Roman Poseck: „Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer trägt Verantwortung. Wer auf Alkohol und Drogen verzichtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben anderer.“
Wiesbaden. Als Partner im europäischen Netzwerk „ROADPOL“ nahm die hessische Polizei an der Aktionswoche „Alcohol & Drugs“ teil, die in diesem Jahr erstmalig im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Juni 2026 stattfand. Als Besonderheit im Laufe der Woche wurde am 19.06.2026 ein intensiver Kontrolltag als sogenannter „Marathon“ umgesetzt. In der vergangenen Woche wurden 5.328 Fahrzeugführer im Rahmen der Schwerpunktaktion kontrolliert. Insgesamt wurden nun 198 Verstöße festgestellt, was einer Quote von 4 % entspricht.
Neben den Kontrollen setzt die Polizei auch auf Aufklärungsarbeit, um langfristig das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Die zweite Kontrollwoche mit diesem Themenschwerpunkt im europäischen Netzwerk „ROADPOL“ ist für den Zeitraum vom 14. bis 20. Dezember 2026 vorgesehen.
Ziel der Maßnahmen war es, durch konsequente Überwachung in Bezug auf Alkohol und Rauschmittel die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und durch Aufklärung in Gesprächen mit den Fahrzeugführern ein Bewusstsein zu verstärken und damit einen Beitrag zur Verkehrssicherheit durch Überzeugung zu leisten.
Innenminister Roman Poseck betonte in seiner Bilanz: „Alkohol und Drogen haben am Steuer nichts verloren. Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ein Fahrzeug führt, gefährdet sich selbst und bringt andere Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr. Die Verkehrsunfallbilanz 2025 zeigt, dass Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel weiterhin ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Im vergangenen Jahr registrierte die hessische Polizei 3.399 Unfälle, bei denen Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten. Dabei wurden 1.281 Menschen verletzt, 18 Menschen verloren ihr Leben. Jeder dieser Unfälle ist einer zu viel.
Meines Erachtens hat auch die Teillegalisierung von Cannabis den Straßenverkehr unsicherer gemacht. Legal und illegal verschwimmen jetzt, was zu zahlreichen komplexen Abgrenzungsfragen im polizeilichen Alltag führt. Die Erhöhung des THC-Grenzwerts halte ich für besonders gefährlich, da die Wirkung von Cannabis und der Abbau der Droge schwer einzuschätzen sind. Vor allem in Verbindung mit Alkohol birgt Cannabis eine unberechenbare Gefahr für den Straßenverkehr. Daher ist es gut, dass wir uns auf der Innenministerkonferenz vergangene Woche in Hamburg darauf geeinigt haben, dass die hohen Besitzmengen mit Cannabis reduziert werden. Daneben waren wir uns darüber einig, dass die Teillegalisierung im Bereich der straf- und strafprozessualen Rahmenbedingungen zu erheblichen Einschränkungen geführt hat. Deshalb sollen das BMI und das BM¬¬¬JV eine Gesetzesänderung nun rasch prüfen, um die effektive Strafverfolgung im Bereich der Cannabisdelikte wieder herzustellen.
Die gemeinsamen Kontrollaktionen im europäischen Polizeinetzwerk ROADPOL setzen ein wichtiges Zeichen für mehr Verkehrssicherheit. Deshalb setzen wir in Hessen weiterhin auf konsequente Kontrollen und gezielte Präventionsarbeit, um Menschenleben zu schützen und das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen.
Ich danke allen Beamten, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr Sorge tragen.“ © HMdIS