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BKA: Zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung bei gleichzeitig mehrheitlich hohem Zuspruch zu demokratischen Grundprinzipien

BKA: Zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung bei gleichzeitig mehrheitlich hohem Zuspruch zu demokratischen Grundprinzipien (motra-k #26, 4.-5. März 2026)

Wiesbaden (ots) - Immer mehr Menschen in Deutschland zeigen sich offen gegenüber unterschiedlichen Varianten politisch extremistischer Ideologien. Gleichzeitig stützt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung die grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie. Dies geht aus dem MOTRA-Monitor 2024/25 hervor, den der MOTRA-Forschungsverbund heute und morgen auf seiner Jahreskonferenz in Wiesbaden vorstellt. Der Bericht enthält aktuelle Befunde aus seinem seit 2020 betriebenen Radikalisierungsmonitoring.

Neue Ergebnisse des MOTRA-Monitorings zu Radikalisierung in Deutschland

Demnach münden die weiterhin bestehenden vielfältigen gesellschaftlichen Krisenerscheinungen zunehmend auch in Formen von Radikalisierung. Die deutschlandweit repräsentativen Befragungen in MOTRA zeigen klar erkennbar für die Zeit von 2021-2025 Zunahmen unterschiedlicher Varianten extremistischer politischer Einstellungen. So ist beispielsweise die Rate der Menschen, die rechtsextremen Ideologien gegenüber offen sind, von 21,8 Prozent im Jahr 2021 auf 29,6 Prozent im Jahr 2025 gestiegen, was insbesondere für jüngere Altersgruppen gilt.

Die zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung geht mit einer deutlichen Zunahme der politisch motivierten Kriminalität einher: Mit 100,7 Delikten pro
100.000 Einwohnern wurde 2024 ein neuer Höchststand registriert. Der Trend setzt sich auch 2025 fort. Insbesondere sind seit 2020 die Zahlen an polizeilich registrierten Opfern politisch motivierter vorurteilsgeleiteter Kriminalität gestiegen (2020: 1.221 - 2024: 2.162, plus 77 Prozent). Es wird näher zu untersuchen sein, inwieweit dies Ausdruck der über die durchgeführten Repräsentativbefragungen gemessenen deutlichen Zunahme von Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit - insbesondere seit 2023 - ist: Mitte 2025 waren 7,2 Prozent der Befragten manifest antisemitisch sowie 28,3 Prozent manifest muslimfeindlich eingestellt.

Den Beispielen für eine zunehmende Radikalisierung steht zugleich ein wichtiger positiver Befund gegenüber: 2025 ist mit einer Rate von 85,6 Prozent trotz aller Krisen die Mehrheit der Bevölkerung positiv zu grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie eingestellt. 14,4 Prozent der in unseren Befragungen erreichten Personen sind zwar als demokratiedistant einzustufen.
Hier ist jedoch ein leichter Rückgang gegenüber dem 2023 gemessenen bisherigen Höchststand von 16,1 Prozent zu erkennen. Ob dieser Befund als ein früher Hinweis auf eine sich möglicherweise anbahnende Entspannung des Radikalisierungsgeschehens zu werten ist, bleibt abzuwarten. MOTRA wird dies in den kommenden Jahren weiter differenziert beobachten.

Der vollständige MOTRA-Monitor mit weiterführenden Informationen zu den Ergebnissen, Befunden sowie den eingesetzten Methoden des Radikalisierungsmonitorings ist unter folgendem Link abrufbar:

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Verantwortlich für den Inhalt:

Prof. Dr. Uwe Kemmesies, MOTRA-Verbundkoordinator Bundeskriminalamt Äppelallee
45 65203 Wiesbaden

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