Nachdem die Hitze Hessen in den vergangenen Tagen fest im Griff hatte, wird es am heutigen Tag nun mancherorts ungemütlich: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann es örtlich Sturmböen, Starkregen und kleinkörnigen Hagel geben. Insbesondere ab dem heutigen Nachmittag sind lokal Unwetter mit Regenmengen bis 40 l/m² in kurzer Zeit möglich. Punktuell kann extrem heftiger Starkregen mit Mengen bis 50 l/m² nicht ausgeschlossen werden. Zum Abend hin nimmt die Gewittertätigkeit ab.
Die Hochwasservorhersagezentrale am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) weist die Bevölkerung vorsorglich darauf hin, dass im Bereich der intensiven Niederschläge lokale Überschwemmungen und Meldestufenüberschreitungen möglich sind. Für lokale Überschwemmungen und Überflutungen, die durch örtlich begrenzten Starkregen (z.B. bei Gewitter) auftreten, können keine Vorhersagen erstellt werden. Bitte achten Sie auf entsprechende Unwetterwarnungen des DWD.
Über aktuelle Wasserstände und Hochwassermeldungen informiert das HLNUG auf seinen Informationsportalen unter folgenden Links:
• hochwasser.hessen.de/
• hlnug.de/static/pegel/wiskiweb3/webpublic/
Hintergrund Starkregen
Starkregen kann überall auftreten – in Hessen gibt es jedes Jahr mehrere heftige Niederschläge, die teils schwere Schäden anrichten. Mit fortschreitendem Klimawandel werden solche Ereignisse auch in Hessen häufiger und intensiver. Besonders gefährdet für Schäden durch Starkregen sind vor allem Bereiche mit versiegelten Flächen in Städten und Gemeinden. Das Fachzentrum Klimawandel und Anpassung am HLNUG bietet Kommunen und Einzelpersonen verschiedene Materialien an, anhand derer man sich gezielt über Risiken informieren und gegebenenfalls vorsorgen kann. So zeigen etwa die so genannten Fließpfadkarten die Wege, auf denen Regenwasser nach einem Starkregenereignis abfließen würde. Mit den Karten lassen sich potenzielle Gefahrenpunkte in den Kommunen identifizieren. Zudem offenbaren die Karten, wo das Wasser herkommt, bevor es im bebauten Gebiet zu Problemen führt. So können mögliche Standorte für Entlastungsmaßnahmen im Außenbereich erkannt werden. Die Karten können im Starkregen-Viewer eingesehen werden.
Wie kann man sich schützen?
Vorsorge ist wichtig. Sowohl Kommunen als auch Bürgerinnen und Bürger haben viele Möglichkeiten, sich vor Starkregen zu schützen. Nicht alle sind mit großem Aufwand verbunden, manchmal helfen auch schon relativ kleine Maßnahmen, um eine Gefahrenstelle zu entschärfen. Hilfreich ist es, ein Handlungskonzept mit Notfallplan, Sensibilisierungsmaßnahmen und Vorschlägen für technisch/bauliche Umsetzungen zu erarbeiten. Auch Bürgerinnen und Bürger können mit Eigenvorsorge an ihren Häusern zur Starkregenvorsorge beitragen.
Weitere Informationen:
• https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/klimprax-projekte/klimprax-starkregen
• hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/klimprax-projekte/klimprax-starkregen/fliesspfadkarten
• https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/starkregenviewer/index.html?lang=de
© Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie