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Kommunalwahl 2026 in Limburg: Parteien setzen unterschiedliche Schwerpunkte beim Radverkehr

 

Anlässlich der Kommunalwahl am 15. März 2026 hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Limburg-Weilburg die Parteien in Limburg zu ihren Positionen zur Förderung des Radverkehrs befragt. Hintergrund sind die Ziele des Masterplans Mobilität 2030, mit dem die Stadt eine Verkehrswende erreichen möchte. Zu den zentralen Maßnahmen gehören drei geplante Velorouten zwischen Diez und Limburg, Elz und Limburg sowie zwischen der Limburger Innenstadt und Lindenholzhausen.

Der ADFC wollte von den Parteien wissen, wie stark sie sich in der kommenden Legislaturperiode für die Umsetzung dieser Projekte einsetzen wollen und wie sie bei möglichen Zielkonflikten zwischen Auto- und Radverkehr entscheiden würden. Er bietet hierfür eine Punkte- oder Bewertungsskale von 1 - 10 an.

Große Unterstützung – aber unterschiedliche Begründungen

Die Antworten der Parteien zeigen insgesamt eine breite Unterstützung für den Ausbau der Radinfrastruktur, allerdings mit unterschiedlichen politischen Prioritäten.

Bündnis 90/Die Grünen beantworten beide Fragen mit der Höchstnote 10. Die Partei betont, dass sie sich in der Vergangenheit wiederholt nach dem Fortschritt beim Ausbau von Radwegen erkundigt habe – etwa beim Radweg an der Diezer Straße – und den Ausbau der Infrastruktur künftig deutlich voranbringen möchte.

Auch SPD und Die Linke bewerten ihre Unterstützung sehr hoch. Beide Parteien sehen ihre Bereitschaft zur Umsetzung der Maßnahmen bei 9 bis 10 Punkten. Die SPD verweist jedoch auf praktische Hürden. So fehlten beispielsweise finanzielle Mittel für eine Machbarkeitsstudie zur Route Richtung Hadamar, und bei der Verbindung nach Diez sei eine Zustimmung von Hessen Mobil erforderlich. Zudem könne es notwendig werden, Parkplätze zugunsten des Radverkehrs umzuwidmen.

Die CDU unterstützt die geplanten Lückenschlüsse grundsätzlich und bewertet ihre Bereitschaft zur Umsetzung mit 9 Punkten. Bei möglichen Konflikten zwischen Auto- und Radverkehr sieht sie jedoch stärker die Notwendigkeit von Abwägungen und vergibt hierfür 6 Punkte. Außerdem weist sie darauf hin, dass der Ausbau der Radinfrastruktur auch von der finanziellen Situation der Stadt abhängt.

Die FDP lehnt eine Bewertung auf der vorgeschlagenen Skala grundsätzlich ab. Sie erinnert daran, dass sie den Masterplan Mobilität 2019 nicht unterstützt hat und plädiert für eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsträger gleichermaßen berücksichtigt.

ADFC sieht Chancen für Fortschritte

Der ADFC Limburg-Weilburg bewertet die Antworten insgesamt vorsichtig optimistisch. Nach Einschätzung des Vereins geben die Rückmeldungen der Parteien in unterschiedlicher Ausprägung Anlass zur Hoffnung, dass die im Radverkehrskonzept vorgesehenen „Leuchtturmprojekte“ in den kommenden fünf Jahren deutlich vorangebracht werden können.

Gleichzeitig wird in den Antworten deutlich, dass zentrale Fragen weiterhin zu klären sind – etwa die Rolle von Hessen Mobil bei einzelnen Streckenführungen oder der Umgang mit Flächenkonflikten im Straßenraum. Aus Sicht des ADFC gehört dazu auch die offene Diskussion darüber, ob im Einzelfall Parkplätze zugunsten wichtiger Radverbindungen entfallen müssen. Auch wenn dies für betroffene Anwohner nicht leicht zu vermitteln sei, könne dies im Sinne des Gemeinwohls notwendig werden.

Der ADFC Limburg-Weilburg wird die Entwicklung der Radverkehrspolitik in Limburg auch nach der Kommunalwahl aufmerksam begleiten.

(C) Frank Menz / ADFC Limburg-Weilburg