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Hessen stärkt Resilienz und Krisenvorsorge / Sicherheitsdialog bringt zentrale Akteure für Krisenvorsorge zusammen

Roman Poseck: „Die aktuellen Bedrohungen zeigen uns täglich, wie wichtig eine starke Resilienz und enge Vernetzung sind. Mit unserem Sicherheitsdialog bringen wir in Hessen Multiplikatoren an einen Tisch, um uns bestmöglich auf mögliche Krisensituationen vorzubereiten.“
Wiesbaden. Das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz setzt konsequent auf den Ausbau von Resilienz und Krisenvorsorge. Mit dem 4. gemeinsamen Sicherheitsdialog unterstreicht Hessen die Bedeutung von Vernetzung und gemeinsamer Vorsorge für jegliche Art von Krisen.
Innenminister Roman Poseck betonte anlässlich der heutigen Sitzung: „Die aktuellen Bedrohungen auf unsere kritische Infrastruktur zeigen uns täglich, wie verwundbar moderne Gesellschaften sind. Dabei reichen die hybriden Bedrohungen von Cyberangriffen auf unsere digitale Infrastruktur bis hin zu gezielten Sabotageakten an Versorgungsnetzen. Der Ukraine-Krieg wie auch die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten führen uns vor Augen, dass wir unsere Vorsorge weiter stärken müssen. Es geht nicht mehr nur um abstrakte Szenarien, sondern um konkrete Risiken, die uns heute bereits beschäftigen.
Mit dem KRITIS-Dachgesetz haben wir bundesweit verbindliche Mindeststandards für den Schutz unserer lebenswichtigen Infrastrukturen auf den Weg gebracht. Auch wenn wir uns zur Stärkung des ländlichen Raums eine Anpassung der sogenannten 500.000-Einwohner-Regel gewünscht hätten, haben wir aus Verantwortung dem KRITIS-Dachgesetz im Bundesrat zugestimmt. Das ist ein entscheidender Fortschritt, denn bisher gab es hier vielfach keine klaren Vorgaben, was im Ernstfall zu gefährlichen Lücken geführt hätte. Gleichzeitig wissen wir, dass Gesetze allein nicht ausreichen. Es braucht den Austausch, die praktische Zusammenarbeit und die Bereitschaft aller Beteiligten, Verantwortung zu übernehmen.

Genau hier setzt unser Sicherheitsdialog an. Er bringt Landesbehörden, kommunale Spitzenverbände, Bundeswehr und Wirtschaft regelmäßig zusammen, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu erarbeiten. In der aktuellen Sitzung steht das Thema Verkehr und Logistik im Mittelpunkt. Das ist ein Bereich, der für unsere Wirtschaft genauso entscheidend ist wie für die Versorgungssicherheit im Krisenfall. Resilienz ist keine einmalige Aufgabe, sondern eine Daueraufgabe, und Hessen geht hier mit gutem Beispiel voran.

Wir setzen auf Prävention statt auf Krisenbewältigung im Nachhinein. Durch den regelmäßigen Austausch im Sicherheitsdialog, durch konkrete Übungen wie die anstehende HETHEX 26 und durch die kontinuierliche Umsetzung unserer Resilienzstrategie stellen wir sicher, dass Hessen auf kommende Herausforderungen bestmöglich vorbereitet ist. Denn eines ist klar: Die Sicherheit unserer Bürger hängt davon ab, wie gut wir heute die Weichen stellen.“

Hintergrund

Am 10. März 2026 findet im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz das 4. Treffen des gemeinsamen Sicherheitsdialogs statt. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema Verkehr und Logistik. Dieser Bereich ist sowohl für die zivile Versorgung als auch für die Bundeswehr von zentraler Bedeutung. Vertreter des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum werden aktuelle Planungen und Herausforderungen vorstellen. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Sachstandsberichte der Landespolizei, des Landesamts für Verfassungsschutz, des Landeskommandos Hessen und der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz, Heimatschutz und Krisenmanagement (Abteilung V) des HMdI.

Der Sicherheitsdialog wurde 2025 als gemeinsames Format ins Leben gerufen, um den Austausch zwischen Behörden, Bundeswehr und Wirtschaft zu sicherheitsrelevanten Themen zu intensivieren. Bisherige Schwerpunkte waren die Bedrohungslage in Deutschland, Gesundheitsvorsorge in Krisen und Ernährungsnotfallvorsorge. Der Sicherheitsdialog findet viermal im Jahr statt und dient nicht nur der Information, sondern vor allem der verstetigten Vernetzung aller Akteure lange bevor eine akute Krise eintritt.

Der Hessische Sicherheits- und Resilienzrat hat in seiner 8. Sitzung Anfang des Jahres beschlossen, den Sicherheitsdialog dauerhaft zu verstetigen und durch Themenführerschaften der Fachressorts inhaltlich zu vertiefen. Für 2026 sind bereits weitere Termine geplant, unter anderem zu den Themen OPLAN DEU, Zivile Verteidigung und Drohnenabwehr.

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