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Witterung nimmt Einfluss auf den Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar:
Arbeitslosenquote steigt im Januar um 0,6 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 140 Arbeitslose weniger . LDK: 506 Arbeitslose mehr als im Vormonat, einer weniger als vor einem Jahr . LM-WEL: 707 Arbeitslose mehr als im Dezember, 139 weniger als im Vorjahr . Beschäftigung steigt auch im zweiten Quartal 2019

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Januar 2020 insgesamt 11.355 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 4,9 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Dezember lag die Zahl der Arbeitslosen bei 10.142, die Arbeitslosenquote betrug 4,3 Prozent. Vor einem Jahr waren 11.495 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 5,0 Prozent. Von den insgesamt 11.355 arbeitslosen Personen waren 4.852 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.172 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.331 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

"Die nasskalte Witterung hat im Januar Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen", stellte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat fest. Infolgedessen sei die Arbeitslosigkeit in beiden Landkreisen im Vergleich zum Vormonat bei allen Personengruppen angestiegen. Dass der Anstieg dabei im Kreis Limburg-Weilburg kräftiger ausgefallen sei, als im Lahn-Dill-Kreis, lasse sich weitestgehend auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur beider Landkreise zurückführen. Rund um Limburg, Weilburg und den Westerwald gebe es traditionell viele Handwerksbetriebe, deren Gewerke den Witterungseinflüssen unterliegen. Wetzlar und Dillenburg seien hingegen stärker industriell geprägt, so dass dem Wetter hinsichtlich der Gesamtbeschäftigungslage weniger Bedeutung zuzumessen sei. Deutlich nachgelassen habe im Januar die Arbeitskräftenachfrage. So habe die Zahl der neuen Vermittlungsaufträge im letzten Monat im Lahn-Dill-Kreis um 43,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen. In Limburg-Weilburg seien 1,8 Prozent weniger Stellenangebote erteilt worden als im Januar des Vorjahres. Zum Schluss warf Berbuir noch einen Blick auf die Beschäftigungslage. Zur Jahresmitte 2019 (aktuell vorliegende Zahlen) gab es abermals in beiden Landkreisen Beschäftigungsrekorde. Zum 30. Juni 2019waren im Lahn-Dill-Kreis 95.693 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt: 1.328 (+1,4 Prozent) mehr, als im Juni 2018. Einen noch stärkeren prozentualen Anstieg (+2,0 Prozent) verzeichnete der Landkreis Limburg-Weilburg. Hier gab es zur Jahresmitte 2019 insgesamt 54.921 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - 1.051 mehr, als ein Jahr zuvor. Hessenweit betrug der Beschäftigungszuwachs 1,8 Prozent.


Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 4,6 Prozent und somit um 0,8 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar 2019 betrug die Quote 4,8 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.304 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 707 mehr als im Dezember (+19,4 Prozent) und 139 weniger als vor einem Jahr (-3,1 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent. 3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 49,5 Prozent (2.132 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 574 Personen (+36,8 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 187 Arbeitslose (+9,6 Prozent) gestiegen. 50,5 Prozent (2.172 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Januar beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 133 Arbeitslose (+6,5 Prozent). Gegenüber Januar 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 13,1 Prozent (326 Personen) vermindert. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 578 Betroffene (+27,9 Prozent) auf 2.653 Arbeitslose erhöht. Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 129 Personen auf 1.651 Betroffene (+8,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 3 Arbeitslose (-0,1 Prozent), bei den Frauen um 136 Arbeitslose (-7,6 Prozent) ab. 2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Januar um 21,4 Prozent oder 73 Arbeitslose gestiegen. Aktuell sind 414 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 23 mehr, als vor einem Jahr (+5,9 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 150 Betroffene (+13,4 Prozent) auf 1.271 Arbeitslose erhöht. Sie liegt damit um 56 Personen oder 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 301 Personen und damit um 14 Personen oder 4,9 Prozent über dem Dezember-Wert. Gegenüber Januar 2019 war ein Rückgang um 36 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (-10,7 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.575 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 408 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+35,0 Prozent) sowie 20 (+1,3 Prozent) mehr als im Januar letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Januar 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 334 Vermittlungsaufträge. Dies waren 6 Stellen weniger als im Januar letzten Jahres (-1,8 Prozent). 2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2019 vor. Zum 30. Juni 2019 gab es im Landkreis Limburg-Weilburg 54.921 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.051 oder 2,0 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2018. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse können ,Verkehr und Lagerei' verzeichnen. 232 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 11,3 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem ,Heime und Sozialwesen' (174/ 5,0 Prozent) sowie die ,Metall- und Elektroindustrie' (171 / 3,1 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: ,Arbeitnehmerüberlassung' (-232/ -16,4 Prozent), das ,Gastgewerbe' (-37 / -2,5 Prozent) sowie der ,Handel' (-17 / -0,2 Prozent).


Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 5,1 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Januar 2019 betrug die Quote ebenfalls 5,1 Prozent. In absoluten Zahlen: 7.051 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 506 mehr als im Dezember (+7,7 Prozent) und eine mehr als vor einem Jahr (0,0 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 4,8 Prozent. 6.640 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 38,6 Prozent (2.720 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 419 Personen (+18,2 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 536 Arbeitslose (+24,5 Prozent) gestiegen. 61,4 Prozent (4.331 Personen) aller Arbeitslosen waren im Januar beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 87 Arbeitslose (+2,0 Prozent). Gegenüber Januar 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 537 Personen reduziert (-11,0 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 2.073 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.567 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 389 auf 4.089 Arbeitslose (+10,5 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 117 auf 2.962 Betroffene (+4,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 166 Arbeitslose (+4,2 Prozent) zu, bei den Frauen sank sie um 167 Arbeitslose (-5,3 Prozent). 2019 waren jahresdurchschnittlich 3.666 Männer und 2.974 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 89 Personen oder 15,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Januar 2019 hat sie sich um 48 Personen (+7,7 Prozent) erhöht. Aktuell sind 674 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 620 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.305 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 132 Personen (+6,1 Prozent) zu. Gegenüber Januar letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Rückgang um 77 ältere Arbeitslosen (-3,2 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.214 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Januar im Lahn-Dill-Kreis bei 675 Personen und damit um 9 Betroffene oder 1,4 Prozent über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Januar 2019 war ein Rückgang von 48 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (-6,6 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 686 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.318 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 206 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+9,8 Prozent) sowie 49 weniger (-2,1 Prozent) weniger als im Januar letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 2.209 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat erneut unter dem Vorjahresniveau. 263 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 202 Stellen oder 43,4 Prozent gegenüber Januar 2019. 2019 wurden insgesamt 5.605 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2019 vor. Zum 30. Juni 2019 gab es im Lahn-Dill-Kreis 95.693 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.328 oder 1,4 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2018. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Wirtschaftszweig ,Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie' verzeichnen. 484 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 1,8 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem ,Heime und Sozialwesen' (184 / 2,6 Prozent) sowie das ,Gesundheitswesen' (168 / 2,5 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: ,Herstellung von überwiegend häuslich konsumierten Gütern' (-116 / -6,2 Prozent), die ,Arbeitnehmerüberlassung' (-59 / -2,4 Prozent) sowie die ,sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen' (-27 oder -1,0 Prozent). © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar