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Roman Poseck: „Resilienz und Vorbereitung sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Nur durch Vorsorge können wir unsere Gesellschaft und unsere Einsatzkräfte für mögliche Krisen in der Zukunft stärken.“

Roman Poseck: „Resilienz und Vorbereitung sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Nur durch Vorsorge können wir unsere Gesellschaft und unsere Einsatzkräfte für mögliche Krisen in der Zukunft stärken.“

Wiesbaden/Idstein. Innenminister Roman Poseck hat heute bei der Eröffnung des TENuK-Symposiums in seinem Grußwort herausgestellt, wie wichtig Vorbereitung und Resilienz für die Gesellschaft sind. Angesichts der sich verschärfenden geopolitischen, klimatischen und digitalen Herausforderungen ist es entscheidend, dass wir die Strukturen für den Zivil- und Katastrophenschutz kontinuierlich stärken und modernisieren. Das TENuk-Symposium in Idstein dient dabei als wichtige Plattform, um den Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik zu fördern.

Innenminister Roman Poseck betonte „Das TENuK-Symposium ist eine der wichtigsten Plattformen für die Vernetzung und den Austausch zwischen allen Akteuren der taktischen Einsatz-, Notfall- und Katastrophenmedizin. Hier treffen sich Verantwortungsträger, um gemeinsam an der Zukunft der Gefahrenabwehr zu arbeiten. Gerade in einer Zeit, in der die Anforderungen an unsere Einsatzkräfte stetig steigen, ist ein solches Symposium unverzichtbar. Nur durch den direkten Dialog und die gemeinsame Reflexion können wir sicherstellen, dass unsere Konzepte und Ausbildungsinhalte den realen Herausforderungen entsprechen.

Besonders wertvoll ist dabei der Fokus auf praxisnahe Ausbildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Symposium in Idstein zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Ob in Workshops zu neuen Ausbildungsmethoden, in Diskussionen über digitale Gefahrenabwehr oder in der Vorstellung innovativer Einsatzkonzepte – hier wird sichtbar, wie wir die Handlungsfähigkeit unserer Einsatzkräfte kontinuierlich verbessern können.
Das Symposium ist ein Ort, an dem Wissen geteilt, Netzwerke gestärkt und neue Ideen entwickelt werden. Dass wir heute hier zusammenkommen, um uns auszutauschen und voneinander zu lernen, ist ein Zeichen für die gemeinsame Verantwortung, die wir für die Sicherheit unseres Landes tragen. Mein Dank gilt allen, die diese Veranstaltung möglich machen, an erster Stelle der Hochschule Fresenius und der deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie. Sie leisten damit auch einen aktiven Beitrag dazu, dass wir in Hessen gut vorbereitet sind auf die Krisen der Zukunft. Sie bringen die Beteiligten zusammen und tragen das Thema in die Gesellschaft.

Als Heimatschutzminister nehme ich immer mehr Termine zur Steigerung der Resilienz wahr. Gestern durfte ich bei der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach die Neubeschaffung von vier Hubschraubern für die hessische Polizei vorstellen. Die hessischen Hubschrauber haben bereits in der Vergangenheit in Katastrophenfällen, wie der Flut im Ahrtal, unterstützt und Menschen gerettet. Wir erneuern jetzt unsere Flotte und erweitern diese. So werden auch in Zukunft unseren Katastrophenschutz in Hessen mit weiteren technischen Möglichkeiten aus der Luft stärken.

Seit 2008 hat das Land mehr als 100 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investiert. Die Zahl der Landesfahrzeuge wurde von 278 auf über 900 mehr als verdreifacht. Damit verfügen unsere Einsatzkräfte über eine moderne und leistungsfähige Ausstattung. Auch im Brandschutz haben wir die Förderung der Kommunen auf hohem Niveau verstetigt und in den vergangenen zehn Jahren rund 200 Millionen Euro für Fahrzeuge und bauliche Maßnahmen bereitgestellt. Hessen nimmt damit im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein.

Wir sorgen auch selbst mit Übungen vor. So hat das Land in der vergangenen Woche im Rahmen einer Stabsrahmenübung den Krisenfall ‚Dürre und Hitze‘ im Krisenzentrum des Innenministeriums erprobt. Daneben prüfen wir unsere technischen Alarmsignale wie Sirenen und Warnapps. Der hessenweite Warntag im März hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Sensibilisierung für Krisenthemen ist. Es richtig und wichtig, dass die hessischen Städte und Landkreise selbst den Ernstfall proben: Vor kurzem habe ich die FRARescue in Frankfurt besucht, in der bereits zum dritten Mal eine Katastrophe mit rund 250 Einsatzkräften geübt wurde. Der Landkreis Vogelsbergkreis hat Mitte März auch den Katastrophenfall in einer Übung geprobt. Auch hier wurde mir deutlich veranschaulicht, wie wichtig Vorsorge und Vorbereitung sind.

Zudem trägt die Resilienzstrategie des Landes Hessen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Seit ihrer Verabschiedung haben wir gemeinsam mit allen Ressorts konkrete Maßnahmen erarbeitet, die nicht nur die strukturelle Handlungsfähigkeit in Krisen sichern, sondern auch die Handlungsfähigkeit unserer Behörden und Einsatzkräfte im Ernstfall gewährleisten. Sie ist kein starres Dokument, sondern ein dynamischer Rahmen, der sich an die sich wandelnden Bedrohungsszenarien anpasst.

Besonders wichtig ist dabei, dass wir hier ressortübergreifend denken und handeln. Die Hessische Resilienzstrategie verbindet zivile und militärische Strukturen, fördert die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Hilfsorganisationen und der Wissenschaft und setzt auf Innovationen im Bereich der digitalen Gefahrenabwehr. Nur so können wir sicherstellen, dass Hessen auch in Zukunft ein starker und sicherer Standort bleibt.

Dabei ist die Resilienzstrategie ein kontinuierlicher Prozess der Weiterentwicklung und Anpassung an neue Herausforderungen. Gerade in den letzten Jahren haben wir gesehen, wie schnell sich Bedrohungsszenarien verändern können. Deshalb ist es entscheidend, dass wir die Strategie regelmäßig überprüfen und aktualisieren. Nur so können wir sicherstellen, dass wir nicht nur auf bekannte Risiken reagieren, sondern auch auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet sind. Mein Ziel ist es, dass die Hessische Resilienzstrategie dabei nicht nur eine theoretische Vorgabe bleibt, sondern als praktische Handlungsanleitung für alle Akteure im Land dient – von der Kommune bis zur Landesverwaltung.

Ein konkretes Beispiel dafür, wie wir die Resilienzstrategie mit Leben füllen, ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius und dem Hessen3C. Im vergangenen Jahr haben wir die Kooperation für den Studiengang ‚Analytische und Digitale Forensik‘ verlängert, um Fachkräfte auszubilden, die unsere digitale Widerstandsfähigkeit stärken. In der heutigen Zeit werden Cyberangriffe zu einer immer größeren Bedrohung für unsere kritischen Infrastrukturen. Entsprechend ist es entscheidend, dass wir nicht nur Technologie, sondern auch die Expertise haben, sie zu schützen. Die Fortsetzung unseres gemeinsamen Projektes zeigt, dass die Hessische Resilienzstrategie ein Versprechen an die Zukunft unseres Landes ist. Ein Versprechen, das wir jeden Tag aufs Neue einlösen müssen, indem wir in Bildung, Infrastruktur und Zusammenarbeit investieren. So schaffen wir nicht nur Sicherheit für heute, sondern auch für die Generationen von morgen.

Zum Schluss danke ich auch allen Einsatzkräften der Feuerwehren, den Hilfsorganisationen, den Behörden und allen Ehrenamtlichen, die sich im Katastrophen- und Rettungsschutz engagieren. Sie sind das Rückgrat unserer Sicherheit und verdienen dafür unsere höchste Wertschätzung und Hochachtung.“ © HMdIS