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Zahl des Monats – November: Pflanzenschutzdienst vom Regierungspräsidium Gießen prüft 17.554 eingehende Lieferungen

Pflanzengesundheitskontrolle direkt am Frankfurter Flughafen

Gießen/Frankfurt am Main. „Die sorgfältige Arbeit des Pflanzenschutzdienstes garantiert den Bürgern Sicherheit und schützt sie vor sogenannten Schaderregern“, lobt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Im Jahr 2017 untersuchte der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen (RP) insgesamt 17.554 Lieferungen. Das sind fast 50 täglich – von der angelieferten Palette bis zum Touristenkoffer. Damit soll verhindert werden, dass gefährliche Schadorganismen eingeschleppt werden und sich ausbreiten.

„Der Arbeitsaufwand der Mitarbeiter und Kontrolleure ist enorm“, fügt RP Ullrich hinzu. Neben der herkömmlichen Beschau der Importsendungen wurden ergänzend 782 angelieferte Pflanzen detailliert geprüft. Der Pflanzenschutzdienst ist eigentlich in Wetzlar beheimatet. Ein Team arbeitet allerdings in einem Standort am Frankfurter Flughafen direkt neben dem Rollfeld, um die eingehende Ware zu kontrollieren.

„Die Kontrolle der ankommenden Pflanzen beginnt bereits im Kopf, wenn man über die angemeldeten Sendungen informiert wird “, berichtet Andreas Scharnhorst, zuständig für den Pflanzenschutzdienst am Flughafen. „Man muss sich gedanklich darauf vorbereiten, was einen erwartet. Dazu gehört auch, nachzuschauen, ob es bei den ankommenden Pflanzen bereits Beanstandungen gab.“

Insgesamt musste der Pflanzenschutzdienst 422 Anlieferungen aufgrund von Schädlingsbefall, Importverboten oder nicht korrekten Einfuhrpapieren zurückweisen. Das Team führte außerdem 223 detaillierte Kontrollen bei nicht-beschaupflichtigen Zulieferungen durch. Im Rahmen dieser Proben wurden in 37 Fällen Schaderreger diagnostiziert. Weitere 43 nicht-beschaupflichtige Schnittgrünsendungen hat der Schutzdienst an das Julius-Kühn-Institut nach Braunschweig gesendet, um es auf Schadorganismen untersuchen zu lassen.

2017 wurden in Summe 5.460 Kilogramm (kg) Obst und Gemüse, 383 Stück Pflanzen, 19 kg Zweige und Äste, 11 kg Saatgut und 13 kg Erde vernichtet. Geprüft wird nicht nur palettenweise und mit gewerblichem Hintergrund. Im Zuge der Passagierkontrollen in Absprache mit dem Hauptzollamt Frankfurt stellte das Kontrollpersonal 183 Verstöße gegen Importbestimmungen fest. Stichwort: Tourismus. Diese Verstöße beim Import werden mit Geldstrafen geahndet. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 95 Verwarnungen mit 3.945 Euro ausgesprochen. Die beschlagnahmte Ware führte das Personal dann der sicheren Vernichtung zu. Dabei handelte es sich um 5.337 kg Obst und Gemüse, 978 Schnittblumen und 1.875 Pflanzen.

Die Mitarbeiter beschlagnahmten Ware primär wegen fehlenden Pflanzengesundheitszeugnissen. Diese fehlten auffällig oft bei Postsendungen, deshalb wurden diese am meisten beanstandet. „Im gewerblichen Verkehr gibt es kein Problem mit den Gesundheitszeugnissen. Allerdings fehlt den meisten Privatpersonen das Bewusstsein dafür, dass es beim Pflanzenimport klare Regeln gibt“, sagt Andreas Scharnhorst. Die Hauptbeanstandungsländer waren Indien, Pakistan, die Dominikanische Republik, Kenia und Bangladesch.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de zu finden.

 

Stichwort: Zahl des Monats

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