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Meilenstein der Bevölkerungswarnung: ISF-Projekt „Warnung der Bevölkerung“ erfolgreich abgeschlossen

Vom Forschungsprojekt zur Selbstverständlichkeit im Alltag

Das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordinierte und durch Mittel des Inneren Sicherheitsfonds (ISF) der Europäischen Union finanzierte Projekt hat die Bevölkerungswarnung in Deutschland weit vorangebracht – technisch, organisatorisch und gesellschaftlich. Viele der im Projekt entwickelten Ansätze sind inzwischen gelebte Praxis: vom flächendeckenden Ausbau und der Weiterentwicklung des Modularen Warnsystems (MoWaS) als zentrales technisches Element des deutschen Warnsystems über neue Warnkanäle, wie digitale Stadtinformationstafeln, bis hin zur sozialwissenschaftlich fundierten Warnkommunikation.

Warnung ist mehr als Technik: Der Mensch im Mittelpunkt

Ein prominentes Beispiel ist der Bundesweite Warntag, der im Rahmen des ISF-Projekts konzipiert und erstmals umgesetzt wurde. Heute ist er ein fester Termin in den Kalendern – und ein zentrales Instrument zur Sensibilisierung der Bevölkerung und Erprobung der Bundeswarnsysteme.

Ein besonderer Fokus des Projekts lag zudem auf den sozialwissenschaftlichen Aspekten: Wie nehmen Menschen Warnungen wahr? Was führt dazu, dass sie verstanden und ernst genommen werden? Die gewonnenen Erkenntnisse fließen seither unter anderem in Leitlinien, Handreichungen und praxisnahe Empfehlungen für warnende Stellen ein.

Dr. René Funk, Vizepräsident des BBK:
„Das EU-geförderte ISF-Projekt hat die Warnung der Bevölkerung entscheidend vorangebracht. Vieles davon ist heute selbstverständlich – und genau das zeigt den Erfolg. Wir haben gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen die Grundlagen für eine moderne, wirksame Warnung geschaffen. Mit dem Abschluss des Projekts endet die Forschungsphase – nicht aber die Wirkung: Die in diesem Rahmen entwickelten Ergebnisse und Strukturen werden dauerhaft in die Arbeit des BBK und der warnenden Behörden integriert.“

Philipp Wiemes, Projektleiter ISF-Projekt:
„Die Projektarbeit war geprägt von Innovationsfreude, wissenschaftlicher Tiefe und einer außergewöhnlich guten Zusammenarbeit über die verschiedenen Ebenen und Disziplinen hinweg. Dass unsere Ergebnisse auch die Warnung auf Landesebene stärken konnten und im Alltag der Menschen angekommen sind, ist für das gesamte Projektteam ein großartiger Erfolg.“

Auch die Bundesländer bewerten die Ergebnisse als überaus wertvoll – etwa mit Blick auf die Warninfrastrukturen vor Ort durch den Ausbau des Modularen Warnsystems und Sirenen sowie die Etablierung des Bundesweiten Warntages. Zudem förderte der regelmäßige Austausch zwischen den Ländern eine Weiterentwicklung der Warnsysteme.

Uwe Becker, Vorsitzender der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe mit Vertretungen aus Bund und Ländern:
„Der Austausch in diesem Bund-Länder-Projekt war ausgezeichnet und hat die Entwicklung der Warnsysteme in den Ländern entscheidend vorangetrieben. Die Bevölkerungswarnung ist so stark im Bewusstsein wie nie zuvor. Wir hoffen sehr, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt fortführen zu können.“

Ausblick: Erkenntnisse wirken über das Projekt hinaus

Zwar ist die Projektförderung abgeschlossen, nicht jedoch die inhaltliche Auseinandersetzung mit wirksamer Bevölkerungswarnung. Die gewonnenen Erkenntnisse etwa zu sozialen, psychologischen und kommunikativen Aspekten von Warnung fließen auch weiterhin in die fachliche Arbeit des BBK ein. Sie liefern wichtige Impulse für die weitere Entwicklung einer klaren, verlässlichen und zielgruppengerechten Warnkommunikation.

Die im Projekt entwickelten Inhalte, Studien und Materialien bleiben weiterhin verfügbar und bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Bevölkerungswarnung in Deutschland.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.bbk.bund.de/isf-projekt

Die Pressestelle des BBK steht Medienvertreterinnen und -vertretern gerne unterstützend zur Verfügung. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie die Kontaktinformationen der Pressestelle finden Sie auf der Webseite des BBK unter www.bbk.bund.de/presse.

Über das BBK

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und das zentrale Organisationselement für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Es wurde am 1. Mai 2004 errichtet und hat seinen Hauptdienstsitz seit Juli 2006 in Bonn-Lengsdorf mit weiteren Standorten in Bonn, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Berlin. Vizepräsident ist seit dem 16. Oktober 2023 Dr. René Funk. An den fünf Standorten beschäftigt die Behörde aktuell rund 760 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das BBK ist dafür zuständig, den zivilen Bevölkerungsschutz neben Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten als vierte Säule im nationalen Sicherheitssystem zu verankern. Die zentralen Aufgaben sind es, den Schutz für die Bevölkerung für einen Spannungs- oder Verteidigungsfall zu organisieren, Bürgerinnen und Bürger für Vorsorge und Selbstschutz zu sensibilisieren sowie die Zivile Verteidigung auszubauen und das nationale Krisenmanagement zu stärken. Das BBK berät und unterstützt die anderen Bundes- und Landesbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Mehr Informationen finden Sie unter www.bbk.bund.de.

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