Springe zum Inhalt

Kriegsende in Amrum – Literatur im Gespräch

Der Literaturgesprächskreis trifft sich am Dienstag, den 10. März 2025 ab 19.30 Uhr bei Jürgen Schühler, Dirichsstraße 24 in Niederbrechen zum Austausch über Hark Bohms autobiographischer Roman „Amrum“, eine Hommage an die nordfriesische Insel.

Zwischen Austernfischern und Regenpfeifern ist Nanning zu Hause: Amrum, die wilde Nordseeinsel mit ihren Sandbänken und den Heidekrautfeldern ist alles, was der Junge kennt. 1945 ist die Stimmung auf der Insel gespalten, zwischen denen, die das Kriegsende herbeisehnen und jenen, die unbeirrt an den Endsieg glauben. Nanning spiegelt die verwirrenden Haltungen der Menschen um ihn - den Nazismus der Eltern, den Widerstand der Tante, die Skepsis der älteren Amrumer. Über allem steht die Notwendigkeit, Lebensmittel für seine schwangere Mutter und für seine Geschwister zu besorgen. Aber Nanning spürt sehr genau, dass eine Zeit zu Ende geht. Und eine neue beginnt. Ein feinfühliger Roman vor dem Hintergrund der noch unberührten Schönheit der Insel.

Hark Bohm hat einen eindrücklichen Roman über das Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Die erste Hälfte spielt während des Kriegs, die Geschichte um eine regimetreue Mutter und ihre drei Kinder, darunter der zehnjährige Nanning, basiert auf den Jugenderinnerungen des als Autorenfilmer bekannt gewordenen Bohm. Wo zunächst die Versuche Nannings im Zentrum stehen, die Familie mit Nahrungsmitteln zu versorgen, geht es in der zweiten Hälfte um den veränderten Blick des Jungen auf die Welt und um die plötzliche Ablehnung, die seine Familie erfahren muss.

Amrum erzählt voll wilder Schönheit davon, was Herkunft bedeutet – und wie man lernt, den eigenen Weg zu gehen. Der Roman ist ein poetisches Zeitzeugnis, in dessen Kern eine zutiefst menschliche Geschichte steht.

Die Teilnehmer des Literaturgesprächskreises treffen sich ca. alle sechs bis sieben Wochen, um sich über das gelesene Werk auszutauschen, die Vorschläge stammen aus dem Kreis der Teilnehmer. Jeder, der für Literatur aufgeschlossen ist, ist als Bereicherung stets willkommen. Allen Interessierten steht die Bücherei Niederbrechen am Sonntag von 9.30 bis 12.00 Uhr, am Mittwoch von 18.30 bis 20.00 Uhr und am Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr offen.

Von Jürgen Schühler