FDP-Landtagsabgeordnete fragt Landesregierung nach weiteren Planungen und regionaler Einbindung
Der Fund eines eisenzeitlichen Fürstengrabes bei Bad Camberg hat nicht nur in der Fachwelt große Aufmerksamkeit ausgelöst. Nach Einschätzung des hessischen Landesarchäologen handelt es sich um einen Fund von europäischer Bedeutung. Die heimische FDP-Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer hat auch deshalb dazu im Hessischen Landtag eine Kleine Anfrage an die schwarz-rote Landesregierung um den zuständigen Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) eingebracht.
Ziel der Anfrage ist es, frühzeitig Klarheit über die weiteren Schritte bei der wissenschaftlichen Untersuchung, der Restaurierung sowie einer möglichen späteren öffentlichen Präsentation der Funde zu erhalten. Ebenso soll geklärt werden, welche Rolle die Region Bad Camberg und der Landkreis Limburg-Weilburg in den weiteren Planungen spielen.
„Ein Fund dieser Größenordnung wirft automatisch die Frage auf, wie Forschung, Vermittlung und regionale Entwicklung beispielsweise auch hinsichtlich des Tourismus sinnvoll miteinander verbunden werden können“, erklärt die Limburger liberale Landtagsabgeordnete Schardt-Sauer. „Mich interessiert insbesondere, welche Überlegungen die Landesregierung hierzu anstellt und ob bereits Gespräche mit der Stadt Bad Camberg oder weiteren regionalen Akteuren geführt wurden.“
In ihrer Anfrage fragt die Abgeordnete unter anderem nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Untersuchungen, weiteren geplanten Grabungen im Umfeld, den zu erwartenden Kosten sowie möglichen Standorten für eine spätere Ausstellung der Funde.
Darüber hinaus wird die Landesregierung um Einschätzung gebeten, welche touristischen und wirtschaftlichen Potenziale im Zusammenhang mit dem Fund gesehen werden und welche Rolle dabei eine Einbindung der gesamten Region Limburg-Weilburg spielen könnte.
Als Vergleichsbeispiel verweist die Liberale auf die Entwicklung der Keltenwelt am Glauberg in der Wetterau. Dort habe sich gezeigt, dass ein außergewöhnlicher archäologischer Fund zu einem starken Impuls für Forschung, Bildung und Tourismus werden kann.
„Der Blick auf den Glauberg in die Wetterau zeigt, welches Entwicklungspotenzial in solchen Funden steckt. Dort ist es nicht zuletzt auf FDP-Initiative gelungen, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Vermittlung an einem Standort zu bündeln und so eine hohe Ausstrahlung für die gesamte Region zu erzeugen“, so Schardt-Sauer.
Vor diesem Hintergrund soll die Landesregierung auch darlegen, welche Erkenntnisse sie aus dieser Entwicklung zieht und ob vergleichbare Ansätze für Bad Camberg geprüft werden.
Schardt-Sauer betont: „Es geht ausdrücklich nicht um Vorfestlegungen. Aber bei einem Fund von dieser Bedeutung ist es sinnvoll, frühzeitig und gemeinsam mit den kommunalen Partnern zu prüfen, welche Perspektiven sich für Forschung, Vermittlung und regionale Entwicklung ergeben können.“ © Marion Schardt-Sauer (MdL)