Feuerwehrleistungsübungen auf Bezirksebene in Kirchhain – Auch Mannschaften aus Marburg-Cappel und Brechen-Werschau qualifizieren sich für Landesentscheid
Gießen/Kirchhain. Der Vorjahressieger hat sich erneut den Siegerpokal geschnappt: Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Ebsdorfergrund-Dreihausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf) hat am Samstag den Bezirksentscheid der Feuerwehrleistungsübungen gewonnen. Auf Platz zwei kam das Team aus Marburg-Cappel (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und auf Platz drei Brechen-Werschau (Landkreis Limburg-Weilburg). „Ich wünsche euch schon mal viel Erfolg für den Landesentscheid“, sagte Branddirektor Dr. Sven Holland vom Regierungspräsidium Gießen, das den Wettbewerb mit tatkräftiger Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain und den Schiedsrichtern aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen veranstaltete. Auf den Plätzen vier bis sieben landeten Kirchhain-Stausebach (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Reiskirchen-Ettingshausen (Landkreis Gießen), Gießen-Mitte (Landkreis Gießen) und Grebenhain-Nösberts-Weidmoos (Vogelsbergkreis).
„Macht weiter so und motiviert andere, damit sie Gefallen finden an den Feuerwehrleistungsübungen.“ Diese Worte gab Dr. Sven Holland allen sieben Mannschaften aus vier mittelhessischen Landkreisen mit auf den Weg. Ja, das sei eine Zusatzaufgabe, aber eine gute und wichtige Übung. Auch RP-Abteilungsleiterin Claudia Coburger-Becker zollte den Teams Respekt. „Sie verbringen schon viel Freizeit bei der Feuerwehr und investieren darüber hinaus viel Zeit in diesen Wettkampf. Sie haben alle eine gute Leistung gezeigt. Das Ergebnis ist denkbar knapp“, sagte Claudia Coburger-Becker, bevor sie die Ergebnisse bekanntgab. Landrat Jens Womelsdorf und Kirchhains Bürgermeister Olaf Dahlmann hielten ebenfalls kurze Grußworte und würdigten die Leistungen. Die Pokale für die drei besten Teams hatten das Regierungspräsidium Gießen, der Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf und der Bürgermeister der Stadt Kirchhain gestiftet.
Bevor es so richtig spannend wurde und die Platzierungen verkündet wurden, hatten die sieben Mannschaften ihr Können nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie gezeigt. Im theoretischen Teil galt es, in zehn Minuten 15 Fachfragen aus allen Themengebieten der Feuerwehr zu beantworten. Zum Beispiel: Welche Feuerwehrdienstvorschrift regelt unter anderem die Vorgehensweise bei Gefahren durch Kampfstoffe? Oder: Welcher Sicherheitsabstand ist zu spannungsführenden Anlagen bis 1.000 Volt mindestens einzuhalten? Für diesen Teil zeichneten Melanie Lochnit, Wolfgang Cloos und Timo Bienko (alle RP Gießen) verantwortlich.
Im praktischen Teil traten die Einsatzkräfte als sechsköpfige Staffel oder als neunköpfige Gruppe an. Angenommen wurde, dass es im Lagerbereich eines Industrieunternehmens beim Verladen von Gefahrstoffen zu einem Unfall mit einem Gabelstapler gekommen ist. Dabei trat Gefahrstoff aus, der ätzend und brennbar, aber mit Wasser löschbar ist, so die Info für die Einsatzkräfte. Der Gabelstaplerfahrer lag bewusstlos am Boden. Kurz darauf begann es zu brennen – all das geschah natürlich nicht in echt. Die Feuerwehren mussten innerhalb weniger Minuten zunächst das Feuer löschen, eine Gasflasche kühlen – beides dargestellt durch Fallklappen – und dann die Person – eine Übungspuppe – retten und dekontaminieren. Im Anschluss mussten noch Knoten und Stiche gebunden werden. Die Schiedsrichter, jeweils zwei aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen, schauten dabei genau, ob alle Handgriffe sitzen, hörten, ob die Funksprüche korrekt sind und stoppten die Zeit. Nach jeder Übung gab es ein Feedback für die Feuerwehren.
Für die drei besten Teams heißt es jetzt: Weiter trainieren für den Landesentscheid. Der wird am 30. August in der Stadt Rotenburg an der Fulda ausgetragen.
© RP-Gießen