„PRÄVENTION IM TEAM“: LANDESREGIERUNG VERLÄNGERT ERFOLGSPROGRAMM ZUR GEWALTPRÄVENTION AN HESSISCHEN SCHULEN UM WEITERE FÜNF JAHRE
Innenstaatssekretär Martin Rößler: „Mit der Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung setzen wir ein starkes Zeichen für die Gewaltprävention in Hessen.“
Wiesbaden/Linden. Die Hessische Landesregierung hat die Kooperationsvereinbarung für das Programm „Prävention im Team Hessen“ (PiT) um weitere fünf Jahre verlängert. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben Staatssekretär Martin Rößler (Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz), Staatssekretärin Manuela Strube (Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales) und Staatssekretär Dr. Manuel Lösel (Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen) bei einem Termin in der Anne-Frank-Schule in Linden unterzeichnet. Die kooperative Gesamtschule nimmt seit 20 Jahren mit Klassen und Arbeitsgemeinschaften der Jahrgangsstufe 7 am PiT-Programm teil.
„Prävention im Team Hessen“ ist das zentrale Präventionsprogramm der Landesregierung im „Netzwerk gegen Gewalt“, landesweit nehmen daran derzeit 130 Schulen teil. PiT bringt die Schulen, Polizei und Jugendhilfe zusammen, um Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 6 bis 8 Strategien zur Vermeidung und Bewältigung von Gewaltsituationen aufzuzeigen und zudem die Konfliktfähigkeit und Zivilcourage der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Zentrale Bausteine des seit 2004 bestehenden PiT-Programms sind die Aus- und Weiterbildung der an den Schulen gebildeten Präventionsteams, das regelmäßige Training mit den Schülerinnen und Schülern und die Unterstützung von Schulen im Hinblick auf Gewaltphänomene im digitalen Raum.
Innenstaatssekretär Martin Rößler zeigte sich erfreut über die Fortsetzung und den Erfolg des Programms Prävention im Team: „Mit der Unterzeichnung der neuen PiT-Kooperationsvereinbarung setzen wir ein starkes Zeichen für die Gewaltprävention in Hessen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt einen Anstieg von Gewaltkriminalität. Deshalb müssen wir diesem Phänomen frühestmöglich entgegenwirken und bereits junge Menschen sensibilisieren.
Genau das geschah beim PiT-Programm von Anfang an, so dass wir heute auf 22 Jahre erfolgreicher Präventionsarbeit an hessischen Schulen zurückblicken können. Das Programm setzt auf Deeskalation. Es zielt darauf ab, eine Gewaltsituation möglichst frühzeitig als solche zu erkennen und sich in diese nicht hineinziehen zu lassen. Wir stärken damit die Fähigkeiten junger Menschen, in schwierigen Situationen nicht auf Gewalt, sondern auf Deeskalation zu setzen.
Das Innenministerium unterstützt PiT über das ,Netzwerk gegen Gewalt‘ bei der Programmsteuerung und stellt sicher, dass die Landespolizei Beamte und Trainer für die Aus- und Weiterbildung der PiT-Teams zur Verfügung stellt. Ich danke allen, die an diesem bewährten und sinnvollen Programm mitwirken. Der Anne-Frank-Schule wünsche ich für die nächste Etappe ihrer Prävention im Team alles Gute.“
42.000 EURO JÄHRLICH FÜR LEBENSWELTORIENTIERTE GEWALTPRÄVENTION
Sozialstaatssekretärin Manuela Strube betonte den modernen und stark an der Lebenswelt junger Menschen orientierten Ansatz des Programms: „Gewaltprävention ist für unser freiheitliches und demokratisches Gemeinwesen von zentraler Bedeutung. Sie muss da stattfinden, wo Kinder und Jugendliche leben, lernen und sich entwickeln. Sie muss ansetzen, bevor Konflikte eskalieren, indem sie respektvolles Miteinander, soziale Verantwortung und einen bewussten Umgang mit Vielfalt in den Mittelpunkt stellt.“ ‚Prävention im Team‘ verfolge diesen nachhaltigen Ansatz und leiste damit einen wertvollen Beitrag zur Gewaltprävention in Hessen. Das Programm führe Schule, Jugendhilfe und Polizei zusammen und damit die Erfahrung, Kompetenz und Verantwortung, über die die Institutionen verfügten, so Strube weiter: „‚Prävention im Team‘ steht beispielhaft für modernes staatliches Handeln: vernetzt, ressortübergreifend, wissenschaftlich fundiert und konsequent am Wohl junger Menschen orientiert. Wir als Sozialministerium leisten unseren inhaltlichen Beitrag durch die Zuständigkeit für die Jugendhilfe – und ich bin froh, dass wir die wertvolle Arbeit des Programms im Rahmen der neuen Kooperationsvereinbarung mit Mitteln in Höhe von 42.000 Euro pro Jahr absichern können“, so die Sozialstaatssekretärin.
Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel: „Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens, sie ist auch ein Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche Werte wie Respekt, Verantwortung und ein gewaltfreies Miteinander lernen. Mit ‚Prävention im Team‘ haben wir ein Gewaltpräventionsprojekt geschaffen, das diesen Auftrag stärkt und zugleich wirksame Präventionsarbeit leistet und damit ein hilfreicher Baustein unserer verpflichtenden Schutzkonzepte sein kann. Als Bildungsministerium tragen wir das Programm mitten in den Schulalltag und stellen erfahrene Lehrkräfte als Landestrainerinnen und Landestrainer für die Aus- und Weiterbildung der PiT-Teams bereit und verankern die gewaltfreie Konfliktbewältigung fest im pädagogischen Handeln. Mit der neuen Vereinbarung gehen wir den nächsten Schritt und entwickeln PiT für die dritten und vierten Klassen weiter – denn wirksame Prävention beginnt so früh wie möglich. Mein Dank gilt unseren Kooperationspartnern, aber vor allem unseren Lehrkräften, die sich im Rahmen des Projekts Tag für Tag engagieren.“ © HMdIS