Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann unterzeichnen Kooperationsvereinbarung für gemeinsamen Einsatz des Holodeck – Bis zu 50 Tatorte jährlich erfasst und digital rekonstruiert – Wertvolles Instrument kriminaltechnischer Arbeit – Einzigartiges bayerisches Innovationsprojekt
Wiesbaden/München. Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck hat heute gemeinsam mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute gemeinsam mit dem hessischen eine Interministerielle Kooperationsvereinbarung für Zusammenarbeit und langfristige Innovationspartnerschaft zwischen Bayern und Hessen zur gemeinsamen Weiterentwicklung des sogenannten Holodecks unterzeichnet. Herrmann erläuterte, dass das System – eine digitale Arbeitsumgebung, in der komplexe Tatorte dreidimensional betrachtet, analysiert und dokumentiert werden können – den Übergang vom Forschungsprojekt in den polizeilichen Wirkbetrieb erfolgreich durchlaufen habe. „Seitdem werden jährlich etwa 40 bis 50 Tatorte erfasst und digital rekonstruiert.“
Für Poseck und Herrmann bringt der Einsatz des Holodecks einen erheblichen Mehrwert in der kriminaltechnischen Arbeit. Mit dem Holodeck ließen sich räumliche Zusammenhänge deutlich besser nachvollziehen als mit klassischen Fotos oder Skizzen. Ermittler erhielten so eine zusätzliche Möglichkeit, komplexe Sachverhalte zu rekonstruieren und gemeinsam zu bewerten. Herrmann: „Aus Sicht von Polizei und Justiz hat sich das Holodeck als wertvolles Unterstützungssystem und praxisrelevantes Instrument der kriminaltechnischen Arbeit in Bayern etabliert.“ Es handle sich dabei aber nicht nur um ein in dieser Konzeption bis dato einzigartiges, bayerisches Innovationsprojekt. „Vielmehr entwickelt sich das Holodeck zunehmend zu einem Vorbild für moderne kriminaltechnische Arbeitsumgebungen.“ Bayern übernehme damit eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und dem Transfer innovativer Technologien für die Sicherheitsbehörden.
So hat sich das Holodeck in kurzer Zeit nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus einen Namen gemacht. Insbesondere das Hessische Landeskriminalamt bekundete großes Interesse an der bayerischen Technologie. So sollen aktuelle Entwicklungen gemeinsam erforscht, erprobt und in die polizeiliche Praxis überführt werden. Hierbei wird insbesondere auch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in den Fokus genommen, um auch Ermittlungen im virtuellen Raum bestmöglich durch intelligente Assistenzsysteme unterstützen zu können.
Hessens Innenminister Roman Poseck ergänzte zur bayerisch-hessischen Zusammenarbeit: „Mit der Kooperationsvereinbarung schlagen Hessen und Bayern ein neues Kapitel der länderübergreifenden Zusammenarbeit in der Kriminaltechnik auf. Gemeinsam bündeln wir unsere Expertise, entwickeln innovative Technologien gezielt weiter und bringen sie schneller in die polizeiliche Praxis. Dieses gemeinsame Projekt ist ein echter Gamechanger. Es schafft ein bundesweit herausragendes Alleinstellungsmerkmal und stärkt die führende Rolle unserer beiden Länder bei der Digitalisierung der Verbrechensbekämpfung.“
Ein sichtbarer Meilenstein dieser Innovationspartnerschaft werde die feierliche Inbetriebnahme der neuen Virtual-Reality-Fläche des Hessischen Landeskriminalamts im Herbst sein. Dort können komplexe Tatorte künftig in einer modernen virtuellen Arbeitsumgebung dreidimensional analysiert, rekonstruiert und gemeinsam bewertet werden. Poseck: „Damit schaffen wir einen spürbaren Mehrwert für Polizei und Justiz und erhöhen zugleich die Qualität kriminaltechnischer Ermittlungen zum Schutz der Menschen.“ © HMdIS