Erstmals vor 35 Jahren wurde der Kulturpreis des Magistrats der Stadt Bad Camberg verliehen – seinerzeit an Otto Schöfer. Nachdem 2024 diese Auszeichnung nicht vergeben wurde, zeichnete die Stadt im Rahmen ihres Neujahrsempfangs am Freitag, 16. Januar gleich zwei Persönlichkeiten aus, die sich um das kulturelle Leben in der Kurstadt außerordentlich verdient gemacht haben: Klausjürgen Herrmann und Karlheinz Sellheim sind die Träger des Kulturpreises 2025, der mit jeweils 500 € dotiert ist.
Klausjürgen Herrmann ist dabei ein „Wiederholungstäter“, wurde ihm doch schon 1999 der Kulturpreis des Magistrats der Stadt Bad Camberg verliehen. „Dies ist auch kein Wunder. Eine vollständige Auflistung seiner Ausstellungen und künstlerischen Aktivitäten würde den Rahmen sprengen“, so Bürgermeister Daniel Rühl ins einer Laudatio. Den meisten bekannt ist Herrmann als Vorsitzender der Amthof-Galerie, die mit ihren zahlreichen Ausstellungen kulturelle Maßstäbe in der Region setzt. Dieses Amt bekleidete er von 1999 bis zu seinem Rückzug im vergangenen Jahr. Bürgermeister Rühl erinnerte aber auch daran, dass der nun zweimalige Kulturpreisträger das Logo der Stadt Bad Camberg entwickelte und verantwortlich für die Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Klaus Panzner zeichnet. Doch damit nicht genug: Der mehrfach u.a. mit dem „IF Design Award“ ausgezeichnete Industrie- und Grafikdesigner war zudem eineinhalb Jahrzehnte Initiator des Kulturevents „tArt-Orte“ im Nassauer Land, in dem hier beheimatete Künstler ihre Werke präsentieren.
Der zweite Kulturpreisträger 2025 „ist sozusagen ein Eigengewächs der Stadt Bad Camberg“, so Bürgermeister Rühl. Dort war Karlheinz Sellheim als Beamter im Ordnungsamt tätig. Vor mehr als 25 Jahren fand er eine neue Leidenschaft und begann mit dem Schreiben. Zwei Jahre später (2002) veröffentlichte er sein erstes Werk, das lustige Wörterbuch „English for runaways“. 2009 gründete er mit Autorenkollegen das „Camberger Lesecafé“, in dem regelmäßig Autorenlesungen stattfanden. Der 1. Oktober 2011 war dann die Geburtsstunde des gemeinnützigen Literaturvereins „Autorentreff Bad Camberg“, den er mit Gleichgesinnten aus der ganzen Region gründete und der heute rund 30 schreibende Mitglieder hat. „Der Verein hat seitdem sieben gemeinsame Anthologien mit Kurzgeschichten seiner Mitglieder veröffentlicht. Zwei Jugendschreibwettbewerbe wurden durchgeführt und die besten Beiträge als Bücher veröffentlicht“, schildert Bürgermeister Daniel Rühl in seiner Laudatio. Dem „Autorentreff Bad Camberg“ stand Sellheim zwölf Jahre bis 2023 als Vorsitzender vor und wurde nach seinem Abschied zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Erfreut zeigt sich der Bürgermeister darüber, dass „der Verein in Kooperation mit unserer Abteilung Bad Camberg Marketing monatliche Lesungen im Kurhaus im Rahmen des städtischen Kulturprogramms durchführt“. Zu den weiteren Aktivitäten des „Autorentreff Bad Camberg“ zählten u.a. ein Kulturforum (2017) und die ersten beiden Bad Camberger Buchmessen (2023 und 2025) durchgeführt. „Hieran war unser Preisträger federführend und ganz maßgeblich beteiligt“, so Daniel Rühl, der ergänzt: „Und weil ich beide Buchmessen eröffnen durfte, kann ich bestätigen, dass dieses Format ein absoluter Zugewinn für das kulturelle Leben in Bad Camberg ist.“ Die Buchmessen sollen übrigens im zweijährigen Rhythmus fortgesetzt werden. „Wer so viel ehrenamtlich in Sachen Kultur wirkt und selbst schreibt, der erhält zurecht den Kulturpreis des Magistrats der Stadt Bad Camberg“, erklärt Daniel Rühl zum Abschluss. © Stadt Bad Camberg