
IHK-Standortumfrage:
Unternehmen bewerten Wirtschaftsstandort Brechen
Betriebe sehen Stärken bei Lebensqualität und Natur – Handlungsbedarf bei den Standortkosten
Die Unternehmen in Brechen bewerten die Rahmenbedingungen ihres Wirtschaftsstandortes insgesamt mit der Note 3,29. Hinter dieser Gesamtbewertung steht die Beurteilung verschiedener Standortfaktoren, die von den Betrieben unterschiedlich bewertet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Standortumfrage der IHK Limburg.
Befragt wurde eine Auswahl von IHK-Mitgliedsunternehmen aus verschiedenen Branchen mit Sitz in Brechen. Von 313 kontaktierten Betrieben beteiligten sich 36 Unternehmen an der Erhebung. Sie konnten insgesamt 47 Standortfaktoren nach ihrer Bedeutung und Zufriedenheit auf einer sechsstufigen Skala von „sehr zufrieden“ (1) bis „sehr unzufrieden“ (6) bewerten. Daraus ergibt sich ein umfassendes Bild über die Standortbedingungen in der Gemeinde.
Rund 62 Prozent der Unternehmen sind eher zufrieden bis sehr zufrieden, während etwa 38 Prozent eher unzufrieden bis sehr unzufrieden sind.
Ein wertvolles Stimmungsbild für Gemeinde und Wirtschaft
„Leistungsfähige Unternehmen brauchen gute Standortbedingungen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu erfahren, wie die Betriebe ihren Wirtschaftsstandort bewerten und wo sie Verbesserungsbedarf sehen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer. „Unsere Standortumfragen liefern Kommunen und Wirtschaft eine fundierte Grundlage, um gemeinsam an den richtigen Stellschrauben zu arbeiten. Sie machen vorhandene Stärken sichtbar und zeigen zugleich auf, an welchen Punkten die Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden können, damit Brechen auch künftig ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt.“
Die Ergebnisse der Befragung wurden mit Bürgermeister Frank Groos erörtert und nun gemeinsam vorgestellt. Brechen kann in mehreren Bereichen auf gute Bewertungen verweisen – insbesondere bei der Natur, der Heimatverbundenheit und der Lebensqualität. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen der Unternehmen, an welchen Punkten Gemeinde und regionale Partner künftig ansetzen können, um die Standortbedingungen weiter zu verbessern.
Lebensqualität und Wohnqualität als Stärken
Bei den sogenannten weichen Standortfaktoren schneidet Brechen insgesamt gut ab. Mit einem Durchschnittswert von 2,74 zeigt sich die Gemeinde als attraktiver Wohn- und Lebensort. Besonders positiv bewertet werden die Wohnqualität (2,27), die Kinderbetreuung (2,31) sowie die Umwelt- und Lebensqualität (2,48). Mittlere Werte erzielen unter anderem das Angebot an Grund- und weiterführenden Schulen (2,57), die Gesundheitsversorgung (2,60), das Betreuungsangebot für Senioren (2,63), das Sport- und Freizeitangebot (2,70) sowie das Image der Kommune (2,76). Etwas schwächer fallen die Bewertungen für das Einzelhandelsangebot (3,23) sowie das gastronomische Angebot (3,43) aus.
Brechen steht für Heimat und Natur
Emotional verbinden die Unternehmen Brechen besonders mit Natur und Heimat. Insgesamt erreicht dieser Themenbereich einen Durchschnittswert von 3,14. Positiv bewertet werden die Heimat (2,15), die Natur (2,34), die Sicherheit (2,63) sowie die Familienfreundlichkeit (2,63). Weniger stark wird die Gemeinde mit dem Kunst- und Kulturangebot (3,37), „Innovativ/kreativ“ (3,70), der Wirtschaftskraft (3,79) sowie dem Tourismus (4,54) assoziiert.
Infrastruktur insgesamt solide bewertet
Der bedeutendste Standortfaktor für die Unternehmen ist die Infrastruktur, die insgesamt mit 3,04 bewertet wird. Gute Bewertungen erhalten die Anbindung an den Schienenfernverkehr (2,33), die Anbindung an den ÖPNV (2,43), die Anbindung an den Flughafen (2,43), die Anbindung an das Fernstraßennetz (2,47) sowie die Breitbandversorgung (2,88). Mittlere Bewertungen gibt es für die Nähe zu Absatzmärkten und Kundennähe (3,00), die Leistungsfähigkeit des innerörtlichen Straßenverkehrs (3,10) sowie den baulichen Zustand der Verkehrsinfrastruktur (3,63).
Standortkosten und steuerliche Belastungen
Die Standortkosten werden von den Unternehmen insgesamt mit einem Durchschnittswert von 4,31 bewertet. Mäßige Bewertungen erhalten die Höhe der Personalkosten (3,62), die Verfügbarkeit von Wohnraum (4,00), die Miet- und Kaufpreise von Gewerbeimmobilien und Gewerbeflächen (4,03) sowie die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und Immobilien (4,13). Schwächer bewertet werden die Kosten für Wasser, Abwasser und Abfall (4,77). Am schwächsten fällt die Bewertung des Gewerbesteuerhebesatzes aus, der mit 5,26 den höchsten Wert in diesem Themenfeld erreicht.
Wirtschaftsförderung und Verwaltung im mittleren Bereich
Mit einem Durchschnittswert von 3,63 beurteilen die Unternehmen die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Wirtschaftsförderung insgesamt als solide. Mittlere Bewertungen fielen für die generelle Erreichbarkeit der Verwaltung (3,20), die Qualität des Onlineangebots (3,44), die Verlässlichkeit bei Wirtschaftsfragen und Entscheidungen (3,59), die Bearbeitung von Anliegen und Verfahren (3,60) sowie die Reaktionsgeschwindigkeit der Verwaltung (3,67) aus. Schwächer bewertet werden das Standortmarketing (3,72), die Begründung und Transparenz von Entscheidungen (3,83) sowie ein offenes Ohr für Wirtschaftsfragen (3,83).
Fachkräfte bleiben Herausforderung
Im Themenfeld Arbeitsmarkt und Bildung liegt der Zufriedenheitswert bei 3,65. Während die Nähe zu Berufsschulen (3,00) noch vergleichsweise positiv bewertet wird, zeigt sich bei der Verfügbarkeit von Fachkräften (3,69) Handlungsbedarf. Auch bei der Nähe zu Hochschulen (3,72), der Verfügbarkeit von Berufseinsteigern und Auszubildenden (3,83) sowie dem regionalen Weiterbildungsangebot (4,00) sehen die Unternehmen Verbesserungsbedarf. IHK-Standortumfragen
Die Befragung zu Brechen ist Teil einer Reihe kommunaler Standortanalysen der IHK Limburg, die regelmäßig durchgeführt werden. Ziel ist es, den Kommunen und Unternehmen eine datenbasierte Grundlage für das Standortmanagement zu geben. Die Umfragen dienen nicht dem Vergleich zwischen den Gemeinden, sondern der gezielten Verbesserung der jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Über die IHK Limburg: Die Industrie- und Handelskammer Limburg vertritt die Interessen von rund 13.000 Mitgliedsunternehmen in der Region. Sie setzt sich für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen ein, unterstützt Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung und fördert die regionale Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen unter www.ihk-limburg.de. © IHK-Limburg