Bei ausgeprägten Nierenfunktionsstörungen oder dem vollständigen Verlust der Nierenfunktion ist eine regelmäßige Blutwäsche („Dialyse“) erforderlich. Damit eine Dialyse überhaupt funktionieren kann, braucht es einen zuverlässigen Zugang zum Blutkreislauf. Doch was genau bedeutet das? Welche Arten von Zugängen gibt es und warum ist der sogenannte Shunt für viele Patientinnen und Patienten so wichtig? Diese Fragen beantwortet Christopher Ellermeier, leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie im Limburger Krankenhaus, am Donnerstag, den 12. März, um 18 Uhr im Rahmen eines Gesundheitsvortrags. Der erfahrene Gefäßchirurg erklärt leicht verständlich, wie Dialysezugänge entstehen, wie sie funktionieren und welche Besonderheiten im Alltag zu beachten sind.
Für eine Blutwäsche müssen pro Minute große Mengen Blut aus dem Körper heraus- und wieder zurückgeleitet werden. „Das gelingt nur mit Hilfe spezieller Gefäßzugänge, die stabil, belastbar und langfristig zuverlässig sind,“ erläutert Ellermeier. Um diese Struktur zu erhalten, wird in einem kleinen operativen Eingriff in der Gefäßchirurgie eine solche Verbindung zwischen Arterie und Vene künstlich geschaffen. Der sogenannte Shunt wird in der Regel am Unter- oder Oberarm operativ angelegt. „Der Shunt ist der Goldstandard, weil er hohe Blutflussraten ermöglicht und ein geringeres Infektionsrisiko hat.“
Für die Anlage eines Dialyseshunts gelten verschiedene grundsätzliche Voraussetzungen und Überlegungen. Im Vortrag erklärt der Gefäßchirurg daher anschaulich, welche Gefäße für eine Shuntanlage geeignet sind und was dabei berücksichtig werden muss. Auch typische Probleme wie Verengungen, Thrombosen oder Infektionen werden verständlich eingeordnet.
„Viele Patientinnen und Patienten sind unsicher, was sie mit dem Shunt-Arm dürfen und was nicht. Hier hilft Wissen enorm, um Ängste abzubauen und Komplikationen zu vermeiden,“ so Ellermeier.
Wenn ein Shunt nicht möglich ist oder eine Dialyse sofort beginnen muss, kommen zentrale Dialysekatheter zum Einsatz. Sie werden in große Venen gelegt und dienen häufig als Übergangslösung, bis ein Shunt ausgereift ist. Im Vortrag erläutert Ellermeier die verschiedenen Katheterarten, ihren Einsatz im Notfall und warum sie trotz ihres höheren Infektionsrisikos ein unverzichtbarer Bestandteil der Dialyseversorgung sind.
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und praktische Hinweise für den Alltag mit Dialysezugang zu erhalten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Thema: Dialysezugänge verstehen: Shunts und Katheter einfach erklärt
Termin: Donnerstag, 12. März 2026, 18.00 Uhr
Ort: Krankenhaus Limburg
Auf dem Schafsberg | 65549 Limburg
Konferenzraum Katharina Kasper
Referent: Christopher Ellermeier, Leitender Oberarzt Gefäßchirurgie
Es wird um vorherige Anmeldung gebeten – entweder per E-Mail an ukm@st-vincenz.de oder telefonisch unter 06431 292 - 7113. Der Besuch der Veranstaltung und das Parken im Klinikparkhaus sind für Teilnehmende kostenfrei.
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