Im Kreishaus in Limburg läuft derzeit eine neue Ausstellung aus der beliebten Reihe „Kunst im Kreishaus“. Landrat Michael Köberle eröffnete im Rahmen einer gut besuchten Vernissage die Präsentation „Stillleben-Alphabet und andere Köstlichkeiten“ zum 100. Geburtstag von Kunstmaler Hermann Krupp. „Es ist für das kulturelle Leben in unserer Region sehr wichtig, dass die Freundinnen und Freunde der Kunst zusammenkommen, um die ausgestellten Werke hautnah zu erleben und einen direkten Austausch mit anderen Kulturinteressierten zu pflegen. Mehr als 50 Werke von Hermann Krupp sind bis September 2026 hier bei uns im Kreishaus zu sehen, worüber ich mich sehr freue“, so Landrat Köberle bei der Eröffnung, zu der er auch die Tochter des 2019 verstorbenen Künstlers, Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Krupp M.A., begrüßen durfte. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht das einzigartige „Stillleben-Alphabet“, das die Buchstaben des Alphabets aus maßstäblichen Miniaturen von Gegenständen bildet, deren Begriff mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt.
Hermann Krupp wurde 1926 in Hofheim am Taunus geboren. Das Talent zum Malen und Zeichnen hat er von seinem Großvater, Andreas Landler, geerbt. Schon mit 13 Jahren entstanden eigenständige Studien von der Natur. Aus diesen jugendlichen Anfängen entwickelten sich durch kontinuierliche Weiterbildung die Voraussetzungen für das Studium an der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Hermann Krupp belegte die Fächer Freie Malerei und Wandtechniken bei Professor Albert Burkart von 1948 bis 1956. Von 1957 bis zu seinem Lebensende 2019 arbeitete er als freischaffender Maler. Hermann Krupp beteiligte sich an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen: an der Biennale in Paris, in Kanada, Südfrankreich, Frankfurt, am Grand Prix in Spa, an Ausstellungen in Hamburg, Nürnberg, Berlin, München, Lucca sowie am Kunstpreis in Esslingen. Seine erste Einzelausstellung fand 1963 in der Galerie am Dom in Frankfurt am Main statt. Hierzu sendete der Hessische Rundfunk damals sogar einen Film in der Hessenschau, den man in der ARD-Mediathek unter HR-Retro sogar heute noch aufrufen kann. Es folgten zahlreiche weitere Einzelausstellungen in Berlin, Brüssel, Hofheim, Frankfurt am Main, bei der Marielies-Hess-Stiftung im Hessischen Rundfunk, in der Fraport-Galerie des Frankfurter Flughafens, in der Kunsthalle Gießen, in Hof, Kassel, Weilburg und Wiesbaden.
Seine Werke befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. Hermann Krupp erfand 1962 die Kindermalschule, 1966 gründete er seine „galerie 66 h.g.krupp“ in Hofheim am Taunus. Von 1986 bis 2013 führte er sie als „Galerie H.G. Krupp“ im Galeriehaus Schloss Elkerhausen weiter. Seine Fähigkeiten als Maler und Restaurator stellte Hermann Krupp hier in den Dienst einer guten Sache, denn von 1980 bis 2011 unterstützte er seine Tochter Dr. Ingrid Krupp M.A. bei der Rettung des Denkmals Schloss Elkerhausen und schuf 2003 am dortigen Galeriehaus ein 150 Quadratmeter großes Wandgemälde-Triptychon auf drei Seiten des Nebengebäudes.
Als Musiker hinterlässt Hermann Krupp zahlreiche Kompositionen, unter anderem den Hofheimer Fastnachtsmarsch von 1947, der einige Jahre erfolgreich gespielt wurde, oder die 1991 von ihm am Klavier mitgestaltete Uraufführung seiner Gesamtkomposition des Festspiels in 7 Bildern zur 800-Jahrfeier des Dorfes Elkerhausen. Zu seinem 85. Geburtstag erhielt Hermann Krupp 2011 den Ehrenteller des Landkreises Limburg-Weilburg aus den Händen des damaligen Kreistagsvorsitzenden Robert Becker.
Die Werke von Hermann Krupp sind zu den Öffnungszeiten – montags bis mittwochs von 8 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr – im Kreishaus in Limburg zu sehen. © Landkreis Limburg-Weilburg