Regierungspräsidium Gießen bittet Spaziergänger und Hundehalter um Rücksicht – Kräftezehrender Flug in den Norden
Gießen/Mittelhessen. Der Frühling naht. Neben der Sonne, die immer öfter hinter den Wolken hervorlugt, sind die Kraniche ein untrügliches Zeichen dafür. In Hessen wurden bereits die ersten Tiere gesichtet. Die Zugvögel – neben Kranichen auch Kiebitze, Störche oder Gänse – sind wegen der milden Temperaturen schon frühzeitig auf dem Weg in ihre angestammten Brutgebiete im Norden. Eine Hauptzugroute verläuft über Mittelhessen, wo sie häufig eine Rast einlegen.
Besonders beliebt sind bei den Tieren die Auen von Lahn, Wieseck, Ohm, Wetter und Horloff, die zum Teil als EU-Vogelschutzgebiete unter Naturschutz stehen. Doch egal, ob dort oder woanders: Das Regierungspräsidium Gießen bittet diejenigen, die mit oder ohne Hund spazieren gehen, um besondere Rücksicht, damit sich die rastenden Tiere ungestört auf den kräftezehrenden Weiterflug vorbereiten können.
Abstand halten ist dabei das A und O. Hunde gehören auf jeden Fall an die Leine – auch auf abgelegenen Wegen, damit sie die rastenden Vogelscharen nicht aufscheuchen und zum vorzeitigen Weiterflug zwingen. Besonders viel Kraft brauchen die Tiere, um die vielen Kilometer vom Süden in den Norden zurückzulegen. Daher gilt grundsätzlich: Weder Menschen noch Tiere sollten sich den Vögeln nähern, da dies eine panische und kraftraubende Flucht auslösen kann.
Mit dem nahen Frühjahr beginnt auch die Brut- und Aufzuchtzeit vieler heimischer Vogelarten, die nach ihrem Zug aus dem Süden bei uns in Mittelhessen bleiben oder auch im Winter bei uns sind. Vor allem sogenannte Wiesenbrüter benötigen besonderen Schutz. Arten wie das Braunkehlchen, der Kiebitz und das Rebhuhn (Vogel des Jahres 2026) haben in den vergangenen Jahren teils erhebliche Bestandsrückgänge erlitten.
Im Gegensatz zu Baum- oder Höhlenbrütern legen diese Vögel ihre Nester direkt am Boden an – gut versteckt in Wiesen, im Schilf oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Gerade dort sind sie vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Störungen durch Freizeitaktivitäten, landwirtschaftliche Arbeiten oder freilaufende Hunde können dazu führen, dass Gelege zerstört oder Jungvögel aufgegeben werden. Um die empfindliche Brut- und Setzzeit zu schützen, lautet der dringende Appell vor allem: Bitte auf den Wegen bleiben und in der Zeit von März bis Mitte Juli Hunde in der freien Natur an die Leine nehmen.
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