Springe zum Inhalt

Brandschutzerziehung stärkt Sicherheit und Nachwuchs

BRANDSCHUTZERZIEHUNG STÄRKT SICHERHEIT UND NACHWUCHS / INNENMINISTER ZU GAST BEIM LANDESFORUM DER BRANDSCHUTZ-ERZIEHUNG DES LANDESFEUERWEHRVERBANDS HESSEN
Roman Poseck: „Brandschutzerziehung ist eine Investition in Zukunft und Sicherheit. Die aktuelle Bedrohungslage macht es notwendig, dem Bevölkerungsschutz einen größeren Stellenwert einzuräumen und das Thema auch im Schulunterricht fest zu etablieren.“
Wiesbden/Bensheim. Beim Landesforum Brandschutzerziehung und -aufklärung des Landesfeuerwehrverbands Hessen (LFV Hessen e.V.) in Bensheim steht heute die Prävention und der pädagogische Umgang mit Brandschutz im Mittelpunkt. Das alle zwei Jahre stattfindende Forum dient als zentrale Plattform für Weiterbildung, Austausch und Vernetzung von Brandschutzerziehern aus ganz Hessen. Im Fokus stehen aktuelle Konzepte, Materialien und Herausforderungen in der Brandschutzerziehung. Dabei geht es von der Digitalisierung über interkulturelle Ansätze bis hin zur Integration von Themen des Bevölkerungsschutzes in den Schulunterricht. Innenminister Roman Poseck würdigt in seinem Grußwort das Engagement der Brandschutzerzieher und unterstreicht die Bedeutung als unverzichtbaren Baustein für Sicherheit und Nachwuchsgewinnung:
„Brandschutzerziehung ist mehr als nur ein pädagogisches Angebot. Es ist eine Investition in die Sicherheit und Zukunft unserer Gesellschaft. Sie sensibilisiert Kinder und Jugendliche für den sorgsamen Umgang mit Feuer und Rauch und vermittelt das richtige Verhalten im Brandfall. Gleichzeitig bietet die Brandschutzerziehung die Chance, junge Menschen frühzeitig für eine Mitarbeit in den Nachwuchswehren zu begeistern. Das ist angesichts des demografischen Wandels und des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehren von besonderer Bedeutung.
Unser Brandschutzerziehungskonzept, das wir seit 2019 flächendeckend umsetzen, setzt hier Maßstäbe. Es umfasst die Einrichtung von 24 hauptamtlichen Brandschutzerziehungskoordinatoren in den Landkreisen, kreisfreien Städten und Städten mit Sonderstatus, die jährlich mit bis zu 20.000 Euro (in den ersten drei Jahren) bzw. 10.000 Euro (ab dem vierten Jahr) gefördert werden. Zudem haben wir eine Kompetenzstelle Brandschutzerziehung an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Marburg als zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Brandschutzerziehung in Hessen eingerichtet. Ein weiterer Meilenstein war die Beschaffung von 34 ‚Gerätewagen Brandschutzerziehung‘ im Wert von jeweils rund 90.000 Euro für alle Landkreise, kreisfreien Städte und Städte mit Sonderstatus. Das stärkt die flächendeckende und professionelle Umsetzung der Brandschutzerziehung in ganz Hessen und unterstreicht unsere Vorreiterrolle in diesem Bereich.
In Zeiten veränderter Sicherheitslagen in Deutschland und Europa muss die Brandschutzerziehung künftig noch stärker Themen des Bevölkerungsschutzes, insbesondere Selbstschutz und Selbsthilfe, aufgreifen. Wir müssen das Thema in die Gesellschaft tragen und vor allem auch junge Menschen besser erreichen. Leider verschließen immer noch viele Menschen in unserem Land die Augen vor den Realitäten. Die Bedeutung des Bevölkerungsschutzes ist in den skandinavischen und baltischen Ländern viel stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.
In enger Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) haben wir unser hessisches Konzept zur Vermittlung relevanter Inhalte der Brandschutzerziehung im Schulunterricht so ausgebaut, dass neben Inhalten der Brandschutzerziehung auch zentrale Themenbereiche des Bevölkerungsschutzes altersgruppenspezifisch vermittelt werden können.
Eine starke Grundlage für die hessenweite, flächendeckende Durchführung der Brandschutzerziehung und die Vermittlung von Basis-Informationen aus dem Bereich Bevölkerungsschutz im Schulunterricht hat die Novellierung des Hessischen Schulgesetzes im Jahr 2022 geschaffen. Dort wurde die Brandschutzerziehung als ‚Besondere Bildungs- und Erziehungsaufgaben‘ aufgenommen.
Im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen arbeitet das Land Hessen derzeit an der flächendeckenden Implementierung der Brandschutzerziehung als zentralem Baustein des Bevölkerungsschutzes in den Schulunterricht der dritten Klassen. Dass die Einbindung von Themen des Bevölkerungsschutzes in den Schulunterricht ein wirksames und notwendiges Mittel ist, hat auch die vergangene Innenministerkonferenz auf Initiative Hessens hervorgehoben.
Mein besonderer Dank gilt besonders allen ehrenamtlichen Brandschutzerziehern. Ihr Engagement ist unverzichtbar. Sie leisten nicht nur hervorragende Arbeit in der Brandschutzerziehung, sondern tragen auch maßgeblich zur Nachwuchsgewinnung für die Freiwillige Feuerwehr bei und das oft zusätzlich zu ihrem Beruf und ihren familiären Verpflichtungen. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank und Respekt!“ © HMdIS