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„Wir sind mehr denn je zu Wachsamkeit aufgerufen“

Innenminister Peter Beuth:  „Wir sind mehr denn je zu Wachsamkeit aufgerufen“  · Volkstrauertag 2019: Minister gedenkt der Toten durch Krieg und Gewalt

Wiesbaden/Frankfurt. In Vertretung des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier hat der Hessische Innenminister Peter Beuth die Rede im Rahmen der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2019 in Hessen gehalten.

Zu der Gedenkstunde in der Frankfurter Paulskirche hatten die Hessische Landesregierung, der Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., die Stadt Frankfurt am Main und das Landeskommando Hessen der Bundeswehr geladen. Der Minister mahnte 100 Jahre nach Gründung des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zu Frieden, Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern.

„105 Jahre nach Beginn des Ersten-, 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und 30 Jahre nach dem Mauerfall gilt es heute, an die Millionen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern und ihr mahnendes Andenken zu bewahren. Damit solidarisieren wir uns auch mit den unzähligen Hinterbliebenen, die durch Kriege und Konflikte zu Witwen und Waisen geworden sind. Gerade in der heutigen Zeit, in der vor allem die jüngere Generation Krieg und Elend nur aus den Geschichtsbüchern kennt, sind wir mehr denn je zu Wachsamkeit sowie dem Wachhalten einer lebendigen Gedenk- und Erinnerungskultur aufgerufen, damit der Krieg auch bei künftigen Generationen nicht seinen Schrecken verliert“, so Peter Beuth.

Der Innenminister hob diesbezüglich die wichtige Arbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hervor, der neben der dauerhaften Pflege der Kriegsgräber in Deutschland durch seine Jugend- und Bildungsarbeit für die Folgen von Krieg und Zerstörung sensibilisiert: „Durch Ihre tägliche Arbeit verschaffen Sie den Millionen Kriegstoten ein würdiges Andenken. Hierfür gilt Ihnen unser Dank. Darüber hinaus leisten Ihre Mitglieder auch in der Jugend- und der Friedenspädagogik wertvolle Arbeit. Ihre Gedenk- und Erinnerungskultur wird für unsere Gesellschaft in Zukunft noch wichtiger werden – davon bin ich überzeugt.“

Spaltung der Gesellschaft
Der Minister betonte, dass auch der Staat als Folge des voranschreitenden Generationenwechsels weiter in die Qualität und Vielfalt von Bildungsangeboten investieren müsse. Ausflüge zu Gedenkstätten, identitätsstiftende Projekte sowie mehr Schulstunden für Fächer wie Gemeinschaftskunde seien ein wirksames Mittel, um die Lehren aus der Geschichte weiterzutragen.

„Politische Bildung ist das beste, das wirksamste Mittel gegen diese Populisten, die an der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft großen Anteil haben. Für uns alle muss es besorgniserregend sein, wenn Parteienvertreter am politischen Rand den absoluten Wahrheitsanspruch für sich reklamieren und sich die deutsche Geschichte so zurecht schleifen, dass sie zum jeweiligen, ideologischen Weltbild passt. Wo früher der Hass über Flugblätter, Schmähschriften und Zeitungen verbreitet wurde, findet er heute viele dankbare, anonyme Abnehmer im Internet. In Hessen und in Deutschland darf es keinen Platz für jene geben, die solche Botschaften im Netz verbreiten – das lehrt uns die Geschichte. Und diese Geschichte darf sich nicht wiederholen. Es ist unsere Pflicht und Verantwortung unsere freiheitlichen Werte gegen Populisten, Demagogen und Unverbesserliche mit allen Mitteln des Rechtsstaates zu verteidigen", so Innenminister Peter Beuth.

Hintergrund
Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag. Er wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angeregt und zum ersten Mal 1922 in Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkriegs begangen. Der zweite Sonntag vor dem ersten Advent dient heute vor allem der Mahnung zum Frieden, zur Versöhnung und zur Verständigung. Der hessische Landesverband des Volksbundes entstand 1949 und hat heute nach eigenen Angaben rund 15.500 Mitglieder.
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