Sommerwetter sorgt für erste Überschreitung des Informationsschwellenwerts
Die intensive Sonneneinstrahlung der vergangenen Tage lässt die Ozonwerte in Hessen steigen. Am vergangenen Freitag wurde der Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ in diesem Jahr erstmalig überschritten: Aus Riedstadt übermittelte die Luftmessstation des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) um 14 Uhr einen Wert von 190 µg/m³.
Aufgrund der Wetterprognosen ist auch in den kommenden Tagen mit anhaltend hohen Ozonwerten zu rechnen. Weitere Überschreitungen sind nicht auszuschließen. Besonders betroffen hiervon sind das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen.
Da das Reizgas Ozon die Atemwege schädigen kann, wird empfohlen, sich täglich über die Ozonwerte am eigenen Wohnort zu informieren. Das HLNUG bietet hierzu mehrere Optionen an: Zum einen die aktuellen Werte, stündlich aktualisiert, über das HLNUG-Messdatenportal, in dem die einzelnen Luftmessstationen angewählt werden können. Zum anderen wird auf der Internetseite des HLNUG täglich ab ca. 15:30 auch die Vorhersage für den nächsten Tag zur Verfügung gestellt. Zusätzlich informiert das HLNUG über den Videotext des Hessischen Rundfunks auf Tafel 166.
Gefahr durch Ozon und Empfehlungen nach Schwellenwerten
Das HLNUG überwacht mit seinem landesweiten Luftmessnetz die Konzentration von Schadstoffen wie Ozon in der Außenluft und informiert über aktuelle Entwicklungen. Das Reizgas Ozon kann bei höheren Konzentrationen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Atemwege führen. Kindern und Jugendlichen sowie Personen, die erfahrungsgemäß auf erhöhte Ozonkonzentrationen reagieren, wird daher ab der Informationsschwelle von 180 µg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter) vorsorglich empfohlen, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden. Bei Werten über der Alarmschwelle von 240 µg/m³ gilt diese Empfehlung allen Bürgerinnen und Bürgern. Von sportlichen Ausdauerleistungen wird abgeraten. Wer seine sportlichen Aktivitäten nicht reduzieren möchte, sollte diese möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen, da zu dieser Zeit die Ozonkonzentrationen am niedrigsten sind. In der Nacht ist in der Regel mit einem Rückgang der Ozonkonzentration zu rechnen, nach besonders intensiven Sonnentagen sinkt die Ozonkonzentration jedoch langsamer. In Städten sinken die Werte nachts stärker ab, auf dem Land bleibt die Belastung höher.
Die Ozon-Schwellenwerte für die Unterrichtung der Bevölkerung sind in der EU-Richtlinie 2008/50/EG und entsprechend der 39. BImSchV festgelegt. Es handelt sich um Einstundenmittelwerte.
Hintergrund Ozon
Ozon entsteht in der Atmosphäre durch chemische Reaktionen aus Vorläufersubstanzen (z. B. Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen) unter Sonneneinstrahlung. Ozon in unserer Atemluft reizt Schleimhäute, Atemwege und Lunge und kann Symptome wie Atembeschwerden, Husten oder Kopfschmerzen auslösen. Hohe bodennahe Ozonkonzentrationen belasten aber nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Wälder, Pflanzen und die landwirtschaftlichen Erträge. Bodennahes Ozon hat nichts mit der so genannten Ozonschicht in der Stratosphäre zu tun, die uns vor schädlicher UV-Strahlung schützt.
Weiterführende Informationen:
• Aktuelle Messwerte: hlnug.de/messwerte/datenportal/tabelle/t/1/15/2
• Ozon-Vorhersage: hlnug.de/?id=7113
• Informationsblatt: hlnug.de/fileadmin/dokumente/luft/faltblaetter/Ozon_2017.pdf
• Luftschadstoffe: hlnug.de/themen/luft/luftqualitaet/luftschadstoffe
© Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie