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Neue Studie: Zukunftstechnologien sind starke Treiber für die Nachfrage nach Metallen

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat heute in Berlin auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM eine neue Forschungsstudie zu potenziellen künftigen Rohstoffbedarfen im Bereich wichtiger Zukunftstechnologien vorgestellt.

Die im Auftrag der DERA von den beiden Fraunhofer-Instituten erstellte vierte Ausgabe der Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien“ bietet einen Ausblick auf den Rohstoffbedarf in 34 führenden Technologien für das Jahr 2045. Auf Grundlage heutiger Marktdaten und unterschiedlicher wirtschaftspolitischer Szenarien führten die Forscherinnen und Forscher eine Abschätzung der Nachfrageentwicklung bei Rohstoffen für die Technologiecluster Mobilität, Luft- und Raumfahrt, Digitalisierung, Strom- und Datennetzwerke sowie Energietechnologien und Dekarbonisierung durch. Das Ergebnis: Der Bedarf an Rohstoffen für Zukunftstechnologien wird weiter stark wachsen. Bei 12 von insgesamt 14 im Detail untersuchten Hochtechnologie-Metallen der Studie könnte der Bedarf derart stark ansteigen, dass die Nachfrage nach diesen Rohstoffen im Jahr 2045 sogar den Umfang ihrer aktuellen Produktion übersteigen würde.

So werden nachhaltige Technologien wie beispielsweise die Wasser-Elektrolyse zu einem massiven Nachfrageanstieg nach Iridium führen. Der Bedarf nach dem extrem dichten Übergangsmetall könnte in 20 Jahren die aktuelle Produktion um das 12-fache übersteigen. Der weitere Ausbau der E-Mobilität könnte dazu führen, dass im gleichen Zeitraum die Nachfrage nach dem Batterierohstoff Lithium die heutige Produktion des Metalls um den Faktor 5 übertrifft. Auch der Bedarf nach schweren Seltenen Erden wächst durch ihre zunehmende Verwendung in Traktionsmotoren, Windrädern oder Klimaanlagen rasant und könnte laut Studie 2045 ihre heutige Weltproduktion gleichfalls deutlich übersteigen. Der Einsatz in Superlegierungen dürfte zu einer stark steigenden Nachfrage nach den Metallen Rhenium und Tantal führen. Eine Vervielfachung der bisherigen Nachfrage halten die Forscherinnen und Forscher bei Platin für möglich. Grund ist der stark wachsende Ausbau von Rechenzentren, auch aufgrund der zunehmenden KI-Nutzung.

DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz: „Der starke Ausbau der erneuerbaren Energietechnologien und der Elektromobilität in den 2010er Jahren hat gezeigt, wie stark Zukunftstechnologien die Rohstoffnachfrage und damit die Rohstoffmärkte beeinflussen können. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb um Rohstoffe im geopolitischen Kontext immer weiter zu. Auch deshalb hat das Rohstoffthema überall die obersten Führungsebenen in Wirtschaft und Politik erreicht.“

Die DERA betreibt im Auftrag der Bundesregierung ein umfassendes Rohstoffmonitoring, um Schwachstellen am Anfang der Wertschöpfungsketten frühzeitig zu erkennen und auf potenzielle Preis- und Lieferengpässe im Rohstoffsektor hinzuweisen. Die Forschungsstudie ist als Untersuchung der aktuellen und zukünftigen Rohstoffnachfrage ein wichtiger Eckpfeiler des DERA-Rohstoffmonitorings und wird daher alle fünf Jahre aktualisiert.

Studie:
https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DERA/DE/Themen/Rohstoffbedarfe/Zukunftstechnologien/zukunftstechnologien_node.html © BGR