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Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Hessen 2017 mehr als halbiert (187/2018)

33 500 Asylbewerbungen in Hessen 2017; die meisten stammen aus Afghanistan, Pakistan, Irak und Iran Durchschnittsalter der Asylbewerberinnen und Asylbewerber bei 25 Jahren 7 von 10 Asylbewerbungen erfolgen von Männern
Ende 2017 erhielten in Hessen 33 500 Personen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies 36 400 oder 52 Prozent weniger als Ende 2016.

Ausgehend vom Jahr 1997 waren die Asylbewerbungen von 53 300 kontinuierlich auf 7500 im Jahr 2009 zurückgegangen. Seit 2010 stieg die Zahl der Asylbewerbungen wieder und erreichte im Jahr 2016 mit 69 900 ihren bis dato höchsten Stand. Der bislang kräftigste Zuwachs der Zahl der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger nach dem AsylblG wurde im Jahr 2015 mit einer Zunahme um 156 Prozent registriert.

Asylbewerberinnen und Asylbewerber nach Herkunft

Die meisten Empfängerinnen und Empfänger von Asylbewerberleistungen im Jahr 2017 stammten aus Asien (22 700 oder 68 Prozent; 2016: 80 Prozent) und Afrika (6600 oder 20 Prozent; 2016: 15 Prozent). Aus Europa kamen 3700 Personen bzw. 11 Prozent (2016: 5 Prozent). 

Unter den asiatischen Bewerbungen bildeten mit 11 350 (34 Prozent aller Bewerbungen) die Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus Afghanistan die größte Gruppe, gefolgt von/vom Pakistan (3700 Personen oder 11 Prozent), Irak (2900 oder 9 Prozent) und Iran (2200 oder knapp 7 Prozent). Aus Syrien kamen 1650 Asylbewerberinnen und Asylbewerber bzw. 5 Prozent.

Aus Afrika suchten insbesondere Menschen aus Somalia (1950 oder knapp 6 Prozent aller Bewerbungen), aus Äthiopien (1750 oder 5 Prozent) und aus Eritrea (1450 oder 4 Prozent) in Hessen Schutz. 

Die größte Gruppe aus Europa kam mit 1500 Asylbewerberinnen und Asylbewerbern bzw. knapp 5 Prozent aus der Türkei, gefolgt von der Gruppe der Menschen aus der russischen Föderation mit 850 Personen bzw. gut 2 Prozent. Alle anderen europäischen Staaten spielten mit jeweils unter 1 Prozent eine untergeordnete Rolle.

4 Promille der Hilfeempfängerinnen und Hilfeempfänger stammte aus Amerika und Australien/Ozeanien/Antarktis. Bei knapp 1 Prozent der Bewerbungen war die Staatsangehörigkeit unbekannt oder es handelte sich um Staatenlose.

Veränderungen gegenüber 2016

Absolut gesehen sank die Zahl der verzeichneten Empfängerinnen und Empfänger aus Asien insgesamt um 33 000. Vor allem ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber aus Syrien (minus 14 500), aus Afghanistan (minus  9700), aus dem Irak (minus 5600), aus dem Iran (minus 2350) und aus Pakistan (minus 1000) zurück. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber aus Afrika nahm um 3700 ab. Maßgeblich waren die rückläufigen Zahlen aus Eritrea (minus 2000) und Somalia (minus 1600). Die Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus Europa nahm um 14 Prozent zu. Hier stechen vor allem die Zahlen der Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus der Türkei (plus 690 Personen bzw. 83 Prozent) und aus der Russischen Föderation (plus 140 Personen bzw. 20 Prozent) heraus. Die Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus Albanien ging um 100 Personen bzw. 24 Prozent zurück.

Alter und Geschlecht

Mit einem Durchschnittsalter von 24,9 Jahren suchten meist jüngere Antragstellerinnen und Antragsteller Asyl. 27 Prozent waren Minderjährige; 25 Prozent waren zwischen 18 und 25 Jahre alt; 35 Prozent entfielen auf die 25- bis unter 40-Jährigen. Etwa 13 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger waren 40 Jahre und älter.

Rund zwei Drittel der Asylbewerberinnen und Asylbewerber waren männlich.

Aufenthaltsrechtlicher Status und Unterbringung

Die größten Gruppen bezüglich des aufenthaltsrechtlichen Status bildeten Ende 2017 die Bewerberinnen und Bewerber mit einer Aufenthaltsgestattung (83 Prozent) sowie die geduldeten Asylbewerberinnen und Asylbewerber (7 Prozent).

In Gemeinschaftsunterkünften lebten 59 Prozent der Asylbewerberinnen und Asylbewerber, 32 Prozent waren dezentral (z. B. in einer eigenen Wohnung) untergebracht und 9 Prozent in Aufnahmeeinrichtungen (hiervon fast alle in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung). © HSL