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Regierungspräsident Ullrich und Fachleute seiner Verwaltung laden Naturschutzverbände zu Jahresgespräch in Wetzlar ein

Vernetzung und offener Austausch

Regierungspräsident Ullrich und Fachleute seiner Verwaltung laden Naturschutzverbände zu Jahresgespräch in Wetzlar ein

Gießen/Wetzlar. Im Frühjahr lädt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich die Vertreterinnen und Vertreter der Naturschutzverbände regelmäßig zum gemeinsamen Jahresgespräch ein. Im Vorfeld werden Fragen angemeldet, die bisweilen ins Detail gehen. Bei dem traditionellen Austausch sind deshalb neben RP-Abteilungsleiterin Sonja Heckrodt auch Fachleute seiner Behörde dabei. Die Themen werden dann über zwei Stunden lang nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert. „Mein persönliches Anliegen mit dieser Veranstaltung ist es, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen“, sagt RP Ullrich in seiner Begrüßung in den Räumen der Abteilung Ländlicher Raum, Forsten, Natur- und Verbraucherschutz des Regierungspräsidiums (RP) Gießen in der ehemaligen Wetzlarer Spilburg-Kaserne.

Vernetzung untereinander und ein offener Austausch sind die zwei Ziele des jährlichen Treffens. 13 Frauen und Männer aus ganz Mittelhessen sind der Einladung gefolgt. Sie vertreten den Landesjagdverband Hessen, den Verband Hessischer Fischer, den BUND Hessen, den NABU Hessen, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, den Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie den Wanderverband Hessen.

Zu den behandelten Themen gehören etwa Begrenzungen bei großflächigen Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen oder auch der aktuelle Stand der rechtlichen Grundlagen bei Batteriespeicheranlagen. Inhaltlich besprochen werden außerdem unter anderem die Neuausweisung von Naturschutzgebieten im Allgemeinen und der Schutz des Gebiets „Lückebachaue“ westlich von Watzenborn-Steinberg im Besonderen, die noch unklare hessische Haushaltslage 2026 mit ihren Auswirkungen auf den Naturschutz, Detailfragen zu Natura 2000-Gebieten, waldtypische Gefahren im Waldbegehungsrecht oder die CO2-Bindung von alten Wäldern im Vergleich zur Windkraft im Wald. Der durchaus auch mal kritische Austausch zeigt, dass die Gäste der Naturschutzverbände wertvolle Hinweisgeber zu den Themen sind, die sie beschäftigen. Manchmal wird auch einfach unbürokratisch unterstützt, wie eine Bemerkung beweist: „Wir brauchten ganz dringend 500 Meter Amphibienschutzzaun, da hat uns eine RP-Kollegin sehr geholfen.“

Einen ausdrücklichen Dank richten die RP-Beschäftigten an die ehrenamtlich tätigen Schutzgebiets- und Biberrevier-Betreuer. Denn ein Thema bleibt weiterhin das mittelhessische Artenmanagement und hier besonders der streng geschützte Biber. Bei Konflikten etwa mit Landwirten wird von RP-Seite versucht, mit den Betroffenen konstruktiv nach Lösungen zu suchen, was bislang gelungen sei. Im Fall des Wolfs verweisen die Fachleute des Regierungspräsidiums auf die Richtlinie „Weidetierschutz“, die den Herdenschutz nachhaltig stärkt. Konkret heißt das, Investitionskosten etwa für den Kauf geeigneter Zäune werden mit bis zu 85 Prozent der Kosten gefördert. Ein konsequent umgesetzter Herdenschutz stelle die zentrale präventive Maßnahme dar, um Konflikte zwischen Wolf und Nutztierhaltung nachhaltig zu minimieren, wie Erfahrungen belegten.

© RP-Gießen