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Japankäfer: Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen bittet die Bevölkerung um Mithilfe

AB JETZT HEISST ES: AUGEN OFFENHALTEN
Japankäfer: Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen bittet die Bevölkerung um Mithilfe – Braune Flügel und weiße Haarbüschel sind besondere Merkmale – Verdachtsfälle können online gemeldet werden
Gießen/Hessen. Er ist nur so groß wie eine Kaffeebohne und kleiner als eine Ein-Cent-Münze. Und so langsam aber sicher schlüpfen die Japankäferlarven, die den Winter und das Frühjahr gut geschützt in der Erde überdauert haben. „Wir rechnen damit, dass die Tiere ab Juni, spätestens ab Mitte Juli in der freien Natur zu beobachten sind. Wir bitten daher alle, ab jetzt die Augen insbesondere überall dort, wo Gras wächst, offenzuhalten – im Garten, in Parks, auf Golfplätzen, Sportplätzen und Wiesen“, appelliert Alexander Grüner, Mitarbeiter des für ganz Hessen zuständigen Pflanzenschutzdienstes beim Regierungspräsidium Gießen. „Mit jedem Tier, das wir finden und fangen, schützen wir unsere heimischen Pflanzen vor diesen äußerst gefräßigen Schädlingen.“ Nachdem im vergangenen Jahr im Raum Trebur im Landkreis Groß-Gerau erstmals Japankäfer in Hessen gefunden wurden, ist nach wie vor oberstes Ziel, eine Ansiedlung und Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Daher bittet der Pflanzenschutzdienst die Bevölkerung um Mithilfe.
„Anders als zum Beispiel der Kartoffelkäfer frisst der Japankäfer nicht nur eine Pflanze, sondern hat mehr als 400 Pflanzen auf dem Speiseplan stehen. Dabei macht er auch nicht vor Obstbäumen, Mais oder Weinreben Halt“, ergänzt Dirk Hill vom Team des Pflanzenschutzdienstes. „Das macht ihn so gefährlich für unsere Natur, die Landwirtschaft, Garten- und Weinbau. An den Pflanzen bleiben oft nur die Gerippe der Blätter zurück. Die Pflanzen werden stark geschwächt oder können absterben“, macht Dirk Hill deutlich.
Doch wie sind die Tiere zu erkennen? „Der Japankäfer ist in etwa so groß wie eine Kaffeebohne. Er hat einen metallisch glänzenden, grünen Kopf und braune Flügel. Sein besonderes Merkmal sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs“, sagt Dirk Hill. Verwechselt wird der Japankäfer oft mit dem Gartenlaubkäfer, dem Mediterranen Junikäfer oder dem größeren Rosenkäfer. Diese drei sind im Gegensatz zum Japankäfer jedoch heimische Arten, die keine nennenswerten Schäden verursachen. Interessant zu wissen ist auch: Japankäfer legen ihre Eier, etwa 40 bis 60 an der Zahl, vorzugsweise in feuchten Rasenflächen ab. Im Juni krabbeln die ersten Käfer aus dem Boden. Die offizielle Hauptflugzeit ist daher zwischen Juni und Ende September.
Im vergangenen Jahr waren im Raum Trebur sieben Japankäfer gefunden worden, der erste davon Ende Juli. Da es sich um sechs Männchen und ein Weibchen handelte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in diesem Jahr weitere Tiere auftauchen. „Das muss nicht nur im Raum Trebur sein. Die Tiere selbst können zwar nicht weit fliegen, reisen aber gerne als ,blinder Passagier‘ im Urlaubsgepäck, im Wohnwagen oder auch Lastwagen mit und können zum Beispiel aus Italien eingeschleppt werden“, erklärt Alexander Grüner.
Bereits im vergangenen Jahr hat der Pflanzenschutzdienst etliche Meldungen zu verdächtigen Funden bekommen. „In 90 Prozent der Fälle wurden die Tiere allerdings mit dem größeren und grün schimmernden Rosenkäfer verwechselt“, erinnert sich Alexander Grüner. Auch in diesem Jahr sollten Verdachtsfälle beim Regierungspräsidium gemeldet werden. „Wenn Sie ein Tier finden, auf das die Beschreibung passt: Fangen Sie es lebendig ein, packen Sie es in ein Glas oder ein Röhrchen mit Deckel, fotografieren Sie es und kontaktieren Sie uns“, appelliert Dirk Hill. Meldungen können über das Beteiligungsportal eingereicht werden (https://beteiligungsportal.hessen.de/portal/rpgi/beteiligung/themen/1007566). Dabei können dank des Formulars bequem Kontaktdaten angegeben, Fotos hochgeladen und Angaben zum Fund gemacht werden, zum Beispiel, wann und wo das Tier entdeckt wurde und an welcher Pflanze. „Diese Angaben sind unheimlich wichtig für uns“, sagt Alexander Grüner. „Gerade die Fotos sind wichtig für eine erste Einschätzung.“ Sollte es sich tatsächlich um einen Japankäfer handeln, wird er von einem RP-Beschäftigten abgeholt.
Neben der Mithilfe der Bevölkerung setzt der Pflanzenschutzdienst auf sein bewährtes Monitoring. In ganz Hessen verteilt befinden sich rund 100 spezielle Fallen – nicht nur wegen des Japankäfers, sondern auch wegen anderer Schädlinge. Die Fallen werden regelmäßig kontrolliert, bereits seit 2020 wird darin auch nach Japankäfern gesucht.
Weitere Informationen zum Japankäfer finden sich auf der Internetseite des Pflanzenschutzdienstes: https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzengesundheit/amtliche-erhebungen/der-japankaefer-popillia-japonica/.  © RP-Gießen