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Die nächste Etappe für das Limburger Schloss · Die kommenden Arbeiten dienen der Verbesserung für das Archiv

Die Arbeiten am Limburger Schloss werden fortgesetzt, in den Blick geraten dabei nun die Bereiche im Saalbau, die vom Stadtarchiv genutzt werden. Der Magistrat hat zwei Aufträge vergeben: Den notwendigen Abbruch mit Sicherungsarbeiten sowie die anschließenden Maurer- und Stahlbetonarbeiten. Ein dritter Auftrag hat den Bau eines Aufzugs zum Ziel und ist bereits vor Monaten vergeben worden. Insgesamt investiert die Stadt mit den drei Gewerken rund 320.000 Euro.

Bessere Lagermöglichkeiten für das Gedächtnis der Stadt, das ist das Ziel der Arbeiten, die kurz nach Ostern beginnen sollen. Dazu ist es dringend notwendig, die verschiedenen Ebenen, die im Schloss dem Stadtarchiv zur Verfügung stehen, auch gut miteinander zu verbinden. Derzeit ist das noch mit vielen Umwegen verbunden, eine innere Erschließung ist nicht vorhanden. Ein Aufzug und eine Treppenanlage sollen daher das Erdgeschoss und das Obergeschosse miteinander verbinden und einen Zugang zum Dachgeschoss herstellen.

Und warum das alles? Nach Angaben von Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker befinden sich sowohl das Magazin des Stadtarchivs als auch die Bibliothek vom Platz her am Limit. Und der Bestand wächst natürlich. Es kommen neue Akten der Verwaltung hinzu, die aus rechtlichen Aspekten aufzubewahren sind oder weil sie historisch interessant werden können. Und dann gibt es noch viele Hinterlassenschaften von Vereinen oder Privatpersonen, die interessante Zeugnisse der Limburger Geschichte sind oder werden können.

Nach Angaben der Hochbauabteilung umfassen die Abbruch- und Sicherungsarbeiten unter anderem das Entfernen von Decken und Wänden zur Herstellung eines Schachtes für den geplanten Aufzug und die Treppe. Im Keller müssen an der Decke verlaufende Versorgungsleitungen verlegt werden, da diese sich im Bereich des Durchbruches befinden. Auch gilt es im Rahmen dieser Arbeiten, durch das Ausheben von Fundamenten die anschließend folgenden Maurer- und Stahlbetonarbeiten vorzubereiten. Insbesondere hierfür muss die Heizungsanlage vorübergehend abgebaut und nach Fertigstellung der Fundamente sowie dem Aufmauern der Stützen wieder montiert werden. Der Einbau eines Aufzugs dient dem barrierefreien Zugang der oberen Geschosse und gleichzeitig dem Lastentransport.

Das Ziel der nun beginnenden Arbeiten ist es, die Räume des Archivs für weiter hinzukommendes Schriftgut, Bilder, Fotos, Gegenstände und mehr zu ertüchtigen. In einem weiteren und noch nicht beauftragten Schritt gilt es dann den oberen Bereich des Saalbaus in Verlängerung des von der Dommusik genutzten großen Probesaals für die künftige Verwendung zu ertüchtigen, das betrifft vor allem die Statik, denn die Nutzung durch das Stadtarchiv ist mit großen Lasten verbunden. Das Dachgeschoss soll zudem als Reserve für das Stadtarchiv ausgebaut werden.

Wo in wenigen Tagen abgerissen wird, befand sich bis vor wenigen Monaten das Büro des Stadtarchivars sowie der Leseraum. Beides befindet sich inzwischen in der ehemaligen Scheune, die nach ihrem Umbau ausreichend Platz bietet. Dort befinden sich im Erdgeschoss der Lesesaal, im ersten Stock die Büros des Stadtarchivars und weiterer Mitarbeitenden und im Dachgeschoss ist noch Platz für einen Preservationsraum, in dem die im Stadtarchiv eingehende Objekte untersucht werden und wo sich entscheidet, ob sie dauerhaft bleiben.

Mit dem Umzug in die ehemalige Scheune haben sich die Arbeitsbedingungen für den Stadtarchivar und weitere Mitarbeitende deutlich verbessert, auch der Lesesaal bietet deutlich mehr Licht und bessere Möglichkeiten, sich in schriftliche Zeugnisse zu vertiefen. Das Ziel der verbesserten Arbeitsbedingungen wurde also schon erreicht, nun rücken die nächsten Ziele in den Blick.

Das Schloss ist schon seit vielen Jahren Baustelle, in verschiedenen Etappen ist es zum einen baulich und teilweise auch statisch ertüchtigt und für neue Nutzungen hergerichtet worden. Die Arbeiten finden dabei vielfach in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz statt, schließlich weist das Schloss baulich in die Anfangszeit von Limburg zurück. Da gilt es, verschiedene Bauphasen zu dokumentieren, auch wenn das dann anschließend nicht mehr sichtbar ist.

Seit dem 1. Januar 2021 ist die Limburger Dommusik im Schloss beheimatet, nutzt Teile des Saalbaus und den Renaissancebau sowie den Turmbau. Das von der Dommusik genutzte Areal wurde sogar noch einmal erweitert um die ehemalige Hausmeisterwohnung, die seit vergangenem Jahr mitgenutzt wird. © Stadt Limburg