialministerin Heike Hofmann aus.
Neues Format: Tobias Eckert verspricht Kontinuität
Ein besonderes Highlight des Abends war für die Anwesenden das Versprechen von Tobias Eckert, den direkten Draht zwischen der Praxis im Landkreis und der Landespolitik dauerhaft zu institutionalisieren: „Die Resonanz heute zeigt, wie groß der Redebedarf und wie wertvoll der fachliche Austausch ist. Deshalb biete ich an, dieses Format mit den Expertinnen und Experten aus der frühkindlichen Bildung künftig jährlich im Landkreis Limburg-Weilburg durchzuführen“, so Eckert. Ziel sei es, die Anliegen aus den Einrichtungen vor Ort ungefiltert in die politische Arbeit nach Wiesbaden mitzunehmen und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für die Finanzierung und Personalausstattung zu arbeiten.
Fokus auf den Landkreis
Tobias Eckert erhofft sich von der Fortführung des Dialogs auch eine bessere Vernetzung von Kommunen, Trägern und den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. „Die SPD im Hessischen Landtag möchte nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden, sondern mit ihnen gemeinsam die Kita-Landschaft zukunftsfest machen“, resümierte Eckert den Abend. © Tobias Eckert (MdL)