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Limburg: Von Ahlbach in die Ukraine

Der neue Kindergarten in Ahlbach ist seit einigen Wochen in Betrieb, die Tage des alten Gebäudes sind gezählt. Der Auftrag für den Abriss ist vergeben, die freiwerdende Fläche wird für Stellplätze benötigt. Das Feuerwehrhaus befindet sich in direkter Nachbarschaft und das Bürgerhaus ebenfalls. Ein Teil der Einrichtung aus dem alten Kindergarten wird auch künftig weitergenutzt. Wo genau, das ist noch nicht klar. Es wird in der Ukraine sein.

Mit dem Abriss des alten Kindergartens war eigentlich auch das Ende der Einrichtung besiegelt, denn eine Verwendung in der neuen Kindertagesstätte war nicht vorgesehen und für gebrauchte Gegenstände ist die Nachfrage nicht gerade üppig. Steffen Kremer, der von der Hochbauabteilung der Stadt den Neubau begleitete und auch die weiteren Arbeiten (Abriss und Schaffung der Parkflächen) betreut, suchte jedoch nach einer weiteren Verwendung der Inneneinrichtung – und fand in der Ukraine-Hilfe Waldbrunn einen dankbaren Abnehmer.

Ob Spieltürme, Wickelkommode, Innentüren, die Abtrennungen in den WC-Bereichen, die kompletten Garderoben, alles landete in einem großen Anhänger. Sebastian Wüst hat für alles Verwendung und wurde bei der Demontage und dem Transport von zwei jungen Männern unterstützt, die aus der Ukraine geflohen sind und in der Region zumindest auf Zeit eine neue Heimat gefunden haben: Denys Kalyrichuk und Danyelo Pikalov. Das Trio musste mehrmals fahren, bis alles verstaut war, was noch gebraucht werden kann.

Die Gegenstände aus dem alten Kindergarten werden in Etappen ihre Ziele in der Ukraine erreichen. Wie Wüst berichtet, musste er die Gegenstände noch in Waldbrunn auf Paletten verstauen, die dann auf Lastwagen verladen die nächste Etappe absolvieren. Die Ukraine-Hilfe aus Waldbrunn, die als Interessengruppe zu dem Verein „Nikolaus hilft“ gehört und vor allem in der Betreuung und Unterstützung von Geflüchteten aktiv ist, bedient sich dabei der Fristo-Stiftung, die den Transport übernimmt und auch für die Verteilung der Hilfsgüter sorgt.

Dabei werden diese zunächst in einen Ort in Polen unmittelbar an der Grenze zur Ukraine gefahren. Von dort erfolgt dann die weitere Verteilung in die Einrichtungen in der Ukraine. „Für uns ist ganz wichtig, dass die Gegenstände möglichst schnell an Orte kommen, wo sie umgehend eingesetzt werden und nicht lange zwischengelagert werden“, sagt Wüst. © Stadt Limburg