Roman Poseck: „Videoschutzanlagen liefern insgesamt einen Sicherheitsgewinn. Sie werden einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Sicherheit auf der Zeil in Frankfurt weiter zu erhöhen.“
Wiesbaden/Frankfurt. Innenminister Roman Poseck und Polizeipräsident Stefan Müller haben heute zwei neue Standorte für weitere Videoschutzanlagen in Frankfurt eingeweiht. Es gibt bereits an der Hauptwache (seit August 2021) und Konstablerwache (seit Juni 2023) Videoschutzanlagen. Die bestehende Lücke im Bereich des Einkaufszentrums „My Zeil“ und in Höhe des „Brockhausbrunnens“ wird nun mit der Installation weiterer Kameratechnik geschlossen.
Innenminister Roman Poseck erklärte vor Ort: „Es freut mich, dass wir heute das Kapitel der Sicherheitskameras für Frankfurt erweitern. Mit dem Einsatz neuer Videotechnik an zwei neuralgischen Punkten der Zeil verbessern wir die Sicherheit für die Bürger vor Ort. Die Zeil ist die größte Einkaufsstraße Hessens und mit ihren Nebenstraßen vor allem an Wochenendabenden ein Kriminalitätsbrennpunkt. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei knapp 5.000 Straftaten in diesem Bereich. Neben den ca. 1.700 Ladendiebstählen handelte es sich um ca. 500 Körperverletzungen, über 200 Drogendelikte und mehr als 70 Raubstraftaten. Die Hälfte aller Straftaten in der Frankfurter Innenstadt haben ihren Tatort auf der Einkaufsstraße.
Darauf haben wir reagiert: Als Teil der Innenstadtoffensive wurde im vergangenen Winter die BAO Zeil eingerichtet. Diese setzt auf regelmäßige Kontrollen an Freitag- und Samstagabenden sowie auf wiederkehrende Großkontrollen in Form von „Action Days“ wie zuletzt Ende März. Die Polizei verfolgt dabei eine „Null-Toleranz“ Strategie.
Um die Sicherheit in der Frankfurter Innenstadt weiter zu erhöhen, setzen wir auf die bewährten Videoschutzanlagen. Diese haben in der Vergangenheit bereits einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung von Straften geleistet. Dazu gehört eine schnelle Täterfestnahme nach einer schweren Körperverletzung im November 2025 durch Aufnahmen der Videoschutzanlage an der Konstablerwache. In einem weiteren Sachverhalt im Juni 2025 konnte mithilfe der Anlage ein Tatverdächtiger identifiziert werden, der zuvor gefährliche Körperverletzung mittels einer Pfefferpistole begangen hat. Im Februar 2025 verhalf die Videoschutzanlage Trickdiebe zu überführen. Auch in meinen Gesprächen mit Polizeibeamten in ganz Hessen wird immer wieder deutlich hervorgehoben, dass die Kameras einen hohen präventiven Charakter haben und zugleich ein wichtiges Element zur Aufklärung von Straftaten sind. Ein Vorteil ist zudem, dass das Geschehen „live“ beobachtet und so fortlaufend neu bewertet werden. Dies führt zu zahlreichen Festnahmen und Tataufklärungen. Im Nachgang können so auch komplexe Geschehensabläufe beliebig oft aus unterschiedlichen Winkeln ausgewertet und rekonstruiert werden. Die Polizei kann mithilfe der Videoschutzanlage Sachverhalte besser bewerten und dadurch schneller und zielgerichteter reagieren.
Zugleich ergänzen wir mit den neuen Kameras unsere Sicherheitsstrategie zwischen den bereits bestehenden Videoschutzzonen an der Haupt- und Konstablerwache. Zukünftig wird es so möglich sein, die Präsenz- und Kontrollmaßnahmen der Polizei in diesem kriminalitätsbelasteten Bereich mit fortschrittlichster Technik sinnvoll zu unterstützen.
Videoschutzanlagen liefern insgesamt einen Sicherheitsgewinn. Diesen positiven Eindruck haben mir viele Beamte bei meinen Besuchen im Rahmen der Innenstadtoffensive Anfang April vermittelt. Auch die deutlichen Rückgänge von Kriminalität, die wir in Städten der Innenstadtoffensive zu verzeichnen haben, gehen unter anderem auf den Einsatz von Videoschutzanlagen zurück.
Erst vergangene Woche haben wir den Einsatz KI-gestützter Videoanalyse für die Konstablerwache und Hauptwache bekannt gegeben. Damit ist die Polizei Frankfurt neben dem KI-Einsatz im Bahnhofsviertel Vorreiter in moderner Polizeiarbeit – auch über die hessischen Landesgrenzen hinweg.
Videoschutzanlagen sind ein bewährter Baustein unseres Sicherheitskonzeptes. Sie werden auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu einem Mehr an Sicherheit leisten. Klar ist aber auch, dass Videoschutzanlagen kein Allheimmittel, sondern immer Teil eines Maßnahmenbündels sind, um in Hessen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.“
In Höhe des Einkaufscenters „MyZeil“ kommt ab sofort eine 360-Grad-Kamera zum Einsatz. Im Bereich des „Brockhausbrunnens“ wurden zwei kleinere Kameras installiert. Bei den Geräten handelt es sich um polizeieigene Technik, deren Aufnahmen, wie die der anderen Videoschutzanlagen, im Video-Operations-Center des Polizeipräsidiums Frankfurt live gesichtet werden.
Polizeipräsident Stefan Müller stellt fest: „Die Kombination von moderner Videotechnik, Livebeobachtung und Polizeipräsenz ist ein Erfolgsrezept für den Rückgang von Straftaten in kriminalitätsbelasteten Bereichen. Im Bahnhofsgebiet ist es uns auf diese Weise gelungen, Straßenraube und Taschendiebstähle deutlich zu reduzieren und viele Fälle aufzuklären. Ich bin zuversichtlich, dass sich diese Erfolge auch auf der Zeil einstellen werden.
Im vergangenen Jahr klärte die Frankfurter Polizei mit den Videoschutzanlagen 1.003 Fälle im gesamten Stadtgebiet auf. Hierunter fallen u. a. 375 Körperverletzungsdelikte, 188 Eigentumsdelikte, 121 Rauschgiftdelikte, 75 Raubdelikte und 17 Sexualdelikte.
Knapp 80 Prozent (797) dieser aufgeklärten Taten entfallen auf das Frankfurter Bahnhofsgebiet. Darunter fanden sich unter anderem 304 Körperverletzungsdelikte, 62 Raubdelikte und zehn Sexualdelikte sowie 160 Eigentumsdelikte und 103 Rauschgiftdelikte.
Über die Videotechnik in der Innenstadt konnten bei 206 Straftaten Täter bzw. Täterinnen ermittelt werden. Darunter 71 Körperverletzungsdelikte, 13 Raubdelikte und sieben Sexualdelikte. Zudem konnten 18 Rauschgiftdelikte und 28 Eigentumsdelikte aufgeklärt werden. © HMdIS