Das Team der Anästhesie des Limburger Krankenhauses hat im Rahmen seiner Weihnachtsfeier eine Spendenaktion für krebskranke Kinder durchgeführt. Insgesamt 1.000 Euro kamen dabei zusammen, die nun an den Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder Gießen e.V. übergeben wurden. Die jährliche Spendenaktion ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden. Seit mehreren Jahren sammeln die Mitarbeitenden der Anästhesie bei ihrer Weihnachtsfeier Spenden für unterschiedliche Einrichtungen und Vereine aus der Region.
„Wir wählen jedes Jahr einen Verein aus der Region aus, den wir mit unserer Weihnachtsspende unterstützen. In diesem Jahr fiel unsere Wahl auf den Elternverein, weil er Familien in einer besonders schweren Situation begleitet“, so Priv.-Doz. Dr. Michael Fries, Chefarzt der Anästhesie und operativen Intensivmedizin am Limburger Krankenhaus. Der Elternverein setzt seit einiger Zeit sogenannte Schulavatare ein, die erkrankten Schülern die Teilnahme am Unterricht ermöglichen. Dabei stehen kleine, fernsteuerbare Roboter stellvertretend für erkrankte Schüler und Schülerinnen im Klassenzimmer. Diese Telepräsenz-Roboter ermöglichen es jungen Patienten und Patientinnen trotz langer Klinikaufenthalte oder geschwächtem Immunsystem weiterhin digital am Unterricht teilzunehmen - sofern ihr gesundheitlicher Zustand dies zulässt.
Die Avatare sind mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher ausgestattet und schaffen eine direkte Verbindung zwischen den erkrankten Schülern und ihren Klassenkameraden. Gesteuert werden sie über ein Tablet, das sowohl von zuhause als auch aus dem Krankenhaus genutzt werden kann – erforderlich ist lediglich eine stabile Internetverbindung „Die kleinen Roboter können sprechen, den Kopf drehen, aufleuchten und sogar zuzwinkern, sodass die jungen Patienten aktiv am Unterrichtsgeschehen teilnehmen und mit ihren Mitschülern interagieren können,“ erklärt Antje Metzner vom Elternverein. „Sie sehen und hören, was im Klassenraum passiert, können sich melden, Fragen stellen oder auch nur zuhören.“
Über eine App lässt sich der Avatar um 360 Grad drehen, sodass die zugeschalteten Schüler den Raum und ihre Mitschüler und Mitschülerinnen gut im Blick haben. Zusätzlich reagiert der Roboter mit Lichtsignalen und kann über verschiedene Augenformen sogar die aktuelle Stimmung der Patienten ausdrücken. Doch die Avatare werden nicht nur im Unterricht eingesetzt. Häufig nehmen Mitschüler den Roboter mit in die Pause oder zu Gruppenarbeiten. So bleibt der erkrankte Schüler selbst in den Pausen Teil der Klassengemeinschaft.
„Der soziale Kontakt bleibt erhalten, und die jungen Patienten können trotz Behandlung am Alltag ihrer Freunde teilhaben, auch wenn sie körperlich nicht anwesend sein können“, erläutert Antje Metzner. „Durch Spenden wie diese können wir die laufende Wartung und notwendige Reparaturen unserer Schulavatare sichern und langfristig auch weitere Geräte anschaffen. So ermöglichen wir noch mehr jungen Menschen, trotz ihrer Erkrankung den Anschluss an ihren Schulalltag und die Klassengemeinschaft nicht zu verlieren.“ © St. Vincenz Gesundheitsverbund