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Neues Feuerwehr-Dienstleistungszentrum „Goldener Grund-Taunus“ in Bad Camberg eröffnet

Roman Poseck: „Das neue Feuerwehr-Dienstleistungszentrum ist ein vorbildliches Leuchtturmprojekt für interkommunale Zusammenarbeit. Es stärkt den Feuerwehrstandort in der Region, entlastet kommunale Haushalte und unterstützt die Brandschützer.“

Wiesbaden/Bad Camberg. Mit der heutigen feierlichen Eröffnung des Feuerwehr-Dienstleistungszentrums „Goldener Grund-Taunus“ in Bad Camberg setzen fünf Kommunen ein starkes Zeichen für moderne Gefahrenabwehr, interkommunale Solidarität und die nachhaltige Entlastung des Ehrenamtes. Die Stadt Bad Camberg sowie die Gemeinden Brechen, Hünfelden, Selters (Taunus) und Weilrod bündeln künftig zentrale feuerwehrtechnische Aufgaben an einem Standort.

Innenminister Roman Poseck betonte in seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung: „Es freut mich, dass ich heute bei der feierlichen Eröffnung des Feuerwehr-Dienstleistungszentrums ‚Goldener Grund-Taunus‘ dabei sein kann. Im August 2024 durfte ich bereits der Gemeinde Brechen einen Förderbescheid in Höhe von 200.000 Euro für die Gründung dieses Zentrums überreichen. Heute sehe ich einmal mehr, dass unsere Fördermittel gut angelegt sind. Das neue Feuerwehr-Dienstleistungszentrum ist ein vorbildliches Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Die Gemeinden Brechen, Hünfelden, Selters, Weilrod und die Stadt Bad Camberg haben sich landkreisübergreifend zusammengetan, um den Feuerwehrstandort in der Region zu stärken. Diese Leuchtturmprojekt steht exemplarisch für die Zukunftsfähigkeit unserer kommunalen Gefahrenabwehr in Hessen. Es freut mich, dass die Kommunen dem Brandschutz trotz der angespannten Haushaltslage eine hohe Priorität einräumen.

Das Feuerwehr-Dienstleistungszentrum „Goldener Grund-Taunus“ steht dabei beispielhaft für einen neuen Ansatz: Statt jede Aufgabe mehrfach in einzelnen Kommunen vorzuhalten, bündeln wir in dem neuen Feuerwehr-Dienstleistungszentrum Kompetenzen und Ressourcen. Das reduziert Kosten, erhöht die Qualität und schafft Freiräume für das Wesentliche – den Einsatz für die Menschen. Von dieser neuen Struktur profitieren über 30 Feuerwehren mit über 900 Brandschützern in den beteiligten Kommunen. Sie werden spürbar entlastet, da zeitintensive Verwaltungs- und Wartungsaufgaben künftig zentral übernommen werden. Dadurch gewinnen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte auch mehr Zeit für Ausbildung, Übungen und nicht zuletzt für ihre Familien. 

An dieser Stelle danke ich allen Brandschützern für ihren herausragenden Einsatz für die Sicherheit der Bevölkerung. Sie sind täglich im Einsatz und verzichten auf Freizeit, um anderen zu helfen. Daher ist es unbegreiflich, dass Menschen Einsatzkräfte angreifen. Ich habe die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 kürzlich vorgestellt. Leider gab es einen erneuten Höchststand bei Angriffen auf Einsatzkräfte. Feuerwehrkameraden wurden im vergangenen Jahr 23 Opfer von Angriffen, das sind 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Entwicklung ist mehr als beunruhigend und leider auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft; Gewalt wird immer häufiger dem Argument vorgezogen. Daher appelliere ich daran, Menschen die anderen helfen, mit Respekt und Wertschätzung gegenüberzutreten. Das haben unsere Brandschützer verdient. Auf die Feuerwehr ist Verlass.“

Das Zentrum befindet sich in Bad Camberg und ist organisatorisch als interkommunale Einrichtung angelegt. Ziel ist es, feuerwehrtechnische Aufgaben wie Beschaffung, Wartung, Instandhaltung, Prüfung sowie die Verwaltung von Geräten, Einsatzkleidung und Verbrauchsmaterialien zentral zu bündeln. Durch diese gemeinsame Organisation werden Synergieeffekte genutzt, Standards vereinheitlicht und Abläufe professionalisiert. An der Eröffnung nahmen zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und den Feuerwehren teil. Anwesend war unter anderem der Bürgermeister der Gemeinde Brechen, Frank Groos, der zugleich Geschäftsführer des Feuerwehr-Dienstleistungszentrums ist. In seiner Funktion steht er exemplarisch für die enge Verzahnung kommunaler Verantwortung und operativer Umsetzung. Die Baukosten für das Feuerwehr-Dienstleistungszentrum belaufen sich auf rund 5,9 Millionen Euro. 

Umfangreiche Investitionen im Brandschutz

Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist für die Hessische Landesregierung ein Schwerpunkt. Im Rahmen seiner Unterstützung investiert das Land schon seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser und -technik, aber zum Beispiel auch in die Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS). Allein im vergangenen Jahr 2025 wurden rund 135 Fahrzeuge und rund 60 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit hat das Land mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten können. Seit 2016 betrug die Förderung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 baulichen Maßnahmen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro. Auch im Jahr 2026 wird die Hessische Landesregierung weiter zielgerichtet in den Brand- und Katastrophenschutz investieren und die Einheiten bedarfsgerecht stärken.

Der Kreis Hochtaunus hat von der Landesförderung profitiert: Im Landkreis wurden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 6 Fahrzeuge und drei bauliche Maßnahmen mit Mitteln in Höhe von insgesamt mehr als 534.000 Euro gefördert. Gleiches gilt für den Landkreis Limburg-Weilburg: In den vergangenen zwei Jahren wurden dort insgesamt 15 Fahrzeuge und 4 bauliche Maßnahmen mit einer Gesamthöhe von fast 1.846.000 Millionen Euro gefördert. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt acht Fahrzeuge und eine bauliche Maßnahme mit einer Gesamthöhe von über 806.000 Euro gefördert.

Unabhängig von der finanziellen Unterstützung stärkt die Hessische Landesregierung den Einsatzkräften der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste auch durch öffentlich gezeigte Wertschätzung und Dankbarkeit den Rücken. Mit ihrem Respekt-Paket und den damit verbundenen Veranstaltungen weist die Hessische Landesregierung auf die Bedeutung des Einsatzes der hessischen Blaulichtfamilie hin und wirkt der besorgniserregenden Tatsache entgegen, dass die Anzahl der Angriffe auf Einsatzkräfte weiter hoch ist. (C) HMDIS