Springe zum Inhalt

Zahlreiche Maßnahmen zum Artenschutz werden in Hessen erfolgreich umgesetzt

Hessischer Biodiversitätsbericht 2018 veröffentlicht

„Die Natur und ihre biologische Vielfalt ist die Lebensgrundlage für uns alle. Doch durch die Klimakrise und intensive Eingriffe in die Natur durch uns Menschen hat sich die Vielfalt der Tiere und Pflanzen dramatisch reduziert.

Weltweit sind eine Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – mit dieser alarmierenden Zahl hat der Weltbiodiversitätsrat im Mai dieses Jahres viele Menschen bewegt und aufgerüttelt. Auch in Hessen kämpfen Arten wie Braunkehlchen und Feldhamster ums Überleben. Deshalb setzt sich die Hessische Landesregierung dafür ein, dass die Biologische Vielfalt in Hessen erhalten wird“, sagte Umweltministerin Priska Hinz anlässlich der Veröffentlichung des neuen Hessischen Biodiversitätsberichts.

Mehr Artenvielfalt in hessische Wäldern, Gewässern und auf Äckern
Der jährliche Biodiversitätsbericht fasst die Kennzahlen und Ergebnisse der staatlichen und privaten Naturschutzaktivitäten zusammen. „Wir können einige wichtige Erfolge verzeichnen: Die Zahl der umgesetzten Maßnahmen in Naturschutzgebieten hat sich seit 2013 von circa 3.000 auf über 7.000 mehr als verdoppelt. Ein gelungenes Beispiel ist eines der größten Renaturierungs- und Naturschutzprojekte: Die Weschnitzinsel. Dort wurde die Weschnitz in Lorsch aus ihrem Kanalbett befreit und in einen naturnahen Gewässerlauf verwandelt. Damit wurde ein wichtiger Lebensraum für Wassertiere- und pflanzen aber auch für seltene Vögel wie Kiebitz und Rotschenkel geschaffen. Aber auch kleinere Projekte wie der Schutz der Burgwaldforelle zeigen, wie Naturschutz umgesetzt werden kann,“ erklärte Hinz.

Im Jahr 2018 konnten insgesamt 62.000 Hektar artenreiche Grünland-Ökosysteme gefördert werden. Hierzu zählen auch Blühflächen, die Bienen und andere Insekten als Nahrung und Lebensraum dienen. Die Errichtung von Blühstreifen ist auch ein Bestandteil des Sonderprogramms zur Förderung von Leitarten der Feldflur wie Feldhamster und Rebhuhn, das 2018 gestartet ist. Bereits jetzt können erste Erfolge bei der Aufzucht der Feldhamster verzeichnet werden, die im nächsten Jahr auf diesen Flächen ausgewildert werden sollen.

„Auch die Entwicklung der hessischen Wälder ist erfreulich. Die durch das Gütesiegel FSC-zertifizierte Waldfläche ist seit 2013 von 3 Prozent auf über 40 Prozent gestiegen. Ein wichtiger Schritt war hierbei die Erweiterung der Naturwälder“, erklärte Hinz. Die Landesregierung hat sich dazu verpflichtet zehn Prozent der Staatswaldfläche als Naturwaldfläche auszuweisen. Das heißt, dort werden keine Maßnahmen mehr durchgeführt, die wirtschaftlichen Zielen dienen. In Gebieten wie dem Reinhardswald, der Kühkopf-Knoblochsaue und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, werden für bedrohte Arten wie Wildkatze und Luchs neue Rückzugsorte geschaffen und auch seltene Urwaldreliktarten wie der Eremit und der Veilchenblaue Wurzelhals-Schnellkäfer werden dadurch geschützt.

„Eine wichtige Grundlage für all diese Maßnahmen sind die vom Land bereit gestellten Finanzmittel. Diese wurden nach 2013 im Naturschutzbereich kontinuierlich erhöht und für 2019 steht eine Rekordsumme von über 19 Millionen Euro zur Verfügung. Für 2020 haben wir jetzt im Haushalt sogar knapp 22 Millionen für den Naturschutz vorgesehen“, erklärte Hinz.

Tolles Engagement der Bürgerinnen und Bürger
„Jede und jeder kann dazu beitragen, dass auch nachfolgende Generationen die Vielfalt unserer hessischen Natur erleben können. Bei dem Citizen-Science-Projekt, das vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie etabliert wurde, sind zum Beispiel alle hessischen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Funde von Feuersalamandern zu melden, um die Datengrundlage dieser stark bedrohten Tiere zu verbessern. Ich freue mich, dass sich auch sehr viele Vereine, Verbände, kommunale Initiativen, Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen und Behörden bei den Umsetzungen der Maßnahmen engagieren und sogar eigene Projekte für den Natur- und Artenschutz entwickeln. Das zeigt, dass die Themen in der Gesellschaft angekommen sind“, sagte Ministerin Hinz. Auf der Webseite www.biologischevielfalt.hessen.de haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zielgerichtet über die aktuellen Initiativen zu informieren und Anregungen für eigene Projekte zu erhalten.

Hintergrundinformationen:
Der Landtag hat im Jahr 2008 beschlossen, dass die Landesregierung das Parlament jährlich über die bereits ergriffenen und geplanten Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt informiert. Im Jahr 2013 wurde im Kabinett die Hessische Biodiversitätsstrategie verabschiedet. Seit Beginn der letzten Legislaturperiode legt das Hessische Umweltministerium jährlich den Biodiversitätsbericht vor. Dieser informiert über die im Berichtszeitraum durchgeführten Maßnahmen und die Entwicklungen der elf Ziele, die in der Hessischen Biodiversitätsstrategie formuliert wurden.

Hier finden Sie den Hessischen Biodiversitätsbericht 2018:
https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/hessischer_biodiversitaetsbericht_2018.pdf

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz