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9. Länderübergreifender Sicherheitstsag – Gemeinsames Vorgehen gegen Kriminalität / Positive Bilanz in Hessen

Anlässlich des neunten länderübergreifenden Sicherheitstages zur Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum, waren in Hessen am 06.05.2026 799 Einsatzkräfte im Einsatz. An den Maßnahmen beteiligten sich neben der hessischen Polizei auch Kräfte der Bundespolizei sowie des Zolls. Hessenweit wurden mehr als 2000 Personen kontrolliert, 37 Personen festgenommen und 11 Haftbefehle vollstreckt. Darüber hinaus fertigten die Einsatzkräfte 258 Strafanzeigen und stellten 400 Ordnungswidrigkeiten fest.

Der diesjährige Sicherheitstag, der im Rahmen der länderübergreifenden Kooperation zwischen Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen durchgeführt wurde, stand erneut im Zeichen der Bekämpfung der Rohheits- und Gewaltkriminalität. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Verhinderung von Messerangriffen im öffentlichen Raum sowie der konsequenten Kontrolle der bestehenden Waffenverbotszonen in Bad Hersfeld, Frankfurt am Main, Darmstadt, Rüsselsheim, Hanau, Fulda, Kassel, Gießen, Limburg und Wiesbaden.

Alle hessischen Polizeipräsidien an Einsatzmaßnahmen beteiligt
Unter der Koordination des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) beteiligten sich Einsatzkräfte aus allen sieben hessischen Polizeipräsidien an den umfangreichen Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen. Bei den Kontrollen wurden insbesondere Verstöße gegen das Ausländerrecht (35 Fälle), das Betäubungsmittelgesetz (25 Fälle), das Waffengesetz (9 Fälle) sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis (15 Fälle) und Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln (3 Fälle) festgestellt. Zudem konnten 21 Messer sichergestellt werden.

Die polizeilichen Maßnahmen konzentrierten sich insbesondere auf kriminalitätsbelastete Örtlichkeiten, bekannte Brennpunkte, Bahnhofsbereiche, Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs, Waffenverbotszonen sowie auf Kontrollstellen entlang von Bundesautobahnen. Ergänzend führten die Einsatzkräfte Informationsveranstaltungen durch und führten zahlreiche Bürgergespräche.

Innenminister Roman Poseck erklärt: „Der länderübergreifende Sicherheitstag zeigt einmal mehr, wie wichtig und erfolgreich die enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über Landesgrenzen hinweg ist. Die Zahlen belegen, dass es uns durch gezielte Kontrollen, erhöhte Präsenz und präventive Maßnahmen gelingt, die Sicherheit im öffentlichen Raum spürbar zu verbessern. Die Straftaten sind in Hessen im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent zurückgegangen.

Ein Zeichen, dass unsere konsequente Vorgehensweise wirkt, ist der Rückgang der Messerangriffe im öffentlichen Raum: Laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik 2025 gingen Messerangriffe in Hessen im öffentlichen Raum um 18,8 Prozent zurück, die Zahl der Opfer nahezu um 20 Prozent. Das ist aus meiner Sicht eine deutliche Bestätigung unserer konsequenten Linie in öffentlichen Bereichen. Und das ist eine deutliche Verbesserung im Interesse der Sicherheit der Menschen in Hessen. Die Zahlen 2025 sind auch niedriger als die in 2023 und 2022. Trotzdem ist jeder Messerangriff einer zu viel. Deshalb werden wir unsere Anstrengungen hochhalten.

Gleichzeitig machen die Fallzahlen der Gewaltkriminalität deutlich, dass wir nicht nachlassen dürfen. Ich habe gestern selbst eine Kontrolle in Fulda besucht und bin immer wieder erneut beeindruckt, was unsere Polizisten leisten. Ich danke allen Beteiligten für ihren herausragenden Einsatz für unsere Sicherheit.

Gemeinsam mit unseren Partnern in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden wir weiterhin alles daransetzen, um die Bürger zu schützen und das Sicherheitsgefühl in unseren Städten und Gemeinden zu stärken.“

Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts, sagte: „Der länderübergreifende Sicherheitstag steht für eine starke und funktionierende Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Durch abgestimmte Maßnahmen und eine erhöhte Präsenz im öffentlichen Raum leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung und zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung. Gleichzeitig setzen wir ein klares Zeichen, dass Straftaten konsequent verfolgt werden. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die an diesem Einsatz mitgewirkt haben.“

Entwicklung der Fallzahlen im öffentlichen Raum
Die Fallzahlen im Bereich der Gewaltkriminalität haben sich in Hessen im Jahr 2025 erneut erhöht. So stieg die Anzahl der registrierten Körperverletzungsdelikte gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf insgesamt 40.237 Fälle. Im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht dies einem Anstieg von 26,7 Prozent.

Auch bei den im Rahmen der Straßenkriminalität erfassten Gewaltdelikten im öffentlichen Raum (ohne einfache Körperverletzung) ist eine Zunahme zu verzeichnen. Hier wurden im Jahr 2025 insgesamt 8.786 Fälle registriert, was einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie von 27,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht.

Demgegenüber ist bei der Tatbegehungsweise „Messerangriff“ ein rückläufiger Trend festzustellen. Im Jahr 2025 wurden in Hessen 371 entsprechende Fälle im öffentlichen Raum erfasst. Dies entspricht einem Rückgang um 86 Fälle beziehungsweise 18,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hintergrund: Länderkooperation
Seit 2016 besteht zwischen den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz eine Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchkriminalität. Als wichtiger Teil einer ganzheitlichen Strategie hat diese länderübergreifende Zusammenarbeit zu den bisherigen Fahndungs- und Ermittlungserfolgen in diesem Deliktsfeld beigetragen. Über die Landesgrenzen hinweg waren die Fallzahlen des Wohnungseinbruchdiebstahls deutlich zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund hatten sich die Polizeiführungen der beteiligten Länder darauf verständigt, die etablierte und erfolgreiche Zusammenarbeit auf den Bereich der Sicherheit im öffentlichen Raum auszuweiten. Die Innenminister aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen haben daher im Jahr 2019 die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit und Kooperation um dieses Aufgabenfeld erweitert.

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