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Kommunalwahl 2026: Parteien sehen unterschiedliche Rollen des Landkreises beim Ausbau des Radverkehrs

Limburg-Weilburg, März 2026

Anlässlich der Kommunalwahl am 15. März 2026 hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Limburg-Weilburg die im Kreistag vertretenen Parteien zu ihren Positionen zur Förderung des Alltagsradverkehrs befragt. Ziel der Anfrage war es, über allgemeine programmatische Aussagen hinaus konkrete Einschätzungen zur Umsetzung des Radverkehrskonzeptes des Landkreises zu erhalten.

Im Mittelpunkt standen zwei Beispiele aus dem Radverkehrskonzept: die geplante Raddirektverbindung Limburg–Hadamar sowie die notwendige Sanierung des Fernradwegs R8 im Bereich Runkel-Ennerich. Der ADFC wollte insbesondere wissen, ob der Landkreis künftig eine stärkere Rolle bei der Moderation interkommunaler Projekte übernehmen und finanzschwache Kommunen bei der Sanierung wichtiger Radwege unterstützen soll.
Unterschiedliche Vorstellungen über Rolle des Landkreises
Die Antworten der Parteien zeigen ein differenziertes Bild darüber, welche Rolle der Landkreis künftig beim Ausbau der Radinfrastruktur übernehmen sollte.

CDU und SPD sehen den Landkreis grundsätzlich auf einem guten Weg. Mit der Einrichtung von zwei Nahmobilitätskoordinatoren stehe den Kommunen bereits fachliche Unterstützung zur Verfügung. Diese würden bei Bedarf beratend tätig. Außerdem habe der Landkreis über den sogenannten Zukunftsfonds in den vergangenen Haushaltsjahren Mittel für Bau und Sanierung kommunaler Radwege bereitgestellt. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage sei dieser Fonds derzeit jedoch mit einer Haushaltssperre belegt.

Die FWG spricht sich für eine deutlich aktivere Rolle des Landkreises aus. Gerade bei überörtlichen Radverbindungen müsse der Kreis stärker moderierend und koordinierend eingreifen, um eine abgestimmte Planung über kommunale Grenzen hinweg sicherzustellen.

Auch die FREIEN WÄHLER sehen den Landkreis stärker in der Verantwortung. Wenn interkommunale Projekte ins Stocken geraten oder Kommunen notwendige Investitionen nicht allein stemmen können, solle der Kreis moderierend eingreifen und Unterstützungsinstrumente prüfen.

Bündnis 90/Die Grünen verweisen darauf, dass viele Entscheidungen über Bau und Unterhaltung von Radwegen bei den Kommunen oder beim Land Hessen liegen. Der Einfluss des Landkreises sei daher begrenzt. Gleichwohl unterstützen sie die Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes im Rahmen des beschlossenen Radverkehrskonzeptes.

Die FDP-Kreistagsfraktion betont insbesondere die Bedeutung der touristischen Radachsen R7 und R8 für den Landkreis. Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Valeske weist darauf hin, dass die FDP im Kreistag wiederholt Anträge zum Ausbau und zur Pflege dieser wichtigen Radverbindungen eingebracht habe, die jedoch keine Mehrheit fanden. Gleichzeitig habe die FDP im Rahmen der Haushaltsberatungen einen Antrag gestellt, um den stockenden Ausbau des Radwegekonzeptes zu beschleunigen. Auch künftig wolle sich die Fraktion für eine kontinuierliche Umsetzung des Radwegekonzeptes einsetzen und befürworte eine moderierende Rolle des Landkreises bei interkommunalen Radverkehrsprojekten.

Radverkehr als gemeinsame Aufgabe im Landkreis
Der ADFC Limburg-Weilburg sieht in den Antworten der Parteien grundsätzlich die Bereitschaft, den Alltagsradverkehr im Landkreis weiter zu stärken. Gleichzeitig werde deutlich, dass die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes nur gelingen könne, wenn Landkreis, Kommunen und Landesbehörden enger zusammenarbeiten.

Gerade bei wichtigen überörtlichen Verbindungen komme dem Landkreis eine wichtige koordinierende Rolle zu. Ebenso könne eine finanzielle Unterstützung des Kreises dazu beitragen, dass notwendige Sanierungen zentraler Radverbindungen – wie beim Fernradweg R8 – nicht an der Haushaltslage einzelner Kommunen scheitern.

Der ADFC Limburg-Weilburg wird die Entwicklung der Radverkehrspolitik im Landkreis auch nach der Kommunalwahl aufmerksam begleiten.

© ADFC