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Sicher in die Ferien: Hessische Polizei verstärkt Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch

Roman Poseck: „Unser Ziel ist es, die Fallzahlen des Wohnungseinbruchdiebstahls wieder nachhaltig zu senken und in die gute Entwicklung der vergangenen Jahre zurückzukehren.“
Wiesbaden. Viele Menschen in Hessen nutzen die bevorstehenden Sommerferien für Reisen und Erholung. Einbrecher sehen darin häufig eine günstige Tatgelegenheit. Um Wohnungseinbrüche zu verhindern und die Bevölkerung für wirksame Schutzmaßnahmen zu sensibilisieren, startet die hessische Polizei am Montag, 29. Juni, ihre diesjährige Sommerkampagne gegen Wohnungseinbruchdiebstahl, die vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordiniert wird.
Die Sommerkampagne 2026 ist ein wesentlicher Bestandteil der hessischen Gesamtstrategie „Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch“. Mit landesweiten Aktionstagen, Aktionswochen, zielgruppengerechten Präventionsangeboten sowie einer intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verfolgt die hessische Polizei einen ganzheitlichen Ansatz aus Prävention, Repression und moderner Technik zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls.
Innenminister Roman Poseck betonte: „Mit der Aktionswoche füllen wir unsere Kampagne ‚Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch‘ landesweit mit Leben. Wohnungseinbrüche treffen die Menschen dort, wo sie sich am sichersten fühlen sollten, nämlich in den eigenen vier Wänden. Deshalb nehmen wir den Anstieg der Fallzahlen im letzten Jahr sehr ernst. Mittelfristig zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik zwar eine erfreuliche Entwicklung, denn zwischen 2015 und 2025 sind die Wohnungseinbruchdiebstähle in Hessen um rund 42 Prozent zurückgegangen. Der Anstieg um 910 auf 6.777 Fälle im vergangenen Jahr ist für mich jedoch ein klarer Handlungsauftrag. Diesem Trend treten wir konsequent entgegen.
Deshalb haben wir bereits im April die landesweite Kampagne ‚Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch‘ gestartet. Diese setzt auf eine Kombination aus Prävention, Repression und moderner Technik. Unser Ziel ist es, die Fallzahlen wieder nachhaltig zu senken und in die gute Entwicklung der vergangenen Jahre zurückzukehren. So können wir die Sicherheit der Bürger in Hessen weiter stärken. Gleichzeitig setzen wir auf lückenlose Aufklärung und konsequente Strafverfolgung, um Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Sicherheit in Hessen ist eine Daueraufgabe. Und die Bürger können sich auf die Polizei Hessen verlassen.“
Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts, sagte: „Ein Wohnungseinbruch bedeutet für die Betroffenen weit mehr als einen finanziellen Schaden. Täter dringen in den persönlichsten Lebensbereich der Menschen ein und hinterlassen oftmals ein Gefühl der Verunsicherung. Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls hat für die hessische Polizei weiterhin eine hohe Bedeutung. Mit unserer Sommerkampagne wollen wir die Menschen in Hessen für das Thema sensibilisieren und sie dabei unterstützen, ihr Zuhause wirksam vor Einbrechern zu schützen. Während der Sommerferien bieten sich Einbrechern günstige Tatgelegenheiten. Die urlaubsbedingte Abwesenheit von vielen Bürgerinnen und Bürger wird durch diese gezielt ausgenutzt. Neben in diesem Zeitraum überwiegend regional agierenden Einzeltätern stehen auch überregional und international agierende Tätergruppierungen im Fokus der gebündelten polizeilichen Maßnahmen.“
Während der Sommerkampagne werden die sieben hessischen Polizeipräsidien und das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) ihre Maßnahmen landesweit intensivieren. Geplant sind unter anderem zusätzliche Kontrollen auf Bundesautobahnen und überregionalen Reisewegen, Fahndungsmaßnahmen gegen örtliche und reisende Tätergruppierungen sowie verstärkte Prävention- und Ermittlungsmaßnahmen in von Einbrüchen belasteten Regionen. Darüber hinaus werden Hotels, Ferienunterkünfte, An- und Verkaufsgeschäfte sowie weitere relevante Objekte lageabhängig in die polizeilichen Maßnahmen einbezogen und kontrolliert. Neben Maßnahmen vor Ort rückt die Polizei auch Online-Marktplätze in den Fokus und sucht gezielt nach möglichem Diebesgut, um Täter zu identifizieren und Straftaten aufzuklären.
Unterstützt werden die Einsatzmaßnahmen durch moderne Analyse- und Geoinformationssysteme. Polizeibeamtinnen und -beamte können über spezielle Anwendungen aktuelle Erkenntnisse zu Wohnungseinbruchsdiebstählen sowie vorausgewertete verdächtige Wahrnehmungen abrufen und für lageangepasste Maßnahmen nutzen. Die kontinuierlich weiterentwickelten Anwendungen unterstützen insbesondere die Analyse von Tatserien, die Identifizierung von Schwerpunkträumen sowie die gezielte Steuerung polizeilicher Maßnahmen.
Parallel dazu informieren die Fachberaterinnen und Fachberater der kriminalpolizeilichen Prävention Bürgerinnen und Bürger hessenweit über Möglichkeiten zum Schutz vor Wohnungseinbruchsdiebstahl. Geplant sind unter anderem Informationsstände, Bürgergespräche, Präventionsstreifen in Wohngebieten, bei denen die Kolleginnen und Kollegen vor Ort Hinweise geben und auch weiterhin das Angebot kostenfrei Termine mit, individuellen Beratungen zum Einbruchschutz zu vereinbaren.
Flankiert wird die Sommerkampagne durch eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Über Pressemitteilungen sowie Beiträge auf den Social-Media-Kanälen der hessischen Polizei werden Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Entwicklungen im Deliktsfeld Wohnungseinbruchsdiebstahl informiert und für wirksame Schutzmaßnahmen sensibilisiert.
Informationen zu den Angeboten der hessischen Polizei im Rahmen der Sommerkampagne 2026 sowie zu den Beratungsangeboten der kriminalpolizeilichen Prävention finden Interessierte auf den Internetseiten der hessischen Polizei sowie bei den Polizeipräsidien vor Ort.
Im Jahr 2025 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Hessen insgesamt 6.777 Fälle des Wohnungseinbruchsdiebstahls erfasst. Gegenüber dem Vorjahr (2024: 5.867 Fälle) entspricht dies einem Anstieg um 910 Fälle beziehungsweise 15,5 Prozent. Von den im Jahr 2025 registrierten Fällen verblieben 2.894 Taten und damit 42,7 Prozent im Versuchsstadium. Insgesamt hat sich die Anzahl der erfassten Wohnungseinbrüche im Zehn-Jahres-Vergleich in Hessen beinahe halbiert (2015: 11.595 erfasste Fälle). © HMdIS